Wer sind wir?

Was macht Medien-Doktor PR-Watch?‎

Eine Kurzübersicht über alle Medien-Doktor Projekte finden Sie im aktuellen Flyer, den Sie hier als pdf herunterladen können: Medien-Doktor Flyer (Stand 2014)

„Was ist eigentlich eine gute Wissenschaftspressemitteilung?“ lautet die zentrale Frage des Medien-Doktor PR-Watch: Wie sehr orientiert sich gute Wissenschafts-PR an den Maßstäben für gute Wissenschaft selbst, wie sehr folgt sie den Qualitätskriterien für guten (Wissenschafts-)Journalismus? Ist sie ein Makler für zuverlässige Informationen aus der Wissenschaft oder ist auch Wissenschafts-PR vor allem PR – und es ist alles erlaubt, was der Marketing-Werkzeugkasten einer Unternehmenskommunikation hergibt?

Gute Antworten auf diese Fragen gibt es bisher kaum – und das obwohl Einrichtungen wie der Informationsdienst Wissenschaft (idw) bereits einen Preis für die besten Wissenschafts-Pressemitteilungen eines Jahres verleihen. Fest steht aber: Gute Pressemitteilungen aus der Wissenschaft scheinen auch die Wahrscheinlichkeit für eine korrekte Berichterstattung zu erhöhen. Und je stärker sich die Wissenschafts-PR auch direkt an den Endnutzer wendet, desto näher liegt es, sie verstärkt an wissenschaftsjournalistischen Qualitätskriterien zu messen. Genau dies tut das Projekt Medien-Doktor PR-Watch.

Als Experiment wird die Medien-Doktor-Redaktion in den nächsten Monaten immer wieder aktuelle Pressemitteilungen für die Bereiche „Medizin“ und „Umwelt“ aus dem idw auswählen, auf ihre Qualität hin untersuchen und die Begutachtung online stellen. Dabei wenden wir versuchsweise jeweils jene Kriterien an, wie sie in den Teil-Projekten des Medien-Doktor UMWELT und MEDIZIN erprobt sind. Ziel ist es, eine neue Qualitätsdebatte über die Rolle der Wissenschafts-PR in Deutschland zu anzustoßen. Das (mangels einer eigenen Finanzierung) kleinere Teilprojekt Medien-Doktor PR-Watch ergänzt damit auch die übrigen Ziele des Gesamtprojekts medien-doktor.de (siehe dazu unten).

 

Was ist das Projekt Medien-Doktor?

Der Medien-Doktor ist ein Angebot von Journalisten für Journalisten, angesiedelt am Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus der Technischen Universität Dortmund. Mit Hilfe eines Gutachterpools aus Journalisten beurteilen wir mehrmals pro Woche medizin- und umweltjournalistische Beiträge in Print-, TV-, Hörfunk- und Online-Medien nach definierten Kriterien. Die Ergebnisse der journalistischen Gutachten präsentieren wir auf dieser Webseite. medien-doktor.de ist seit November 2010 online (gestartet mit Medien-Doktor MEDIZIN, seit Mai 2013 ergänzt durch Medien-Doktor UMWELT) und wird seitdem laufend erweitert und verbessert. Eine Übersicht aller bisherigen medizinjournalistischen Bewertungen finden Sie hier, die Gutachten zu umweltjournalistischen Beiträge an dieser Stelle.

Die Gutachter des Medien-Doktors sind allesamt erfahrene Wissenschafts- und Medizinjournalisten. Sie folgen beim Medien-Doktor MEDIZIN einem Kriterienkatalog, den schon internationale Vorläuferprojekte anwenden. Gemeinsam ist diesen medizinjournalistischen Kriterien die starke Orientierung an dem, was Leser, Zuhörer und Zuschauer an Informationen benötigen, um sich ein vollständiges Bild über eine medizinische Therapie, eine Behandlungsart, ein medizinisches Produkt oder einen diagnostischen Test u. Ä. zu machen.

Diese international erprobten medizinjournalistischen Kriterien ergänzt der deutsche Medien-Doktor durch allgemeinjournalistische Kriterien. Diese berücksichtigen stärker den redaktionellen Alltag von Journalisten und die Faktoren, die ihre Entscheidung beeinflussen, ob ein Beitrag ins Blatt kommt oder über den Sender geht. Auch Erkenntnisse aus der allgemeinen Journalismusforschung fließen hier ein.

