Dein Medien-Doktor Gesundheit
Förderung kritischer und verlässlicher Medizinberichterstattung
Gesundheitsthemen betreffen früher oder später jede und jeden, teilweise auf existenzielle Weise. Journalistinnen und Journalisten kommt hier eine besondere Verantwortung zu: Einerseits sollen sie über Fortschritte in der Medizin berichten, andererseits dürfen sie keine falschen Erwartungen oder unnötige Ängste bei Betroffenen wecken.
Um eine differenzierte und hochwertige Berichterstattung über Medizinthemen zu fördern, betreibt der Medien-Doktor daher seit 2010 ein konstruktives Medienmonitoring nach Vorbildern aus Australien und den USA (HealthNewsReview). Deren international etablierte Kriterien wurden dazu entlang der Qualitätsforschung im Journalismus weiterentwickelt und berücksichtigen wissenschaftliche ebenso wie allgemeinjournalistische Aspekte.
Auf dieser Basis veröffentlicht der heutige Medien-Doktor GESUNDHEIT weiterhin regelmäßig Gutachten zur Qualität aktueller Beiträge aus dem Medizin- und Gesundheitsjournalismus und gibt Empfehlungen zur Verbesserung. Zeitweise wurden auch Pressemitteilungen aus der Wissenschaft begutachtet.

Alle Gutachten Gesundheit
Medien-Doktor Gesundheit
„Hoffnung für Millionen: Forscher entwickeln Nasenspray gegen Einsamkeit“
Veröffentlicht von:
Bild-Zeitung (online)
Bewertet am:
3. Juli 2024
Bewertung:
Der journalistische Beitrag in der Bild-Zeitung (online) greift eine aktuelle Studie der Universität Bonn auf, um über das relevante Thema Einsamkeit zu berichten. Doch bleiben wesentliche Informationen über die Studie unerwähnt, etwa, wer untersucht wurde und wie oft oder was die genauen Studienergebnisse waren. All diese Fragen werden im Text leider nicht oder nicht korrekt beantwortet. Daher lässt der Artikel den Lesenden ratlos zurück.
Der journalistische Beitrag in der Bild-Zeitung (online) greift eine aktuelle Studie der Universität Bonn auf, um über das relevante Thema Einsamkeit zu berichten. Doch bleiben wesentliche Informationen über die Studie unerwähnt, etwa, wer untersucht wurde und wie oft oder was die genauen Studienergebnisse waren. All diese Fragen werden im Text leider nicht oder nicht korrekt beantwortet. Daher lässt der Artikel den Lesenden ratlos zurück.
Medien-Doktor Gesundheit
„Stromstösse machen die Hände von Gelähmten wieder beweglicher“
Veröffentlicht von:
NZZ (online)
Bewertet am:
4. Juni 2024
Bewertung:
Ein Artikel in der Neuen Zürcher Zeitung (online) beschreibt eine neue Form der Elektrostimulation für querschnittsgelähmte Menschen, deren Rückenmark nicht vollständig durchtrennt wurde. Im Text wird erwähnt, wie viele Patienten an der Studie teilgenommen haben, auch auf Interessenkonflikte der Studienautoren wird eingegangen. Mögliche Nebenwirkungen oder Risiken des Verfahrens werden jedoch nicht erläutert, auch die Kosten des Verfahrens bleiben unerwähnt.
Ein Artikel in der Neuen Zürcher Zeitung (online) beschreibt eine neue Form der Elektrostimulation für querschnittsgelähmte Menschen, deren Rückenmark nicht vollständig durchtrennt wurde. Im Text wird erwähnt, wie viele Patienten an der Studie teilgenommen haben, auch auf Interessenkonflikte der Studienautoren wird eingegangen. Mögliche Nebenwirkungen oder Risiken des Verfahrens werden jedoch nicht erläutert, auch die Kosten des Verfahrens bleiben unerwähnt.
Medien-Doktor Gesundheit
„Wie sich ein lebensgefährliches Risiko im Blick behalten lässt“
Veröffentlicht von:
FAZ.net
Bewertet am:
13. Mai 2024
Bewertung:
Ein Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (online) erklärt zunächst, was Bauchaorten-Aneurysmen sind, deren Häufigkeit und das grundlegende diagnostische Problem – wann eine Lebensgefahr und die Notwendigkeit einer Operation besteht. Leider wird das im Text beschriebene, diagnostische Verfahren allerdings nicht mit Daten unterfüttert, damit bleibt unklar, ob und wie gut die neue Methode ältere Techniken ergänzt und verbessert.
