Dein Medien-Doktor Gesundheit
Förderung kritischer und verlässlicher Medizinberichterstattung
Gesundheitsthemen betreffen früher oder später jede und jeden, teilweise auf existenzielle Weise. Journalistinnen und Journalisten kommt hier eine besondere Verantwortung zu: Einerseits sollen sie über Fortschritte in der Medizin berichten, andererseits dürfen sie keine falschen Erwartungen oder unnötige Ängste bei Betroffenen wecken.
Um eine differenzierte und hochwertige Berichterstattung über Medizinthemen zu fördern, betreibt der Medien-Doktor daher seit 2010 ein konstruktives Medienmonitoring nach Vorbildern aus Australien und den USA (HealthNewsReview). Deren international etablierte Kriterien wurden dazu entlang der Qualitätsforschung im Journalismus weiterentwickelt und berücksichtigen wissenschaftliche ebenso wie allgemeinjournalistische Aspekte.
Auf dieser Basis veröffentlicht der heutige Medien-Doktor GESUNDHEIT weiterhin regelmäßig Gutachten zur Qualität aktueller Beiträge aus dem Medizin- und Gesundheitsjournalismus und gibt Empfehlungen zur Verbesserung. Zeitweise wurden auch Pressemitteilungen aus der Wissenschaft begutachtet.

Alle Gutachten Gesundheit
Medien-Doktor Gesundheit
„Die Gedanken eines Eingeschlossenen“
Veröffentlicht von:
FAZ.net
Bewertet am:
30. März 2022
Bewertung:
„Mein groesster wunsch ist eine neue bett und das ich morgen mitkommen darf zum grillen“ – das kommuniziert ein vollständig gelähmter Mann 462 Tage nach der Einpflanzung von Elektroden in sein Gehirn, so berichtet ein Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (online) über eine aktuelle Studie. Der journalistische Beitrag beschreibt spannend und anschaulich, wie die Versuche bei diesem Patienten mit einem Complete-Locked-in-Syndrom abgelaufen sind, geht auch auf die Diskussion um einen der Studienautoren ein, den Tübinger Neurowissenschaftler Niels Birbaumer. Leider bleiben mögliche Risiken des Eingriffs jedoch unerwähnt.
„Mein groesster wunsch ist eine neue bett und das ich morgen mitkommen darf zum grillen“ – das kommuniziert ein vollständig gelähmter Mann 462 Tage nach der Einpflanzung von Elektroden in sein Gehirn, so berichtet ein Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (online) über eine aktuelle Studie. Der journalistische Beitrag beschreibt spannend und anschaulich, wie die Versuche bei diesem Patienten mit einem Complete-Locked-in-Syndrom abgelaufen sind, geht auch auf die Diskussion um einen der Studienautoren ein, den Tübinger Neurowissenschaftler Niels Birbaumer. Leider bleiben mögliche Risiken des Eingriffs jedoch unerwähnt.
Medien-Doktor Gesundheit
„Glaukom – darum ist Vorsorge so wichtig“
Veröffentlicht von:
WDR
Bewertet am:
10. März 2022
Bewertung:
Wie lassen sich Erkrankungen frühzeitig erkennen, die erst spät zu Symptomen führen? Dies wird in einem Beitrag des WDR anhand des „Grünen Stars“ thematisiert, des so genannten Glaukoms. Dabei werden die Ursachen der Erkrankung kurz erklärt, ebenso wie die möglichen Folgen. Auch auf die Kosten der Früherkennungsuntersuchungen wird in der Sendung eingegangen. Völlig offen bleibt indes, dass es für Nutzen und Risiken der allgemeinen Untersuchungen gar keine belastbaren Belege gibt.
Wie lassen sich Erkrankungen frühzeitig erkennen, die erst spät zu Symptomen führen? Dies wird in einem Beitrag des WDR anhand des „Grünen Stars“ thematisiert, des so genannten Glaukoms. Dabei werden die Ursachen der Erkrankung kurz erklärt, ebenso wie die möglichen Folgen. Auch auf die Kosten der Früherkennungsuntersuchungen wird in der Sendung eingegangen. Völlig offen bleibt indes, dass es für Nutzen und Risiken der allgemeinen Untersuchungen gar keine belastbaren Belege gibt.
