Dein Medien-Doktor Gesundheit
Förderung kritischer und verlässlicher Medizinberichterstattung
Gesundheitsthemen betreffen früher oder später jede und jeden, teilweise auf existenzielle Weise. Journalistinnen und Journalisten kommt hier eine besondere Verantwortung zu: Einerseits sollen sie über Fortschritte in der Medizin berichten, andererseits dürfen sie keine falschen Erwartungen oder unnötige Ängste bei Betroffenen wecken.
Um eine differenzierte und hochwertige Berichterstattung über Medizinthemen zu fördern, betreibt der Medien-Doktor daher seit 2010 ein konstruktives Medienmonitoring nach Vorbildern aus Australien und den USA (HealthNewsReview). Deren international etablierte Kriterien wurden dazu entlang der Qualitätsforschung im Journalismus weiterentwickelt und berücksichtigen wissenschaftliche ebenso wie allgemeinjournalistische Aspekte.
Auf dieser Basis veröffentlicht der heutige Medien-Doktor GESUNDHEIT weiterhin regelmäßig Gutachten zur Qualität aktueller Beiträge aus dem Medizin- und Gesundheitsjournalismus und gibt Empfehlungen zur Verbesserung. Zeitweise wurden auch Pressemitteilungen aus der Wissenschaft begutachtet.

Alle Gutachten Gesundheit
Medien-Doktor Gesundheit
„Cannabis als Corona-Schutz - Studie überrascht mit Ergebnis“
Veröffentlicht von:
Frankfurter Rundschau (online)
Bewertet am:
28. Januar 2022
Bewertung:
Was, wenn Inhaltsstoffe der Hanfpflanze einer Corona-Infektion vorbeugen könnten? Diese Hoffnung weckt ein journalistischer Beitrag der Frankfurter Rundschau (online). Der Beitrag stellt eine Studie der Universität von Oregon vor, nach der bestimmte Cannabinoide das Corona-Virus daran hindern sollen, in menschliche Zellen einzudringen. Leider macht der Text nicht deutlich, dass die Wirksamkeit der Cannabinoide nur durch klinische Studien am Menschen nachgewiesen werden kann. Bislang gab es lediglich Versuche in Zellkulturen.
Was, wenn Inhaltsstoffe der Hanfpflanze einer Corona-Infektion vorbeugen könnten? Diese Hoffnung weckt ein journalistischer Beitrag der Frankfurter Rundschau (online). Der Beitrag stellt eine Studie der Universität von Oregon vor, nach der bestimmte Cannabinoide das Corona-Virus daran hindern sollen, in menschliche Zellen einzudringen. Leider macht der Text nicht deutlich, dass die Wirksamkeit der Cannabinoide nur durch klinische Studien am Menschen nachgewiesen werden kann. Bislang gab es lediglich Versuche in Zellkulturen.
Medien-Doktor Gesundheit
„Der etwas andere Mundschutz: Spezial-Kaugummi gegen das Spike-Protein als Prävention und Frühtherapie bei Covid?“
Veröffentlicht von:
Tagesspiegel
Bewertet am:
21. Dezember 2021
Bewertung:
Über einen originellen Ansatz zur möglichen Bekämpfung der aktuellen Covid-19-Pandemie berichtet Der Tagesspiegel (online). Ein Kaugummi könnte dabei helfen, das Risiko einer Übertragung der Corona-Viren zu reduzieren. Von Beginn wird deutlich, dass es sich bei der vorgestellten wissenschaftlichen Studie nur um erste Ergebnisse aus dem Labor handelt. Allerdings wurde keine unabhängige Expert*in dazu befragt, um die Aussagekraft der Untersuchung einzuordnen.
