MEDIATE Blog

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NIPT: Vorsicht mit der „Meldung“, zu kurz und oft falsch

Von Sarah Wippermann Wer? Was? Wann? Woher? Wo? Wie? Warum? Schnell alles beantworten, einige W-Fragen in einem pfiffigen Küchenzuruf zusammenfassen und fertig ist die druckreife Meldung … oder? Gerade wenn es um die Berichterstattung über medizinisch-diagnostische Tests geht, kommt das beliebte Nachrichten-Format an seine Grenzen. Eine Meldung zu verfassen, ist einfach und kostet wenig Zeit. Kurznachrichten brauchen wenig Platz und halten den Leser mit den Kerninformationen auf dem Laufenden. Sie sind gängiger Bestandteil der klassischen Ressorts, aber auch im „verspäteten Ressort“ – dem Wissenschaftsjournalismus. Zum Problem wird das immer dann, wenn man keine Vorkenntnisse über ein bestimmtes Thema voraussetzen kann…


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Krank, gesund, behindert – Wortklauberei?

Von Katja Sterzik Warum eine differenzierte und genaue Wortwahl in der Berichterstattung über Pränataldiagnostik besonders wichtig ist. „Ist mein Kind gesund?“, „Bluttest erkennt Gendefekt“. Schlagzeilen wie diese gibt es seit vielen Jahren in den Medien, wenn es um Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft geht. Die Debatte über diese Tests wird dabei auf vielen Ebenen geführt. Bei den ethischen Fragen scheint es jedoch einen besonderen Diskussionsbedarf zu geben. Gerade den Medien kann in dieser öffentlichen Diskussion eine besondere Rolle zugeschrieben werden, denn sie prägen die Verwendung und Bedeutung von Zuschreibungen wie gesund, krank oder behindert, die auf den ersten Blick so eindeutig…


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 „Gesunde Kranke“ – vom gesellschaftlichen Umgang mit prädiktiven Gesundheitsinformationen

Von Sarah Sievert Prädiktive Diagnostik erlebt rasante Fortschritte; im Gesundheitsbereich ermöglicht sie völlig neue Formen der Prävention. Das Wissen um ihre medizinische Zukunft stellt Testpositive jedoch auch vor eine Reihe sozialer und gesellschaftlicher Herausforderungen – die durchaus Potenzial für öffentliche Debatten enthalten. Kommt ein neuer Test auf den Markt, berichten Medien in der Regel zunächst über die medizinischen Chancen und Risiken des Verfahrens. Was kann der Test, wie genau ist er und wie groß ist die psychische Belastung bei einem positiven Testergebnis? Was häufig nicht angesprochen wird, sind die gesellschaftlichen Implikationen, die mit der zunehmenden prädiktiven (vor allem genetischen) Diagnostik…


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Wissen oder Nichtwissen, das ist hier die Frage

Von Veronika Fritz Stellen Sie sich vor, auf dem Tisch vor Ihnen läge ein Wunschzettel. Ein Wunschzettel des Wissens. Sie könnten sich wünschen, zu welchem Gesundheitsaspekt ihres Lebens, sie alles erfahren würden, was sie wollten. Ob Sie zum Beispiel eines Tages Alzheimer bekämen, wann sie an Krebs erkrankten oder ob sie an einem Herzinfarkt versterben würden. In einer Welt, in der wir am liebsten alles planen und vorhersagen wollen, klingt das verlockend. Oder nicht? Die Gendiagnostik zur Vorhersage von Erkrankungen hat zwar  in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Aber so einfach, wie mit dem Wunschzettel ist es natürlich nicht.…


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Nach der „Weltsensation“ der „Heilige Gral“: Bluttest-Berichterstattung schafft es in die Unstatistik

Als hätte es den Skandal um den Brustkrebs-Test der Heidelberger Universität und der Berichterstattung der BILD-Zeitung („Weltsensation!“) nie gegeben, verkündet FOCUS Online Anfang September: „Bluttest erkennt 10 Tumorarten im Frühstadium„. Es folgt eine Meldung über eine Studie, die auf einer Konferenz vorgestellt wurde (die bereits Anfang Juni (!) stattfand), über einen Bluttest (Liquid biopsy), „der gleich zehn verschiedene Krebsarten entdecken kann“, bevor sich die Symptome bemerkbar machten. Der Zwischentitel des Artikels verspricht eine „Treffsicherheit bis zu 90 Prozent“. Schon das „bis zu“ sollte erfahrene JournalistInnen und LeserInnen stutzig machen, bedeutet dies doch schlicht, dass es sich nicht um einen aussagekräftigen Mittelwert…