Für den Medien Doktor UMWELT wurden angelehnt an die Kriterien der medizinjournalistischen Bewertung systematische Kriterien zur Bewertung umweltjournalistischer Beiträge entwickelt und auf ihre Anwendbarkeit geprüft. Der Medien-Doktor UMWELT ergänzt diese fachjournalistischen Kriterien durch die im Medien-Doktor MEDIZIN bewährten allgemeinjournalistischen Kriterien.

Information about Medien-Doktor in English

You will find information in English about our Medien-Doktor project on this page.

 

Was sind die Ziele des Medien-Doktors?

Der Medien-Doktor möchte helfen, ein Bewusstsein bei Journalisten, Redaktionen und auch bei Mediennutzern für bestimmte Standards in der Berichterstattung über medizinische und umweltjournalistische Themen zu schaffen. Damit hoffen wir, die Qualität journalistischer Beiträge zu verbessern.

Dabei geht es keineswegs darum, Medien oder gar einzelne Journalisten an den Pranger zu stellen. Vielmehr möchten wir gerade journalistischen Positivbeispielen mehr Aufmerksamkeit verschaffen und zugleich auf Problemstellen in der Medizin- und Umweltberichterstattung aufmerksam machen, bei denen noch Verbesserungsbedarf besteht. Selbstverständlich ist uns hier bewusst, dass die Arbeitsbedingungen von Journalisten in den begutachteten Medien zum Teil sehr unterschiedlich sind und auch die Qualitätsmaßstäbe im Detail variieren können. Dennoch sind wir überzeugt, dass die auf medien-doktor.de diskutierten Kriterien gut geeignet sind, um allen Journalisten eine Orientierung für die eigene Arbeit in der Medizin- und Umweltberichterstattung zu geben.

Die Erkenntnisse aus dem Monitoring werden am Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus der Technischen Universität Dortmund systematisch ausgewertet. So können die Ergebnisse nicht nur in die journalistische Qualitätsforschung einfließen, sondern auch gezielt in die journalistische Ausbildung und in Weiterbildungsprojekte.

 

Wie wird das Medien-Doktor-Projekt finanziert?

Der Medien-Doktor wurde vor allem mit Mitteln der Initiative Wissenschaftsjournalismus initiiert, und wird inzwischen vom Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus am Institut für Journalistik der Technischen Universität Dortmund und der Caspar Ludwig Opländer Stiftung finanziert. Ferner wird das Projekt von der Wissenschafts-Pressekonferenz und dem Verband der Deutschen Medizinjournalisten unterstützt. Für die Zeit von Ende 2013 an sucht medien-doktor.de weitere Partner, die das Projekt ideell und finanziell unterstützen möchten (Kontakt für Interessenten: marcus.anhaeuser@tu-dortmund.de und holger.wormer@tu-dortmund.de).

Ein wichtiges Ziel des Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus ist die enge Verknüpfung von Journalismusforschung und Lehre mit der Realität in den Redaktionen der Massenmedien. Damit soll auch die offensichtliche Kluft zwischen Journalismustheorien und journalistischer Praxis überwunden werden. Fragen der Qualität im Wissenschafts- und Medizinjournalismus, der Recherche und Vermittlung sowie der journalistischen Ethik stehen dabei im Mittelpunkt.

Die Caspar Ludwig Opländer Stiftung ist eine Dortmunder Familienstiftung. Die im Januar 2011 anerkannte Stiftung hält mehrheitlich die Anteile an der WILO SE einem international tätigen Pumpen- und Pumpensystemhersteller mit Hauptsitz in Dortmund. Die Stiftung fördert weltweit Projekte in den Bereichen Wissenschaft, Bildung, Kultur und Sport. Im Förderbereich Wissenschaft werden u.a. die Themenfelder Energie- und Ressourcenschonung sowie die Nachwuchsförderung unterstützt. Denn Klimawandel und Umweltbelastung zählen zu den drängenden globalen Herausforderungen und werden zunehmend stärker in den Medien thematisiert. Die Caspar Ludwig Opländer Stiftung unterstützt den „Medien-Doktor“ bei seiner Bewertung medizinjournalistischer Beiträge und die Einrichtung der Online-Plattform „Medien-Doktor UMWELT“, um die Qualität der Berichterstattung zu umweltwissenschaftlichen Themen und das Verständnis hierfür zu fördern.