Ein Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (online) erklärt zunächst, was Bauchaorten-Aneurysmen sind, deren Häufigkeit und das grundlegende diagnostische Problem – wann eine Lebensgefahr und die Notwendigkeit einer Operation besteht. Leider wird das im Text beschriebene, diagnostische Verfahren allerdings nicht mit Daten unterfüttert, damit bleibt unklar, ob und wie gut die neue Methode ältere Techniken ergänzt und verbessert.
Medien-Doktor Gesundheit
„Parkinson-Erkrankung stoppen: Ein Diabetes-Medikament macht jetzt Hoffnung – ,wäre eine Sensation’“
Veröffentlicht von:
Frankfurter Rundschau (online)
Bewertet am:
3. Mai 2024
Bewertung:
Kann ein Diabetes-Medikament Parkinson stoppen? In einem Artikel der Frankfurter Rundschau (online) geht es um den Wirkstoff Lixisenatid, der womöglich das Fortschreiten einer Parkinson-Erkrankung ausbremsen kann. Darauf deuten zumindest erste Ergebnisse einer aktuellen Phase-2-Studie hin, in der Patient*innen das Medikament über einen Zeitraum von zwölf Monaten erhielten. Im journalistischen Beitrag werden die Ergebnisse vorsichtig und nuanciert dargestellt, auch andere Forschungsarbeiten erwähnt. Und es wird klar, dass längere klinische Studien nötig sind, um mehr über die Wirkung von Lixisenatid bei Parkinson zu erfahren.
Kann ein Diabetes-Medikament Parkinson stoppen? In einem Artikel der Frankfurter Rundschau (online) geht es um den Wirkstoff Lixisenatid, der womöglich das Fortschreiten einer Parkinson-Erkrankung ausbremsen kann. Darauf deuten zumindest erste Ergebnisse einer aktuellen Phase-2-Studie hin, in der Patient*innen das Medikament über einen Zeitraum von zwölf Monaten erhielten. Im journalistischen Beitrag werden die Ergebnisse vorsichtig und nuanciert dargestellt, auch andere Forschungsarbeiten erwähnt. Und es wird klar, dass längere klinische Studien nötig sind, um mehr über die Wirkung von Lixisenatid bei Parkinson zu erfahren.
Medien-Doktor Gesundheit
„Pflaster effektiv gegen Herzmuskel-Schwäche!“
Veröffentlicht von:
Bild-Zeitung (online)
Bewertet am:
5. April 2024
Bewertung:
Ein journalistischer Beitrag der Bild-Zeitung (online) nimmt eine aktuelle Pressemitteilung zum Anlass, über ein neues Verfahren zur Behandlung der Herzmuskelschwäche mit einem so genannten Herzpflaster zu berichten – ein Verfahren, bei dem den Patient*innen aus Stammzellen gezüchtetes Herzgewebe eingesetzt wird. Im Artikel werden weder Nutzen noch Risiken des Verfahrens angemessen dargestellt. Auch wird nicht deutlich, dass die Erfahrung des im Text vorgestellten einzelnen Patienten nur sehr wenig über den Erfolg der Behandlung aussagt, zumal die insgesamt an nur zwölf Proband*innen durchgeführte Studie noch nicht abschließend ausgewertet und publiziert wurde.
Ein journalistischer Beitrag der Bild-Zeitung (online) nimmt eine aktuelle Pressemitteilung zum Anlass, über ein neues Verfahren zur Behandlung der Herzmuskelschwäche mit einem so genannten Herzpflaster zu berichten – ein Verfahren, bei dem den Patient*innen aus Stammzellen gezüchtetes Herzgewebe eingesetzt wird. Im Artikel werden weder Nutzen noch Risiken des Verfahrens angemessen dargestellt. Auch wird nicht deutlich, dass die Erfahrung des im Text vorgestellten einzelnen Patienten nur sehr wenig über den Erfolg der Behandlung aussagt, zumal die insgesamt an nur zwölf Proband*innen durchgeführte Studie noch nicht abschließend ausgewertet und publiziert wurde.