Über einen originellen Ansatz zur möglichen Bekämpfung der aktuellen Covid-19-Pandemie berichtet Der Tagesspiegel (online). Ein Kaugummi könnte dabei helfen, das Risiko einer Übertragung der Corona-Viren zu reduzieren. Von Beginn wird deutlich, dass es sich bei der vorgestellten wissenschaftlichen Studie nur um erste Ergebnisse aus dem Labor handelt. Allerdings wurde keine unabhängige Expert*in dazu befragt, um die Aussagekraft der Untersuchung einzuordnen.
Medien-Doktor Gesundheit
„Corona: Durchbruch bei Behandlung - Medikament soll Krankenhäuser entlasten“
Veröffentlicht von:
HNA (online)
Bewertet am:
14. Dezember 2021
Bewertung:
Viel wird derzeit über Corona-Impfstoffe berichtet, doch ist natürlich auch die Entwicklung von Medikamenten gegen Covid-19 von großem Interesse. Daher ist es nachvollziehbar, dass ein Artikel in der Hessisch/Niedersächsischen Allgemeinen (HNA online) eine Fachpublikation zu zwei Studien mit einer Wirkstoffkombination gegen die Erkrankung aufgreift. Allerdings wird im journalistischen Beitrag nicht deutlich genug herausgestellt, dass es sich um eine klinische Studie der Phase 1 handelt, der Einsatz am Patienten – wenn überhaupt – noch weit entfernt ist. Auch ist von einem „Durchbruch“ die Rede, eine Einschätzung, die angesichts der dünnen Datenlage bei den Leser*innen überzogene Hoffnungen wecken dürfte.
Viel wird derzeit über Corona-Impfstoffe berichtet, doch ist natürlich auch die Entwicklung von Medikamenten gegen Covid-19 von großem Interesse. Daher ist es nachvollziehbar, dass ein Artikel in der Hessisch/Niedersächsischen Allgemeinen (HNA online) eine Fachpublikation zu zwei Studien mit einer Wirkstoffkombination gegen die Erkrankung aufgreift. Allerdings wird im journalistischen Beitrag nicht deutlich genug herausgestellt, dass es sich um eine klinische Studie der Phase 1 handelt, der Einsatz am Patienten – wenn überhaupt – noch weit entfernt ist. Auch ist von einem „Durchbruch“ die Rede, eine Einschätzung, die angesichts der dünnen Datenlage bei den Leser*innen überzogene Hoffnungen wecken dürfte.
Medien-Doktor Gesundheit
„Wie wirksam sind die RNA-Impfstoffe?“
Veröffentlicht von:
FAZ.net
Bewertet am:
17. November 2021
Bewertung:
Wie lange die Schutzwirkung der mRNA-Impfstoffe anhält, ist derzeit eine hoch relevante Frage. Daher ist es lobenswert, dass sich ein Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (online) dieser Thematik widmet. Allerdings bleibt unklar, warum für die Berichterstattung eine Studie ausgewählt wurde, die kaum etwas über die Dauer des Impfschutzes aussagt. Dies dürfte viele Leser*innen verwirren und ihnen nicht wirklich weiterhelfen, ihren aktuellen Immunschutz vor einer Covid-19-Erkrankung einzuschätzen.
Wie lange die Schutzwirkung der mRNA-Impfstoffe anhält, ist derzeit eine hoch relevante Frage. Daher ist es lobenswert, dass sich ein Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (online) dieser Thematik widmet. Allerdings bleibt unklar, warum für die Berichterstattung eine Studie ausgewählt wurde, die kaum etwas über die Dauer des Impfschutzes aussagt. Dies dürfte viele Leser*innen verwirren und ihnen nicht wirklich weiterhelfen, ihren aktuellen Immunschutz vor einer Covid-19-Erkrankung einzuschätzen.
Medien-Doktor Gesundheit
„Valneva ist anders als Biontech: Neue Corona-Impfung ist große Hoffnung“
Veröffentlicht von:
Hamburger Abendblatt (online)
Bewertet am:
26. Oktober 2021
Bewertung:
Noch immer suchen Wissenschaftler nach neuen Wegen, die aktuelle Corona-Pandemie einzudämmen. So berichtet das Hamburger Abendblatt (online) über den Impfstoffkandidaten der französisch-österreichischen Pharmafirma Valneva. Allerdings werden die in der Pressemitteilung des Unternehmens vorgelegten Studienergebnisse zu wenig eingeordnet und keine unabhängigen Expert*innen dazu befragt.
