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Analysierte Pressemitteilung:

„TU Berlin: Kohlendioxid

als Rohstoff nutzen“

 

Quelle: Technische Universität Berlin (06.11.2017)

Erkenntnisse der Inhaltsanalyse:

In der Pressemitteilung wird ein Katalysator beschrieben, der unter anderem aus Stickstoff und einem Metall besteht. Er könne Kohlendioxid (CO2) binden und über mehrere Schritte zu Kohlenmonoxid reduzieren. Dabei sei die Wahl des Metalls entscheidend. Mehr als die Hälfte der Kriterien wurde als „bestmöglich erfüllt“ codiert. Die Inhaltsanalyse zeigt keine systematischen Fehler auf, weist aber an verschiedenen Stellen auf Verbesserungspotenzial hin.

Qualitätsdimension RELEVANZ

Die Pressemitteilung wurde 21 Tage nach der Veröffentlichung des zugrundeliegenden Fachartikels veröffentlicht. Im Vorspann und im ersten Absatz wird zwar erwähnt, wer was herausgefunden hat, vollständig sind die Informationen zu Beginn aber nicht, ergab die Inhaltsanalyse, denn Informationen zum zeitlichen Anlass und dem Publikationsort (dem Fachmagazin) wurden als „nicht erfüllt“ codiert. Auch fehlen in der Pressemitteilung Aussagen zur zeitlichen Reichweite der Ergebnisse (zum Beispiel: Wie lange wurde daran geforscht? Wie lange dauert eine mögliche Markteinführung, bzw. wie lange wird in der am Ende des Textes erwähnten Anlage getestet?).

Qualitätsdimension SACHGERECHTIGKEIT

Die Inhaltsanalyse ergab für die Qualitätsdimension Sachgerechtigkeit, dass fast alle Informationen mit den Angaben im wissenschaftlichen Fachartikel übereinstimmen. Das Kriterium Genauigkeit wurde aber nur als „teilweise erfüllt“ codiert, da quantitative Angaben teilweise ungenau sind (z.B. „kostenintensiv“, oder „deutlich stärker gebunden“, „effektiver und selektiver … herstellt, als …“).

Qualitätsdimension TRANSPARENZ

4 von 9 anwendbaren Kriterien wurden als „bestmöglich erfüllt“ codiert. Kontaktdaten der Pressestelle sind nicht angegeben. Die Pressemitteilung erwähnt ansatzweise, wie das Projekt finanziert wurde, und wer beteiligt war. Außerdem wird die Aussagekraft des Forschungsergebnisses teilweise eingeschränkt.

Qualitätsdimension VERMITTLUNG

Da in der Pressemitteilung einige relevante Fachausdrücke wie „Biokatalyse“ oder „Elektrolyse“ nicht erklärt sind, wurde die Sprache als nicht verständlich bewertet. Der Vorspann wird in der Pressemitteilung auf der idw-Seite doppelt angezeigt, daher wird der Text nach den Messvorgaben als schlecht gegliedert/geordnet codiert.

Qualitätsdimension VIELFALT

In der Pressemitteilung kommt ein Experte der eigenen Einrichtung zu Wort. Weitere Quellen außerhalb der eigenen Einrichtung oder über Kooperationspartner hinaus, werden im Text nicht angeführt.

*Wir erfassen und bewerten diese Qualitätsdimension hier vor dem Hintergrund, dass deren Anwendbarkeit innerhalb der Wissenschafts-PR noch nicht abschließend diskutiert ist.


Fazit

32 von 35 Kriterien sind anwendbar (durchgestrichenen sind die nicht anwendbaren); von den 32 anwendbaren Kriterien sind 18 (56 Prozent) bestmöglich erfüllt.

 

Inhaltsanalysen und mehr

Die gleichen Pressemitteilungen, die wir im Forschungsprojekt „Inhaltsanalysen“ untersuchen, werden von professionellen Journalisten anhand der Medien-Doktor Kriterien begutachtet. Diese Gutachten finden sich im „Medien-Doktor PR-Watch“.

 

Auch in unserem Citizen Science Projekt „Medien-Doktor Citizen“ beschäftigen wir uns mit Pressemitteilungen zu Umweltthemen – hier aus Sicht journalistischer Laien.

Legende

GrünKriterium erfüllt
GelbKriterium teilweise erfüllt
RotKriterium nicht erfüllt
WeißKriterium nicht anwendbar