Medien-Doktor Gesundheit
„Neuroimplantat lässt Gelähmte wieder gehen – mit Rollator“
Veröffentlicht von:
Der Standard
Bewertet am:
22. Februar 2022
Bewertung:
Können querschnittsgelähmte Menschen wieder gehen lernen? Ein aktueller Artikel in der österreichischen Tageszeitung „Der Standard“ geht auf eine aktuell publizierte Studie im Fachblatt Nature Medicine ein, in der Forschende über drei Patienten berichten, denen ebendies gelang. Mit Hilfe von speziellen Neuroimplantaten konnten sie mit Unterstützung eines Rollators wieder eine bestimmte Strecke laufen. Leider wird im journalistischen Beitrag jedoch zu wenig über Nutzen und Risiken des Eingriffs berichtet, auch wird die Studie nur kurz in den Gesamtkontext der Forschung zu Querschnittslähmungen gestellt.
Können querschnittsgelähmte Menschen wieder gehen lernen? Ein aktueller Artikel in der österreichischen Tageszeitung „Der Standard“ geht auf eine aktuell publizierte Studie im Fachblatt Nature Medicine ein, in der Forschende über drei Patienten berichten, denen ebendies gelang. Mit Hilfe von speziellen Neuroimplantaten konnten sie mit Unterstützung eines Rollators wieder eine bestimmte Strecke laufen. Leider wird im journalistischen Beitrag jedoch zu wenig über Nutzen und Risiken des Eingriffs berichtet, auch wird die Studie nur kurz in den Gesamtkontext der Forschung zu Querschnittslähmungen gestellt.
Medien-Doktor Gesundheit
„Schnelltests mit Omikron-Schwächen“
Veröffentlicht von:
tagesschau.de
Bewertet am:
16. Februar 2022
Bewertung:
Mitten in der aktuellen Omikron-Welle stellt sich die wichtige Frage, wie zuverlässig gängige Antigen-Schnelltests diese neue Virusvariante erkennen. Ein aktueller Artikel auf tagesschau.de berichtet über noch unveröffentlichte Studienergebnisse, in denen acht von neun Tests sehr schlecht abschneiden. Auch weitere Untersuchungen mit besseren Ergebnissen werden im journalistischen Artikel erwähnt. Allerdings fehlt weitgehend eine Erläuterung von Fachbegriffen, und die sehr unterschiedlichen Bewertungen der Schnelltests werden nicht von unabhängigen Experten eingeordnet.
Mitten in der aktuellen Omikron-Welle stellt sich die wichtige Frage, wie zuverlässig gängige Antigen-Schnelltests diese neue Virusvariante erkennen. Ein aktueller Artikel auf tagesschau.de berichtet über noch unveröffentlichte Studienergebnisse, in denen acht von neun Tests sehr schlecht abschneiden. Auch weitere Untersuchungen mit besseren Ergebnissen werden im journalistischen Artikel erwähnt. Allerdings fehlt weitgehend eine Erläuterung von Fachbegriffen, und die sehr unterschiedlichen Bewertungen der Schnelltests werden nicht von unabhängigen Experten eingeordnet.
Medien-Doktor Gesundheit
„Automatisierte Antigen-Labortests / Die wenig beachtete Alternative zu PCR-Tests“
Veröffentlicht von:
Deutschlandfunk
Bewertet am:
8. Februar 2022
Bewertung:
Mitten in der Omikron-Welle fehlt es bisher an neuen Ansätzen, wie infizierte Menschen weiterhin mittels Tests frühzeitig erkannt werden können. Ein Beitrag des Deutschlandfunks legt nun eine mögliche Alternative zu den üblichen PCR- und Schnelltests dar: Automatisierte Antigentests im Labor. Damit hat der Text ein aktuelles und relevantes Thema aufgegriffen, bleibt aber an vielen Stellen leider zu vage in seinen Aussagen.
