medien-doktor.de Monitoring für Wissenschaftsberichterstattung tu - technische universität Dortmund

Was ist das Projekt Medien-Doktor?

Eine Kurzübersicht über alle Medien-Doktor Projekte finden Sie im aktuellen Flyer, den Sie hier als pdf herunterladen können: Medien-Doktor Flyer (Stand 2014)

Der Medien-Doktor ist ein Angebot von Journalisten für Journalisten, angesiedelt am Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus der Technischen Universität Dortmund. Mit Hilfe eines Gutachterpools aus Journalisten beurteilen wir mehrmals pro Woche medizin- und umweltjournalistische Beiträge in Print-, TV-, Hörfunk- und Online-Medien nach definierten Kriterien. Die Ergebnisse der journalistischen Gutachten präsentieren wir auf dieser Webseite. medien-doktor.de ist seit November 2010 online (gestartet mit Medien-Doktor MEDIZIN, seit Mai 2013 ergänzt durch Medien-Doktor UMWELT) und wird seitdem laufend erweitert und verbessert. Eine Übersicht aller bisherigen medizinjournalistischen Bewertungen finden Sie hier, die Gutachten zu umweltjournalistischen Beiträge an dieser Stelle.

Die Gutachter des Medien-Doktors sind allesamt erfahrene Wissenschafts- und Medizinjournalisten. Sie folgen beim Medien-Doktor MEDIZIN einem Kriterienkatalog, den schon internationale Vorläuferprojekte anwenden. Gemeinsam ist diesen medizinjournalistischen Kriterien die starke Orientierung an dem, was Leser, Zuhörer und Zuschauer an Informationen benötigen, um sich ein vollständiges Bild über eine medizinische Therapie, eine Behandlungsart, ein medizinisches Produkt oder einen diagnostischen Test u. Ä. zu machen.

Diese international erprobten medizinjournalistischen Kriterien ergänzt der deutsche Medien-Doktor durch allgemeinjournalistische Kriterien. Diese berücksichtigen stärker den redaktionellen Alltag von Journalisten und die Faktoren, die ihre Entscheidung beeinflussen, ob ein Beitrag ins Blatt kommt oder über den Sender geht. Auch Erkenntnisse aus der allgemeinen Journalismusforschung fließen hier ein.

Für den Medien Doktor UMWELT wurden angelehnt an die Kriterien der medizinjournalistischen Bewertung systematische Kriterien zur Bewertung umweltjournalistischer Beiträge entwickelt und auf ihre Anwendbarkeit geprüft. Der Medien-Doktor UMWELT ergänzt diese fachjournalistischen Kriterien durch die im Medien-Doktor MEDIZIN bewährten allgemeinjournalistischen Kriterien.

Information about Medien-Doktor in English

You will find information in English about our Medien-Doktor project on this page.

 

Was sind die Ziele des Medien-Doktors?

Der Medien-Doktor möchte helfen, ein Bewusstsein bei Journalisten, Redaktionen und auch bei Mediennutzern für bestimmte Standards in der Berichterstattung über medizinische und umweltjournalistische Themen zu schaffen. Damit hoffen wir, die Qualität journalistischer Beiträge zu verbessern.

Dabei geht es keineswegs darum, Medien oder gar einzelne Journalisten an den Pranger zu stellen. Vielmehr möchten wir gerade journalistischen Positivbeispielen mehr Aufmerksamkeit verschaffen und zugleich auf Problemstellen in der Medizin- und Umweltberichterstattung aufmerksam machen, bei denen noch Verbesserungsbedarf besteht. Selbstverständlich ist uns hier bewusst, dass die Arbeitsbedingungen von Journalisten in den begutachteten Medien zum Teil sehr unterschiedlich sind und auch die Qualitätsmaßstäbe im Detail variieren können. Dennoch sind wir überzeugt, dass die auf medien-doktor.de diskutierten Kriterien gut geeignet sind, um allen Journalisten eine Orientierung für die eigene Arbeit in der Medizin- und Umweltberichterstattung zu geben.

Die Erkenntnisse aus dem Monitoring werden am Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus der Technischen Universität Dortmund systematisch ausgewertet. So können die Ergebnisse nicht nur in die journalistische Qualitätsforschung einfließen, sondern auch gezielt in die journalistische Ausbildung und in Weiterbildungsprojekte.