 

Woher stammt die Idee eines Medien-Doktors?

Der Anlass für die Entwicklung eines „Medien-Doktors“ für Deutschland war die Beobachtung großer Unterschiede in der Berichterstattung über Medizin- und Umweltthemen in Deutschland. Während auf der einen Seite hervorragend recherchierte Beiträge stehen, scheint andernorts zum Beispiel im Medizinjournalismus oft jedes Bewusstsein dafür zu fehlen, welche irreführenden oder sogar Patienten gefährdenden medizinischen Botschaften mitunter berichtet werden. Über medien-doktor.de sollen nun Maßstäbe für Qualität insbesondere im Patienten- und Rezipientenorientierten Medizin- und Umweltjournalismus transparent gemacht und zur Diskussion gestellt werden. Die Ansiedlung an der Dortmunder Universität garantiert dabei eine größtmögliche Unabhängigkeit für die Bewertung von Beiträgen und ermöglicht eine wissenschaftliche Auswertung der Ergebnisse.

Die ursprüngliche Idee eines systematischen Monitoringprojektes im Stile des Medien-Doktor wurde von australischen Medizinern um David Henry für Medizinjournalismus entwickelt, die im Jahr 2004 den australischen Media Doctor Australia gründeten. Dem australischen Vorbild folgten später medizinjournalistische Projekte in Kanada (Media Doctor Canada), den USA (HealthNewsReview) und Hongkong (Media Doctor Hong Kong). Bei der Entwicklung des deutschen medizinjournalistischen Projektes haben uns Gary Schwitzer und sein Team von HealthNewsReview USA geholfen, bei denen wir uns herzlich bedanken.

Die Vorläufer-Projekte im Ausland inspirierten unabhängig voneinander verschiedene deutsche Medizinjournalisten (darunter Christian Weymayr, Volker Stollorz und Klaus Koch) zu einem Medien-Monitoring der Medizinberichterstattung. Diese Überlegungen liefen am Dortmunder Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus schließlich zum Projekt Medien-Doktor (MEDIZIN) zusammen. Die genannten Kollegen unterstützen uns nun zusammen mit zahlreichen weiteren Medizin- und Wissenschaftsjournalisten als Gutachter und Berater.

Der Medien-Doktor UMWELT ist der – unseres Wissens weltweit erstmalige – Versuch, das Prinzip der Bewertung journalistischer Beiträge nach einem festgelegten Kriterienkatalog, auf den Umweltjournalismus zu übertragen.

 

Welche Personen sind am Medien-Doktor beteiligt?

Prof. Holger Wormer

Professor für Wissenschaftsjournalismus, Institut für Journalistik, TU Dortmund

Prof. Holger Wormer

Holger Wormer ist seit 2004 Inhaber des Lehrstuhls Wissenschaftsjournalismus an der Technischen Universität Dortmund und dort der verantwortliche Projektleiter für medien-doktor.de. Von 1996 bis 2004 war er Wissenschaftsredakteur bei der Süddeutschen Zeitung mit den Schwerpunkten Medizin, Gentechnik sowie Qualität, Ethik und Fälschung in der Forschung. Von 1986 an war er als Freier Journalist für verschiedene Medien tätig, darunter die dpa, das P.M. Magazin, die Rheinische Post und den WDR, wo er seit 2007 eine feste Rubrik hat. Für seine journalistische Arbeit wurde er mit zwei Journalistenpreisen ausgezeichnet. Er studierte Chemie mit Philosophie im Nebenfach in Heidelberg, Ulm und Lyon. Prof. Wormer ist u. a. Mitglied der Jury für den Communicator-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft und Autor mehrerer Bücher (zuletzt: Endlich Mitwisser!, KiWi-Verlag, Frühjahr 2011).