Mitten in der Omikron-Welle fehlt es bisher an neuen Ansätzen, wie infizierte Menschen weiterhin mittels Tests frühzeitig erkannt werden können. Ein Beitrag des Deutschlandfunks legt nun eine mögliche Alternative zu den üblichen PCR- und Schnelltests dar: Automatisierte Antigentests im Labor. Damit hat der Text ein aktuelles und relevantes Thema aufgegriffen, bleibt aber an vielen Stellen leider zu vage in seinen Aussagen.
Medien-Doktor Gesundheit
„Cannabis als Corona-Schutz – Studie überrascht mit Ergebnis“
Veröffentlicht von:
Frankfurter Rundschau (online)
Bewertet am:
28. Januar 2022
Bewertung:
Was, wenn Inhaltsstoffe der Hanfpflanze einer Corona-Infektion vorbeugen könnten? Diese Hoffnung weckt ein journalistischer Beitrag der Frankfurter Rundschau (online). Der Beitrag stellt eine Studie der Universität von Oregon vor, nach der bestimmte Cannabinoide das Corona-Virus daran hindern sollen, in menschliche Zellen einzudringen. Leider macht der Text nicht deutlich, dass die Wirksamkeit der Cannabinoide nur durch klinische Studien am Menschen nachgewiesen werden kann. Bislang gab es lediglich Versuche in Zellkulturen.
Was, wenn Inhaltsstoffe der Hanfpflanze einer Corona-Infektion vorbeugen könnten? Diese Hoffnung weckt ein journalistischer Beitrag der Frankfurter Rundschau (online). Der Beitrag stellt eine Studie der Universität von Oregon vor, nach der bestimmte Cannabinoide das Corona-Virus daran hindern sollen, in menschliche Zellen einzudringen. Leider macht der Text nicht deutlich, dass die Wirksamkeit der Cannabinoide nur durch klinische Studien am Menschen nachgewiesen werden kann. Bislang gab es lediglich Versuche in Zellkulturen.
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„Der etwas andere Mundschutz: Spezial-Kaugummi gegen das Spike-Protein als Prävention und Frühtherapie bei Covid?“
Veröffentlicht von:
Tagesspiegel
Bewertet am:
21. Dezember 2021
Bewertung:
Über einen originellen Ansatz zur möglichen Bekämpfung der aktuellen Covid-19-Pandemie berichtet Der Tagesspiegel (online). Ein Kaugummi könnte dabei helfen, das Risiko einer Übertragung der Corona-Viren zu reduzieren. Von Beginn wird deutlich, dass es sich bei der vorgestellten wissenschaftlichen Studie nur um erste Ergebnisse aus dem Labor handelt. Allerdings wurde keine unabhängige Expert*in dazu befragt, um die Aussagekraft der Untersuchung einzuordnen.
Über einen originellen Ansatz zur möglichen Bekämpfung der aktuellen Covid-19-Pandemie berichtet Der Tagesspiegel (online). Ein Kaugummi könnte dabei helfen, das Risiko einer Übertragung der Corona-Viren zu reduzieren. Von Beginn wird deutlich, dass es sich bei der vorgestellten wissenschaftlichen Studie nur um erste Ergebnisse aus dem Labor handelt. Allerdings wurde keine unabhängige Expert*in dazu befragt, um die Aussagekraft der Untersuchung einzuordnen.