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PraenaTest und Co.: Nicht-invasive Pränataltests in Deutschland, Anbieter, Leistungen, Datenschutz (Update 19.9.19)

Von Sören Müller-Hansen Viele Ärztinnen und Ärzte haben nicht-invasive Pränataltests (NIPT) in ihr Angebot aufgenommen. Doch welche Tests es eigentlich gibt, was sie leisten und wie es mit dem Datenschutz aussieht, ist für Schwangere nur schwer herauszubekommen. Sören Müller-Hansen hat sich den Markt angeschaut und fasst die wichtigsten Erkenntnisse zusammen. Update 19.9.2019: Der Gemeinsame Bundesausschuss hat entschieden, dass die Bluttests auf das Downsyndrom in Einzelfällen und nur bei Risikoschwangerschaften von den Krankenkassen bezahlt werden. (Link zum Artikel auf Spiegel Online) Welche nicht-invasive Pränataltests (NIPT) sind in Deutschland verfügbar? Auch wenn der Praena-Test der Firma LifeCodexx der bekannteste ist, gibt es…


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Das Yin und Yang medizinisch-diagnostischer Tests

Von Sarah Sievert Ob Gendiagnostik, Brustkrebs oder HIV: Kommt ein neuer diagnostischer Test auf den Markt, berichten Medien gerne über die neuen Chancen, eine Krankheit frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Im Versuch, einen solchen Test einzuordnen, greifen JournalistInnen gerne zu schwammigen Umschreibungen wie „zuverlässige Testergebnissen“ oder „hohe Aussagekraft“, ohne dies durch konkrete Werte zu illustrieren. Damit lassen sie Rezipienten im Unklaren, und machen sich zum verlängerten Arm der Marketingabteilung. Welche Zahlen für die Beschreibung eines diagnostischen Tests wichtig sind, welche man von Experten abfragen sollte und wie Journalisten diese den Rezipienten erklären können, erfahren Sie in diesem Beitrag. Wie…


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Veranstaltungstipp: Gentest auf alles – für alle?

Neue Blutuntersuchungen in der Schwangerschaft erlauben Vorhersagen, die weit über die Diagnose „Down-Syndrom oder nicht“ hinausgehen. Aber wie viel wollen wir über unsere Kinder überhaupt wissen? Diese Frage werden bei einer MEDIATE-Podiumsdiskussion erörtert. Ein Piks, ein bisschen Blut und eine schwierige Entscheidung – neue Gentests versprechen werdenden Eltern nicht nur Auskunft über die Gesundheit ihres Kindes. Risikoarm können nun Chromosomenstörungen wie z. B. das Down-Syndrom entdeckt werden. Aber die Frage, ob die Mutter das Kind dann zur Welt bringen oder abtreiben will, beantworten die Tests nicht. Wie sollen Ärzte, Eltern und die Gesellschaft mit diesem weit reichenden Einblick in das menschliche…


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Das journalistische Rüstzeug, um die nächste ‚Weltsensation!‘ diagnostischer Tests zu verhindern

Eine „Weltsensation“! So kündigte die BILD-Zeitung am 21. Februar einen „revolutionären“ Test der Uniklinik Heidelberg und einer ausgegründeten Firma an. Der Bluttest entdecke Brustkrebs vergleichbar gut wie die Mammographie, aber ohne die unangenehmen Begleiterscheinungen der Röntgenmethode. Viele Medien stiegen darauf ein, selbst der 20:00 Uhr-Ausgabe der ARD-Tagesschau war dies eine kurze Meldung wert. (Links dazu siehe hier im Medien-Doktor Blog „Sprechstunde“. Erst allmählich wurde erkennbar, dank akribischer Recherchen einzelner Medien und Journalisten und kritischer Anmerkungen aus dem Medizin- und Wissenschaftsbereich, dass das Ganze eine ziemliche Luftnummer ist, deren Hintergründe immer noch nicht ganz geklärt sind. Klar erscheint indes, dass es kein Zufall…