 

Wie wird das Medien-Doktor-Projekt finanziert?

Der Medien-Doktor wurde vor allem mit Mitteln der Initiative Wissenschaftsjournalismus initiiert, und wird inzwischen vom Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus am Institut für Journalistik der Technischen Universität Dortmund und wechselnden Geldgebern finanziert (BMBF, WILO-Stiftung, Fritz Thyssen Stiftung). Ferner wird das Projekt von der Wissenschafts-Pressekonferenz und dem Verband der Deutschen Medizinjournalisten unterstützt. Wer das Projekt medien-doktor.de ideell und finanziell unterstützen möchte, wendet sich bitte an Prof Holger Wormer. Kontakt: holger.wormer@tu-dortmund.de).

Ein wichtiges Ziel des Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus ist die enge Verknüpfung von Journalismusforschung und Lehre mit der Realität in den Redaktionen der Massenmedien. Damit soll auch die offensichtliche Kluft zwischen Journalismustheorien und journalistischer Praxis überwunden werden. Fragen der Qualität im Wissenschafts- und Medizinjournalismus, der Recherche und Vermittlung sowie der journalistischen Ethik stehen dabei im Mittelpunkt.

Von 2013 bis 2016 finanzierte das BMBF das INKA-Projekt des Medien-Doktor Medizin. Die WILO Stiftung (zuvor Caspar Ludwig Opländer Stiftung) ermöglichte die Entwicklung und den Betrieb des Medien-Doktor Umwelt von 2013 bis 2016. Seit 2018 unterstützt das BMBF das Projekt MEDIATE des Medien-Doktor Medizin.

Die Fritz Thyssen Stiftung unterstützt seit 2018 ein Projekt, in dem wir neben der Begutachtung aus journalistischer Sicht weitere Perspektiven in die Qualitätsbewertung einbeziehen:

  • Im Projekt Medien-Doktor Citizen entwickeln wir zusammen mit Laien Kriterien dafür, was aus Rezipientensicht gute Umweltberichterstattung ausmacht.
  • Pressemitteilungen aus Umwelt und Medizin werden in einer Inhaltsanalyse untersucht, die Qualitätsmaßstäbe der Wissenschafts-PR berücksichtigt.

Die Ergebnisse aus diesen beiden Teilprojekten veröffentlichen wir demnächst auf unserer Seite Medien-Doktor Forschung.

 

Woher stammt die Idee eines Medien-Doktors?

Der Anlass für die Entwicklung eines „Medien-Doktors“ für Deutschland war die Beobachtung großer Unterschiede in der Berichterstattung über Medizin- und Umweltthemen in Deutschland. Während auf der einen Seite hervorragend recherchierte Beiträge stehen, scheint andernorts zum Beispiel im Medizinjournalismus oft jedes Bewusstsein dafür zu fehlen, welche irreführenden oder sogar Patienten gefährdenden medizinischen Botschaften mitunter berichtet werden. Über medien-doktor.de sollen nun Maßstäbe für Qualität insbesondere im Patienten- und Rezipientenorientierten Medizin- und Umweltjournalismus transparent gemacht und zur Diskussion gestellt werden. Die Ansiedlung an der Dortmunder Universität garantiert dabei eine größtmögliche Unabhängigkeit für die Bewertung von Beiträgen und ermöglicht eine wissenschaftliche Auswertung der Ergebnisse.

Die ursprüngliche Idee eines systematischen Monitoringprojektes im Stile des Medien-Doktor wurde von australischen Medizinern um David Henry für Medizinjournalismus entwickelt, die im Jahr 2004 den australischen Media Doctor Australia gründeten. Dem australischen Vorbild folgten später medizinjournalistische Projekte in Kanada (Media Doctor Canada), den USA (HealthNewsReview) und Hongkong (Media Doctor Hong Kong). Bei der Entwicklung des deutschen medizinjournalistischen Projektes haben uns Gary Schwitzer und sein Team von HealthNewsReview USA geholfen, bei denen wir uns herzlich bedanken.