Medien-Doktor Gesundheit
„Corona: Durchbruch bei Behandlung – Medikament soll Krankenhäuser entlasten“
Veröffentlicht von:
HNA (online)
Bewertet am:
14. Dezember 2021
Bewertung:
Viel wird derzeit über Corona-Impfstoffe berichtet, doch ist natürlich auch die Entwicklung von Medikamenten gegen Covid-19 von großem Interesse. Daher ist es nachvollziehbar, dass ein Artikel in der Hessisch/Niedersächsischen Allgemeinen (HNA online) eine Fachpublikation zu zwei Studien mit einer Wirkstoffkombination gegen die Erkrankung aufgreift. Allerdings wird im journalistischen Beitrag nicht deutlich genug herausgestellt, dass es sich um eine klinische Studie der Phase 1 handelt, der Einsatz am Patienten – wenn überhaupt – noch weit entfernt ist. Auch ist von einem „Durchbruch“ die Rede, eine Einschätzung, die angesichts der dünnen Datenlage bei den Leser*innen überzogene Hoffnungen wecken dürfte.
Viel wird derzeit über Corona-Impfstoffe berichtet, doch ist natürlich auch die Entwicklung von Medikamenten gegen Covid-19 von großem Interesse. Daher ist es nachvollziehbar, dass ein Artikel in der Hessisch/Niedersächsischen Allgemeinen (HNA online) eine Fachpublikation zu zwei Studien mit einer Wirkstoffkombination gegen die Erkrankung aufgreift. Allerdings wird im journalistischen Beitrag nicht deutlich genug herausgestellt, dass es sich um eine klinische Studie der Phase 1 handelt, der Einsatz am Patienten – wenn überhaupt – noch weit entfernt ist. Auch ist von einem „Durchbruch“ die Rede, eine Einschätzung, die angesichts der dünnen Datenlage bei den Leser*innen überzogene Hoffnungen wecken dürfte.
Medien-Doktor Gesundheit
„Wie wirksam sind die RNA-Impfstoffe?“
Veröffentlicht von:
FAZ.net
Bewertet am:
17. November 2021
Bewertung:
Wie lange die Schutzwirkung der mRNA-Impfstoffe anhält, ist derzeit eine hoch relevante Frage. Daher ist es lobenswert, dass sich ein Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (online) dieser Thematik widmet. Allerdings bleibt unklar, warum für die Berichterstattung eine Studie ausgewählt wurde, die kaum etwas über die Dauer des Impfschutzes aussagt. Dies dürfte viele Leser*innen verwirren und ihnen nicht wirklich weiterhelfen, ihren aktuellen Immunschutz vor einer Covid-19-Erkrankung einzuschätzen.
Wie lange die Schutzwirkung der mRNA-Impfstoffe anhält, ist derzeit eine hoch relevante Frage. Daher ist es lobenswert, dass sich ein Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (online) dieser Thematik widmet. Allerdings bleibt unklar, warum für die Berichterstattung eine Studie ausgewählt wurde, die kaum etwas über die Dauer des Impfschutzes aussagt. Dies dürfte viele Leser*innen verwirren und ihnen nicht wirklich weiterhelfen, ihren aktuellen Immunschutz vor einer Covid-19-Erkrankung einzuschätzen.
Medien-Doktor Gesundheit
„Valneva ist anders als Biontech: Neue Corona-Impfung ist große Hoffnung“
Veröffentlicht von:
Hamburger Abendblatt (online)
Bewertet am:
26. Oktober 2021
Bewertung:
Noch immer suchen Wissenschaftler nach neuen Wegen, die aktuelle Corona-Pandemie einzudämmen. So berichtet das Hamburger Abendblatt (online) über den Impfstoffkandidaten der französisch-österreichischen Pharmafirma Valneva. Allerdings werden die in der Pressemitteilung des Unternehmens vorgelegten Studienergebnisse zu wenig eingeordnet und keine unabhängigen Expert*innen dazu befragt.
Noch immer suchen Wissenschaftler nach neuen Wegen, die aktuelle Corona-Pandemie einzudämmen. So berichtet das Hamburger Abendblatt (online) über den Impfstoffkandidaten der französisch-österreichischen Pharmafirma Valneva. Allerdings werden die in der Pressemitteilung des Unternehmens vorgelegten Studienergebnisse zu wenig eingeordnet und keine unabhängigen Expert*innen dazu befragt.



