Medien-Doktor Gesundheit
„Fasten ohne zu fasten: Diese Diät macht den Körper jünger“
Veröffentlicht von:
Berliner Morgenpost (online)
Bewertet am:
20. März 2024
Bewertung:
Ein journalistischer Beitrag in der Berliner Morgenpost (online) beschreibt die Ergebnisse einer Studie zum Thema Scheinfasten. Allerdings übernimmt der Artikel weitgehend die Pressemitteilung der Universität, an der die Studie durchgeführt wurde. Es fehlen unabhängige Stimmen, um die Ergebnisse einzuordnen, auch wird die Studie nicht in einen größeren Kontext eingeordnet. Interessenkonflikte, die selbst in der Pressemitteilung erläutert werden, bleiben im journalistischen Text leider unerwähnt.
Ein journalistischer Beitrag in der Berliner Morgenpost (online) beschreibt die Ergebnisse einer Studie zum Thema Scheinfasten. Allerdings übernimmt der Artikel weitgehend die Pressemitteilung der Universität, an der die Studie durchgeführt wurde. Es fehlen unabhängige Stimmen, um die Ergebnisse einzuordnen, auch wird die Studie nicht in einen größeren Kontext eingeordnet. Interessenkonflikte, die selbst in der Pressemitteilung erläutert werden, bleiben im journalistischen Text leider unerwähnt.
Medien-Doktor Gesundheit
„Bei einem häufigen Ohrenleiden hilft eine hochdosierte Kortisonbehandlung – tatsächlich?“
Veröffentlicht von:
NZZ (online)
Bewertet am:
1. März 2024
Bewertung:
Die Neue Zürcher Zeitung (online) berichtet, dass hochdosiertes Kortison laut einer deutschen Studie wider Erwarten nicht besser gegen einen Hörsturz hilft als die Standardtherapie, dafür aber mehr Nebenwirkungen hat. Selbst die Standardtherapie mit Kortison ist womöglich ohne Wirkung, so eine vorsichtige Schlussfolgerung der Studie und des Artikels. Der fehlende Nutzen wird im journalistischen Beitrag zwar beschrieben, doch werden weder absolute noch relative Zahlen dazu genannt. Der Artikel macht klar, wie weit verbreitet die Therapien sind – und was das Neue an der Studie ist. Auf Kosten geht der Text hingegen nicht ein, auch kommen keine unbeteiligten Experten zu Wort.
Die Neue Zürcher Zeitung (online) berichtet, dass hochdosiertes Kortison laut einer deutschen Studie wider Erwarten nicht besser gegen einen Hörsturz hilft als die Standardtherapie, dafür aber mehr Nebenwirkungen hat. Selbst die Standardtherapie mit Kortison ist womöglich ohne Wirkung, so eine vorsichtige Schlussfolgerung der Studie und des Artikels. Der fehlende Nutzen wird im journalistischen Beitrag zwar beschrieben, doch werden weder absolute noch relative Zahlen dazu genannt. Der Artikel macht klar, wie weit verbreitet die Therapien sind – und was das Neue an der Studie ist. Auf Kosten geht der Text hingegen nicht ein, auch kommen keine unbeteiligten Experten zu Wort.
Medien-Doktor Gesundheit
„Düsseldorfer Forscher testen neues Mittel gegen Alzheimer“
Veröffentlicht von:
Rheinische Post (online)
Bewertet am:
21. Februar 2024
Bewertung:
Ein journalistischer Beitrag in der Rheinischen Post (online) berichtet über ein spannendes neues Wirkprinzip für potenzielle Alzheimer-Medikamente. Doch verlässt sich der Artikel unkritisch auf die Pressemitteilung des Forschungsinstituts und die Firmenangaben, sucht keine Einordnung und unterlässt es, eine unabhängige, einordnende Stimme einzuholen. Die enthusiastische Unterstellung, es könnte hier für Millionen Betroffene ein wirksamer Therapieansatz entstehen, weckt angesichts der frühen Phase der klinischen Entwicklung unberechtigte Hoffnung für Patient*innen und deren Angehörige.
Ein journalistischer Beitrag in der Rheinischen Post (online) berichtet über ein spannendes neues Wirkprinzip für potenzielle Alzheimer-Medikamente. Doch verlässt sich der Artikel unkritisch auf die Pressemitteilung des Forschungsinstituts und die Firmenangaben, sucht keine Einordnung und unterlässt es, eine unabhängige, einordnende Stimme einzuholen. Die enthusiastische Unterstellung, es könnte hier für Millionen Betroffene ein wirksamer Therapieansatz entstehen, weckt angesichts der frühen Phase der klinischen Entwicklung unberechtigte Hoffnung für Patient*innen und deren Angehörige.