Marcus Anhäuser

Leitender Redakteur des Medien-Doktor

Marcus Anhäuser studierte Biologie in Bonn. Er arbeitet seit mehr als zehn Jahren als Wissenschafts- und Medizinjournalist. Als freier Autor hat er v. a. für überregionale Medien geschrieben (z. B. Süddeutsche Zeitung, Spiegel Online, National Geographic u. a.). Er war Redakteur bei Gesundheitsplattformen wie Gesundheitsscout24 und Surfmed.de und betreute die Wissenschaftsseite des Handelsblatt. Der Diplombiologe ist einer der Autoren des Lexikon der Biologie, Spektrum Verlag, und war Korrespondent für das englische LifeScience-Magazin BioMedNet des Elsevier-Verlags. Seit 2005 betreibt er den Blog plazeboalarm.de. Zu den Schwerpunkten seiner medizinjournalistischen Arbeit zählt die kritische Berichterstattung über Wissenschaft in Werbung und Marketing für Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel.

Dr. Wiebke Rögener

Leitende Redakteurin  Medien-Doktor-UMWELT

Leitende Redakteurin Medien-Doktor Umwelt

Dr. Wiebke Rögener-Schwarz studierte an der Universität Hamburg Biologie mit dem Hauptfach Zoologie. Auf die Doktorarbeit an der Universitätsklinik Köln folgten weitere zehn Jahre wissenschaftlicher Tätigkeit in der Immun- und Neurobiologie in Swansea (UK), Bremen und Lübeck. 1995 begann Wiebke Rögener als freie Wissenschaftsjournalistin zu arbeiten. Seither schreibt sie zu Themen aus Naturwissenschaft, Umwelt, Medizin und Forschungspolitik. Ihre Texte erscheinen v. a. in der Süddeutschen Zeitung, bei der sie in den Jahren 1999 und 2000 auch Redakteursstellen im Wissenschaftsressort vertrat. Seit Dezember 2006 ist Wiebke Rögener zudem als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Wissenschaftsjournalismus an der TU Dortmund tätig. 2009 wurde sie mit dem Journalistenpreis des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin ausgezeichnet.

 

Ehemalige Mitarbeiter des Medien-Doktor-Projekts

Dr. Franco Zotta

Projektleiter Wissenswerte (aktuelle Position)

Franco Zotta war bis Juni 2012 einer der Projektleiter des Medien-Doktor. Er leitete von Januar 2008 bis Juni 2012 mit Holger Hettwer die „Initiative Wissenschaftsjournalismus“ an der TU Dortmund, von 2002 bis 2007 gemeinsam mit Holger Hettwer das „Qualifizierungsprogramm Wissenschaftsjournalismus“ bei der Bertelsmann Stiftung. Nach der Promotion im Fach Philosophie an der Universität Münster volontierte er in der Kulturredaktion der tageszeitung (taz) in Bremen, für die er anschließend auch als Redakteur tätig war. Seit 2001 arbeitet er für die Bertelsmann Stiftung und schreibt ab und an noch als freier Autor für Zeitungen (FR, ZEIT, taz) und Zeitschriften (Widerspruch).

Holger Hettwer M.A.

Projektleiter Wissenswerte (aktuelle Position)

Holger Hettwer war bis Juni 2012 einer der Projektleiter des Medien-Doktor. Er leitete von Januar 2008 bis Juni 2012 mit Franco Zotta die „Initiative Wissenschaftsjournalismus“ an der TU Dortmund, von 2002 bis 2007 gemeinsam mit Franco Zotta das „Qualifizierungsprogramm Wissenschaftsjournalismus“ bei der Bertelsmann Stiftung. Nach dem Studium der Germanistik, Publizistik und Politologie in Münster absolvierte er ein Volontariat bei Hellweg Radio in Soest, arbeitete als Radio-Redakteur und als freier Mitarbeiter für eine TV-Produktionsfirma und das WDR-Fernsehen; anschließend war er als Texter/Konzeptionierer bei einer Marketingagentur tätig. Im Januar 2001 wechselte Holger Hettwer zur Bertelsmann Stiftung.

 

 Uns unterstützten zwei Teams erfahrener Wissenschafts- und Medizinjournalisten als Gutachter. Wir stellen sie auf einer eigenen Seite kurz vor: