Was macht Medien-Doktor Gesundheit?

Wir beurteilen die Qualität medizin- journalistischer Beiträge in Publikums- medien nach festgelegten Kriterien und geben Tipps für das journalistische Handwerk. So hoffen wir, die Berichterstattung über neue Therapien, Arzneimittel, Tests und Behandlungsarten besser und verständlicher zu machen.

„Durchbruch für Mukoviszidose-Patienten – doch Mängel im System“

Mukoviszidose gilt als die häufigste Erbkrankheit in Deutschland. Nun ist in den USA ein Medikament zugelassen worden, das vielleicht 90 Prozent der Patienten helfen könnte. Nächsten Sommer soll es auch hierzulande auf den Markt kommen. Grund genug, um über die Erkrankung und die Therapie zu berichten, zumal der aktuelle Beitrag im Tagesspiegel sich nicht allein auf die neue Behandlung beschränkt, sondern deutlich macht, dass viel mehr nötig ist, um diese Patienten gut zu versorgen.

„Durchbruch für Mukoviszidose-Patienten – doch Mängel im System“

„Die Charité: Neue Hilfe gegen Grünen Star“

Ein Beitrag im Inforadio des RBB berichtet über ein Therapieverfahren gegen den Grünen Star (Glaukom). Allerdings erfahren die Hörer lediglich, wie der Eingriff bei einer einzigen Person abläuft. Doch wird weder der Nutzen der Operation in konkreten Zahlenangaben beschrieben, noch werden mögliche Risiken des Verfahrens thematisiert. Auch über vorhandene wissenschaftliche Studien erfahren die Zuhörer nichts, und außer der behandelnden Ärztin kommt kein weiterer Experte zu Wort.


„Mimik des Arztes beeinflusst Schmerzempfinden von Patienten“

Es klingt ein wenig nach Magie – oder nach Hokuspokus: Eine Salbe lindert Schmerzen, selbst wenn sie gar keinen Wirkstoff enthält. Entscheidend dafür soll sein, dass die behandelnden Ärzte von der Wirkung des Präparats überzeugt sind. In einem Beitrag der Deutschen Presseagentur (dpa), wie ihn die Berliner Morgenpost aufgegriffen hat, wird über eine aktuell publizierte Studie berichtet, in der genau dieser Effekt beobachtet wurde. Leider ordnet der journalistische Artikel die Aussagen der Studienautoren jedoch nicht ein und versäumt es auch, dieses eigentlich lebensnahe Thema anschaulich und unterhaltsam aufzubereiten.


„Schutz gegen Kurzsichtigkeit“

Ein Gift der Tollkirsche soll es richten: Atropin-Tropfen sollen das Fortschreiten von Kurzsichtigkeit ausbremsen – angesichts der stark ansteigenden Anzahl kurzsichtiger Kinder wäre das eine hoffnungsvolle Aussicht. Auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Ophthalmologie haben Augenärzte den neuesten Stand dieses Forschungsansatzes vorgestellt, wie ein Beitrag des Deutschlandfunks auf weitgehend verständliche Art und Weise berichtet.


„Rotes Fleisch und Würste sind laut Forschern doch nicht so ungesund“

Seit Jahren warnen Mediziner vor dem Konsum von rotem Fleisch. Bratwurst, Schweinebraten, Rindsroulade waren als gesundheitsschädlich verfemt. Doch nun behaupten Forscher eines internationalen Konsortiums, dass alles anders sei: Man könne jenes Fleisch getrost essen, relevante gesundheitliche Nachteile seien nicht zu erwarten. Wie diese überraschende Schlussfolgerung zustande kommt, erklärt ein Artikel der Neuen Zürcher Zeitung auf sehr fundierte Art und Weise.