Was macht Medien-Doktor Ernährung?

Wir beurteilen die Qualität ernährungs- journalistischer Beiträge in Publikums- medien nach festgelegten Kriterien und geben Tipps für das journalistische Handwerk. So hoffen wir, die Berichterstattung über Nahrungs- und Lebensmittel, Ernährungsformen, Diäten und einzelne Substanzen besser und verständlicher zu machen.

„Wer dieses Lebensmittel täglich isst, erhöht sein Herzinfarkt-Risiko enorm“

Merkur.de berichtet über eine Studie, nach der Weißmehl-Produkte das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen „enorm“ erhöhen können. Der Artikel übertreibt das Risiko leider, nur um Leserinnen und Leser unbedingt in den Artikel zu ziehen.

„Wer dieses Lebensmittel täglich isst, erhöht sein Herzinfarkt-Risiko enorm“

„Corona-Diät: 3 Lebensmittel, die den Krankheitsverlauf mildern sollen“

Forscher untersuchen in Laborexperimenten und Computersimulationen, ob bestimmte Substanzen gegen das neue Coronavirus helfen könnten. InFranken.de suggeriert im gesamten Artikel, dass daher drei bestimmte Lebensmittel helfen könnten, obwohl das gar nicht untersucht wurde.


„Beugt Kaffeetrinken Prostatakrebs vor?“

Ist Kaffee gesund oder ungesund? T-Online berichtet in einem informativen Artikel über eine Übersichtsarbeit, laut der Männer, die täglich viel Kaffee tranken etwas seltener an Prostatakrebs erkrankten als Männer, die kaum Kaffee tranken. Der Text macht aber auch die Unsicherheit des Ergebnisses deutlich.


„Vitamin-D-Mangel im Corona-Winter? Wann ergänzende Präparate helfen – und wann nicht“

Britische Gesundheitsbehörden empfehlen der Bevölkerung, täglich Vitamin D einzunehmen, um einen Mangel auszugleichen, der in Pandemiezeiten entstehen könne. Das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) nimmt die Empfehlung zum Anlass für einem informativen Artikel, der verdeutlicht, dass für deutsche Behörden die Belege für eine solche Empfehlung nicht ausreichen.


„Zimt in der Schwangerschaft: Was du unbedingt beachten solltest“

Zimt ist ein beliebtes Weihnachtsgewürz, könnte aber unter Umständen auch gesundheitliche Probleme bereiten, berichtet gofeminin.de. Der zu Beginn warnende Grundton erweist sich im Laufe des Artikels als etwas zu alarmistisch.