Noch immer suchen Wissenschaftler nach neuen Wegen, die aktuelle Corona-Pandemie einzudämmen. So berichtet das Hamburger Abendblatt (online) über den Impfstoffkandidaten der französisch-österreichischen Pharmafirma Valneva. Allerdings werden die in der Pressemitteilung des Unternehmens vorgelegten Studienergebnisse zu wenig eingeordnet und keine unabhängigen Expert*innen dazu befragt.
Medien-Doktor Gesundheit
„Eine Tablette gegen Corona: Kann Molnupiravir die Pandemie beenden?“
Veröffentlicht von:
Berliner Zeitung (online)
Bewertet am:
13. Oktober 2021
Bewertung:
Noch immer suchen Forschende nach möglichen Therapien gegen eine aktuelle Covid-19-Erkrankung. Da verwundert es nicht, dass die Pressemitteilung eines Pharmaunternehmens zu einer Studie mit einem möglichen neuen Wirkstoff von vielen Medien aufgegriffen wurde, auch von der Berliner Zeitung (online). Im journalistischen Beitrag werden die noch nicht veröffentlichen Studienergebnisse gut eingeordnet, die Zusammenhänge verständlich dargelegt – und auch unabhängige Experten zitiert.
Noch immer suchen Forschende nach möglichen Therapien gegen eine aktuelle Covid-19-Erkrankung. Da verwundert es nicht, dass die Pressemitteilung eines Pharmaunternehmens zu einer Studie mit einem möglichen neuen Wirkstoff von vielen Medien aufgegriffen wurde, auch von der Berliner Zeitung (online). Im journalistischen Beitrag werden die noch nicht veröffentlichen Studienergebnisse gut eingeordnet, die Zusammenhänge verständlich dargelegt – und auch unabhängige Experten zitiert.
Medien-Doktor Gesundheit
„Ein Quantum Hoffnung“
Veröffentlicht von:
Der Spiegel (online)
Bewertet am:
1. Oktober 2021
Bewertung:
Noch ist unklar, wie viele Corona-Infizierte Langzeitfolgen davontragen werden. Klar ist jedoch durchaus, dass die Folgen zumindest für manche der Patienten gravierend sein können. Auch deshalb haben Heilversuche an Long-Covid-Patienten mit dem Wirkstoff BC 007 am Universitätsklinikum Erlangen große Aufmerksamkeit erregt. Der Spiegel (online) greift das Thema auf und ordnet den Sachverhalt mit Hilfe unabhängiger Experten auf gelungene Art ein. Sehr anschaulich wird über die Erfahrung eines Patienten berichtet, der Text ist auch weitgehend gut verständlich.
Noch ist unklar, wie viele Corona-Infizierte Langzeitfolgen davontragen werden. Klar ist jedoch durchaus, dass die Folgen zumindest für manche der Patienten gravierend sein können. Auch deshalb haben Heilversuche an Long-Covid-Patienten mit dem Wirkstoff BC 007 am Universitätsklinikum Erlangen große Aufmerksamkeit erregt. Der Spiegel (online) greift das Thema auf und ordnet den Sachverhalt mit Hilfe unabhängiger Experten auf gelungene Art ein. Sehr anschaulich wird über die Erfahrung eines Patienten berichtet, der Text ist auch weitgehend gut verständlich.