Die Vorläufer-Projekte im Ausland inspirierten unabhängig voneinander verschiedene deutsche Medizinjournalisten (darunter Christian Weymayr, Volker Stollorz und Klaus Koch) zu einem Medien-Monitoring der Medizinberichterstattung. Diese Überlegungen liefen am Dortmunder Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus schließlich zum Projekt Medien-Doktor (MEDIZIN) zusammen. Die genannten Kollegen unterstützen uns nun zusammen mit zahlreichen weiteren Medizin- und Wissenschaftsjournalisten als Gutachter und Berater.

Der Medien-Doktor UMWELT ist der – unseres Wissens weltweit erstmalige – Versuch, das Prinzip der Bewertung journalistischer Beiträge nach einem festgelegten Kriterienkatalog, auf den Umweltjournalismus zu übertragen.

 

Welche Personen sind am Medien-Doktor beteiligt?

Prof. Holger Wormer

Professor für Wissenschaftsjournalismus, Institut für Journalistik, TU Dortmund

Holger Wormer ist seit 2004 Inhaber des Lehrstuhls Wissenschaftsjournalismus an der Technischen Universität Dortmund und dort der verantwortliche Projektleiter für medien-doktor.de. Von 1996 bis 2004 war er Wissenschaftsredakteur bei der Süddeutschen Zeitung mit den Schwerpunkten Medizin, Gentechnik sowie Qualität, Ethik und Fälschung in der Forschung. Von 1986 an war er als Freier Journalist für verschiedene Medien tätig, darunter die dpa, das P.M. Magazin, die Rheinische Post und den WDR. Für seine journalistische Arbeit wurde er mit zwei Journalistenpreisen ausgezeichnet. Er studierte Chemie mit Philosophie im Nebenfach in Heidelberg, Ulm und Lyon. Prof. Wormer ist u. a. Mitglied der Jury für den Communicator-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft und Autor mehrerer Bücher (zuletzt: Endlich Mitwisser!, KiWi-Verlag, Frühjahr 2011).

Marcus Anhäuser

Leitender Redakteur des Medien-Doktor

Marcus Anhäuser

Marcus Anhäuser studierte Biologie in Bonn. Er arbeitet seit mehr als zehn Jahren als Wissenschafts- und Medizinjournalist. Als freier Autor hat er v. a. für überregionale Medien geschrieben (z. B. Süddeutsche Zeitung, Spiegel Online, National Geographic u. a.). Er war Redakteur bei Gesundheitsplattformen wie Gesundheitsscout24 und Surfmed.de und betreute die Wissenschaftsseite des Handelsblatt. Der Diplombiologe ist einer der Autoren des Lexikon der Biologie, Spektrum Verlag, und war Korrespondent für das englische LifeScience-Magazin BioMedNet des Elsevier-Verlags. Seit 2005 betreibt er den Blog plazeboalarm.de. Zu den Schwerpunkten seiner medizinjournalistischen Arbeit zählt die kritische Berichterstattung über Wissenschaft in Werbung und Marketing für Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel.

Dr. Wiebke Rögener

Leitende Redakteurin  Medien-Doktor-UMWELT

Dr. Wiebke Rögener-Schwarz studierte an der Universität Hamburg Biologie mit dem Hauptfach Zoologie. Auf die Doktorarbeit an der Universitätsklinik Köln folgten weitere zehn Jahre wissenschaftlicher Tätigkeit in der Immun- und Neurobiologie in Swansea (UK), Bremen und Lübeck. 1995 begann Wiebke Rögener als freie Wissenschaftsjournalistin zu arbeiten. Seither schreibt sie zu Themen aus Naturwissenschaft, Umwelt, Medizin und Forschungspolitik. Ihre Texte erscheinen v. a. in der Süddeutschen Zeitung, bei der sie in den Jahren 1999 und 2000 auch Redakteursstellen im Wissenschaftsressort vertrat. Seit Dezember 2006 ist Wiebke Rögener zudem als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Wissenschaftsjournalismus an der TU Dortmund tätig. 2009 wurde sie mit dem Journalistenpreis des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin ausgezeichnet.

 

 

Uns unterstützten zwei Teams erfahrener Wissenschafts- und Medizinjournalisten als Gutachter. Wir stellen sie auf einer eigenen Seite kurz vor: