Wer sind wir?

Was ist das Projekt Medien-Doktor?

Eine Kurzübersicht über alle Medien-Doktor Projekte finden Sie im aktuellen Flyer, den Sie hier als pdf herunterladen können: Medien-Doktor Flyer (Stand 2014)

Der Medien-Doktor ist ein Angebot von Journalisten für Journalisten, angesiedelt am Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus der Technischen Universität Dortmund. Mit Hilfe eines Gutachterpools aus Journalisten beurteilen wir mehrmals pro Woche medizinjournalistische Beiträge in Print-,TV-, Hörfunk- und Online-Medien nach definierten Kriterien. Die Ergebnisse der journalistischen Gutachten präsentieren wir auf dieser Webseite. medien-doktor.de ist seit November 2010 online und wird seitdem laufend erweitert und verbessert. Eine Übersicht aller bisherigen Bewertungen finden Sie hier.

Die Gutachter des Medien-Doktors, allesamt erfahrene Wissenschafts- und Medizinjournalisten, folgen einem Kriterienkatalog, den schon internationale Vorläuferprojekte anwenden. Gemeinsam ist diesen medizinjournalistischen Kriterien die starke Orientierung an dem, was Leser, Zuhörer und Zuschauer an Informationen benötigen, um sich ein vollständiges Bild über eine medizinische Therapie, eine Behandlungsart, ein medizinisches Produkt oder einen diagnostischen Test u. Ä. zu machen.

Diese international erprobten medizinjournalistischen Kriterien ergänzt der deutsche Medien-Doktor durch allgemeinjournalistische Kriterien. Diese berücksichtigen stärker den redaktionellen Alltag von Journalisten und die Faktoren, die ihre Entscheidung beeinflussen, ob ein Beitrag ins Blatt kommt oder über den Sender geht. Auch Erkenntnisse aus der allgemeinen Journalismusforschung fließen hier ein.

Medien-Doktor Flyer Aug. 2011 (1618)

 

Information about Medien-Doktor in English

You will find information in English about our Medien-Doktor project on this page. Download an English translation of our information flyer right here to know more about our project:
Medien-Doktor Flyer engl. (1528)

 

Was sind die Ziele des Medien-Doktors?

Der Medien-Doktor möchte helfen, ein Bewusstsein bei Journalisten, Redaktionen und auch bei Mediennutzern für bestimmte Standards in der Berichterstattung über medizinische Themen zu schaffen. Damit hoffen wir, die Qualität journalistischer Beiträge zu verbessern, wobei der Fokus auf Themen liegt, die auch für Patienten und ihre Angehörigen besondere Bedeutung haben.

Dabei geht es keineswegs darum, Medien oder gar einzelne Journalisten an den Pranger zu stellen. Vielmehr möchten wir gerade medizinjournalistischen Positivbeispielen mehr Aufmerksamkeit verschaffen und zugleich auf Problemstellen in der Medizinberichterstattung aufmerksam machen, bei denen noch Verbesserungsbedarf besteht. Selbstverständlich ist uns hier bewusst, dass die Arbeitsbedingungen von Journalisten in den begutachteten Medien zum Teil sehr unterschiedlich sind und auch die Qualitätsmaßstäbe im Detail variieren können. Dennoch sind wir überzeugt, dass die auf medien-doktor.de diskutierten Kriterien gut geeignet sind, um allen Journalisten eine Orientierung für die eigene Arbeit in der Medizinberichterstattung zu geben.

Die Erkenntnisse aus dem Monitoring werden am Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus der Technischen Universität Dortmund systematisch ausgewertet. So können die Ergebnisse nicht nur in die journalistische Qualitätsforschung einfließen, sondern auch gezielt in die journalistische Ausbildung und in Weiterbildungsprojekte.

 

Wie wird das Medien-Doktor-Projekt finanziert?

Der Medien-Doktor wurde vor allem mit Mitteln der Initiative Wissenschaftsjournalismus initiiert, und wird inzwischen vom Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus am Institut für Journalistik der Technischen Universität Dortmund und der Caspar Ludwig Opländer Stiftung finanziert. Ferner wird das Projekt von der Wissenschafts-Pressekonferenz und dem Verband der Deutschen Medizinjournalisten unterstützt. Interessenten, die das Projekt ideell und finanziell unterstützen möchten, wenden sich bitte an: marcus.anhaeuser@tu-dortmund.de und holger.wormer@tu-dortmund.de.

Ein wichtiges Ziel des Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus ist die enge Verknüpfung von Journalismusforschung und Lehre mit der Realität in den Redaktionen der Massenmedien. Damit soll auch die offensichtliche Kluft zwischen Journalismustheorien und journalistischer Praxis überwunden werden. Fragen der Qualität im Wissenschafts- und Medizinjournalismus, der Recherche und Vermittlung sowie der journalistischen Ethik stehen dabei im Mittelpunkt.

Die Caspar Ludwig Opländer Stiftung ist eine Dortmunder Familienstiftung. Die im Januar 2011 anerkannte Stiftung hält mehrheitlich die Anteile an der WILO SE einem international tätigen Pumpen- und Pumpensystemhersteller mit Hauptsitz in Dortmund. Die Stiftung fördert weltweit Projekte in den Bereichen Wissenschaft, Bildung, Kultur und Sport. Im Förderbereich Wissenschaft werden u.a. die Themenfelder Energie- und Ressourcenschonung sowie die Nachwuchsförderung unterstützt. Denn Klimawandel und Umweltbelastung zählen zu den drängenden globalen Herausforderungen und werden zunehmend stärker in den Medien thematisiert. Die Caspar Ludwig Opländer Stiftung unterstützt den „Medien-Doktor“ bei seiner Bewertung medizinjournalistischer Beiträge und die Einrichtung der Online-Plattform „Medien-Doktor UMWELT“, um die Qualität der Berichterstattung zu umweltwissenschaftlichen Themen und das Verständnis hierfür zu fördern.

Seit November 2013 wird der Medien-Doktor Medizin und sein Forschungsprojekt Inka maßgeblich vom Bundesministerium für Forschung und Bildung (BMBF) finanziert.

 

Woher stammt die Idee eines Medien-Doktors?

Der Anlass für die Entwicklung eines „Medien-Doktors“ für Deutschland war die Beobachtung großer Unterschiede in der Berichterstattung über Medizinthemen in Deutschland. Während auf der einen Seite hervorragend recherchierte Beiträge stehen, scheint andernorts oft jedes Bewusstsein dafür zu fehlen, welche irreführenden oder sogar Patienten gefährdenden medizinischen Botschaften mitunter berichtet werden. Über medien-doktor.de sollen nun Maßstäbe für Qualität insbesondere im Patienten-orientierten Medizinjournalismus transparent gemacht und zur Diskussion gestellt werden. Die Ansiedlung an der Dortmunder Universität garantiert dabei eine größtmögliche Unabhängigkeit für die Bewertung von Beiträgen und ermöglicht eine wissenschaftliche Auswertung der Ergebnisse.

Die ursprüngliche Idee eines systematischen Monitoringprojektes im Stile des Medien-Doktor wurde von australischen Medizinern um David Henry entwickelt, die im Jahr 2004 den australischen Media Doctor Australia gründeten. Dem australischen Vorbild folgten später Projekte in Kanada (Media Doctor Canada), den USA (HealthNewsReview) und Hongkong (Media Doctor Hong Kong). Bei der Entwicklung des deutschen Projektes haben uns Gary Schwitzer und sein Team von HealthNewsReview USA geholfen, bei denen wir uns herzlich bedanken.

Die Vorläufer-Projekte im Ausland inspirierten unabhängig voneinander verschiedene deutsche Medizinjournalisten (darunter Christian Weymayr, Volker Stollorz und Klaus Koch) zu einem Medien-Monitoring der Medizinberichterstattung. Diese Überlegungen liefen am Dortmunder Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus schließlich zum Projekt Medien-Doktor zusammen. Die genannten Kollegen unterstützen uns nun zusammen mit zahlreichen weiteren Medizin- und Wissenschaftsjournalisten als Gutachter und Berater.

 

Welche Personen sind am Medien-Doktor beteiligt?

Prof. Holger Wormer

Professor für Wissenschaftsjournalismus, Institut für Journalistik, TU Dortmund

wormer

Holger Wormer ist seit 2004 Inhaber des Lehrstuhls Wissenschaftsjournalismus an der Technischen Universität Dortmund und dort der verantwortliche Projektleiter für medien-doktor.de. Von 1996 bis 2004 war er Wissenschaftsredakteur bei der Süddeutschen Zeitung mit den Schwerpunkten Medizin, Gentechnik sowie Qualität, Ethik und Fälschung in der Forschung. Von 1986 an war er als Freier Journalist für verschiedene Medien tätig, darunter die dpa, das P.M. Magazin, die Rheinische Post und den WDR. Für seine journalistische Arbeit wurde er mit zwei Journalistenpreisen ausgezeichnet. Er studierte Chemie mit Philosophie im Nebenfach in Heidelberg, Ulm und Lyon. Prof. Wormer ist u. a. Mitglied der Jury für den Communicator-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft und Autor mehrerer Bücher (zuletzt: Endlich Mitwisser!, KiWi-Verlag, Frühjahr 2011).

Marcus Anhäuser

Leitender Redakteur des Medien-Doktor

Marcus Anhäuser

Marcus Anhäuser studierte Biologie in Bonn. Er arbeitet seit mehr als zehn Jahren als Wissenschafts- und Medizinjournalist. Als freier Autor hat er v. a. für überregionale Medien geschrieben (z. B. Süddeutsche Zeitung, Spiegel Online, National Geographic u. a.). Er war Redakteur bei Gesundheitsplattformen wie Gesundheitsscout24 und Surfmed.de und betreute die Wissenschaftsseite des Handelsblatt. Der Diplombiologe ist einer der Autoren des Lexikon der Biologie, Spektrum Verlag, und war Korrespondent für das englische LifeScience-Magazin BioMedNet des Elsevier-Verlags. Seit 2005 betreibt er den Blog plazeboalarm.de. Zu den Schwerpunkten seiner medizinjournalistischen Arbeit zählt die kritische Berichterstattung über Wissenschaft in Werbung und Marketing für Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel.

 

Ehemalige Mitarbeiter des Medien-Doktor-Projekts

Dr. Franco Zotta

Projektleiter Wissenswerte (aktuelle Position)

Franco Zotta war bis Juni 2012 einer der Projektleiter des Medien-Doktor. Er leitete von Januar 2008 bis Juni 2012 mit Holger Hettwer die „Initiative Wissenschaftsjournalismus“ an der TU Dortmund, von 2002 bis 2007 gemeinsam mit Holger Hettwer das „Qualifizierungsprogramm Wissenschaftsjournalismus“ bei der Bertelsmann Stiftung. Nach der Promotion im Fach Philosophie an der Universität Münster volontierte er in der Kulturredaktion der tageszeitung (taz) in Bremen, für die er anschließend auch als Redakteur tätig war. Seit 2001 arbeitet er für die Bertelsmann Stiftung und schreibt ab und an noch als freier Autor für Zeitungen (FR, ZEIT, taz) und Zeitschriften (Widerspruch).

Holger Hettwer M.A.

Projektleiter Wissenswerte (aktuelle Position)

Holger Hettwer

Holger Hettwer war bis Juni 2012 einer der Projektleiter des Medien-Doktor. Er leitete von Januar 2008 bis Juni 2012 mit Franco Zotta die „Initiative Wissenschaftsjournalismus“ an der TU Dortmund, von 2002 bis 2007 gemeinsam mit Franco Zotta das „Qualifizierungsprogramm Wissenschaftsjournalismus“ bei der Bertelsmann Stiftung. Nach dem Studium der Germanistik, Publizistik und Politologie in Münster absolvierte er ein Volontariat bei Hellweg Radio in Soest, arbeitete als Radio-Redakteur und als freier Mitarbeiter für eine TV-Produktionsfirma und das WDR-Fernsehen; anschließend war er als Texter/Konzeptionierer bei einer Marketingagentur tätig. Im Januar 2001 wechselte Holger Hettwer zur Bertelsmann Stiftung.

 

Uns unterstützt ein Team erfahrener Wissenschafts- und Medizinjournalisten als Gutachter. Wir stellen sie auf einer eigenen Seite kurz vor.