Medien-Doktor Gesundheit
„Eine Corona-Impfung während der Schwangerschaft schützt Mutter und Kind und schadet nicht“
Veröffentlicht von:
NZZ (online)
Bewertet am:
22. September 2021
Bewertung:
Sollten sich Schwangere gegen Corona impfen lassen? Welche Risiken birgt die Impfung, welche eine Infektion für Mutter und Kind? Ein Artikel auf NZZ online greift die Thematik auf, anlässlich der aktuellen Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) in Deutschland, Schwangere und Stillende mit einem mRNA-Impfstoff impfen zu lassen. Dabei wird klar und verständlich dargelegt, wie gut der Impfstoff vor einer Infektion und vor einer schweren Erkrankung schützt. Auch geht der journalistische Beitrag auf die Risiken einer Infektion bei ungeimpften Schwangeren ein.
Sollten sich Schwangere gegen Corona impfen lassen? Welche Risiken birgt die Impfung, welche eine Infektion für Mutter und Kind? Ein Artikel auf NZZ online greift die Thematik auf, anlässlich der aktuellen Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) in Deutschland, Schwangere und Stillende mit einem mRNA-Impfstoff impfen zu lassen. Dabei wird klar und verständlich dargelegt, wie gut der Impfstoff vor einer Infektion und vor einer schweren Erkrankung schützt. Auch geht der journalistische Beitrag auf die Risiken einer Infektion bei ungeimpften Schwangeren ein.
Medien-Doktor Gesundheit
„Algenspray für die Nase soll Coronaviren abwehren“
Veröffentlicht von:
SWR (online)
Bewertet am:
14. September 2021
Bewertung:
Ein Nasenspray mit Rotalgen soll angeblich das Risiko einer Infektion mit Sars-CoV-2 verringern. Was an diesen Behauptungen dran ist, versucht ein journalistischer Beitrag des SWR (online) zu ergründen. Allerdings werden die bisherigen wissenschaftlichen Studien dazu nur kurz und allgemein erklärt, so dass die Leser*innen nach Lektüre des Artikels nicht wirklich einschätzen können, welchen Nutzen und welche Risiken ein solches Spray tatsächlich haben könnte.
Ein Nasenspray mit Rotalgen soll angeblich das Risiko einer Infektion mit Sars-CoV-2 verringern. Was an diesen Behauptungen dran ist, versucht ein journalistischer Beitrag des SWR (online) zu ergründen. Allerdings werden die bisherigen wissenschaftlichen Studien dazu nur kurz und allgemein erklärt, so dass die Leser*innen nach Lektüre des Artikels nicht wirklich einschätzen können, welchen Nutzen und welche Risiken ein solches Spray tatsächlich haben könnte.
Medien-Doktor Gesundheit
„Coronavirus: Was wir über die dritte Impfung wissen – und was nicht“
Veröffentlicht von:
Der Spiegel (online)
Bewertet am:
10. August 2021
Bewertung:
Wie lange man auf die Schutzwirkung der Zweifachimpfung gegen das Corona-Virus vertrauen kann, wird in einem Artikel von Der Spiegel (online) diskutiert. So hat Israel am 1. August damit begonnen, Menschen ab dem Alter von 60 Jahren mit einer dritten Impfung von Biontech/Pfizer zu versorgen. Der journalistische Beitrag erklärt ausführlich, welche Daten bislang vorliegen und wie wenig derzeit noch über die langfristige Schutzwirkung der Zweifachimpfung bekannt ist – und welche Fragen zu einer dritten Impfung noch offen sind.
Wie lange man auf die Schutzwirkung der Zweifachimpfung gegen das Corona-Virus vertrauen kann, wird in einem Artikel von Der Spiegel (online) diskutiert. So hat Israel am 1. August damit begonnen, Menschen ab dem Alter von 60 Jahren mit einer dritten Impfung von Biontech/Pfizer zu versorgen. Der journalistische Beitrag erklärt ausführlich, welche Daten bislang vorliegen und wie wenig derzeit noch über die langfristige Schutzwirkung der Zweifachimpfung bekannt ist – und welche Fragen zu einer dritten Impfung noch offen sind.



