Medien-Doktor Gesundheit
„Brustkrebs: Frauen mit diesen Gewohnheiten leben länger“ (Regionalmedien-Special)
Veröffentlicht von:
Hamburger Abendblatt (online)
Bewertet am:
30. Januar 2024
Bewertung:
Von einem Lebensstil mit gesunder Ernährung, ausreichend Bewegung, Verzicht aufs Rauchen und geringem Alkoholkonsum profitieren Brustkrebspatientinnen ebenso wie gleichaltrige Frauen ohne Brustkrebsdiagnose. Über dieses Ergebnis einer Studie berichtet ein Beitrag im Hamburger Abendblatt (online). Der Nutzen eines solchen Lebensstils wird ausreichend deutlich beschrieben. Der Beitrag gibt allerdings in weiten Teilen fast wörtlich eine Pressemitteilung des Deutschen Krebsforschungszentrums wieder. Weitere Quellen und Expert*innen werden nicht herangezogen. Auch wird die Fragestellung der Studie nicht von Anfang an klar, der Aufbau des Textes ist nicht immer schlüssig.
Von einem Lebensstil mit gesunder Ernährung, ausreichend Bewegung, Verzicht aufs Rauchen und geringem Alkoholkonsum profitieren Brustkrebspatientinnen ebenso wie gleichaltrige Frauen ohne Brustkrebsdiagnose. Über dieses Ergebnis einer Studie berichtet ein Beitrag im Hamburger Abendblatt (online). Der Nutzen eines solchen Lebensstils wird ausreichend deutlich beschrieben. Der Beitrag gibt allerdings in weiten Teilen fast wörtlich eine Pressemitteilung des Deutschen Krebsforschungszentrums wieder. Weitere Quellen und Expert*innen werden nicht herangezogen. Auch wird die Fragestellung der Studie nicht von Anfang an klar, der Aufbau des Textes ist nicht immer schlüssig.
Medien-Doktor Gesundheit
„Wie ein Gerät aus Freiburg Herzinfarktpatienten das Leben rettet“ (Regionalmedien-Special)
Veröffentlicht von:
Badische Zeitung (online)
Bewertet am:
11. Januar 2024
Bewertung:
Ein Artikel in der Badischen Zeitung (online) berichtet über das neue Gerät „Carl“, das bei Patient*innen mit Herzstillstand die Überlebenschancen erhöhen soll. Allerdings wird der Nutzen des Verfahrens nur in unterschiedlichen, teils verwirrenden Prozentzahlen ausgedrückt, absolute Zahlen finden sich nicht. Die Qualität der Evidenz – es handelt sich um eine Beobachtungsstudie – wird nur ansatzweise erläutert. Inhaltlich geht der Beitrag über jene Pressemitteilung hinaus, die zu der Publikation veröffentlicht wurde. Leider kommen weder Risiken noch Kosten und Alternativen des Verfahrens im Text zur Sprache. Und die Methode wird nicht durch unabhängige Experten eingeordnet. Der Artikel liefert jedoch zahlreiche interessante Informationen, die für Laien weitgehend verständlich dargestellt sind.
Ein Artikel in der Badischen Zeitung (online) berichtet über das neue Gerät „Carl“, das bei Patient*innen mit Herzstillstand die Überlebenschancen erhöhen soll. Allerdings wird der Nutzen des Verfahrens nur in unterschiedlichen, teils verwirrenden Prozentzahlen ausgedrückt, absolute Zahlen finden sich nicht. Die Qualität der Evidenz – es handelt sich um eine Beobachtungsstudie – wird nur ansatzweise erläutert. Inhaltlich geht der Beitrag über jene Pressemitteilung hinaus, die zu der Publikation veröffentlicht wurde. Leider kommen weder Risiken noch Kosten und Alternativen des Verfahrens im Text zur Sprache. Und die Methode wird nicht durch unabhängige Experten eingeordnet. Der Artikel liefert jedoch zahlreiche interessante Informationen, die für Laien weitgehend verständlich dargestellt sind.



















