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Der Medien-Doktor entwickelt systematisch Qualitätskriterien und bewertet mit seinem Gutachterteam wissenschaftsjournalistischer Profis Beispiele aus dem Journalismus und der übrigen Wissenschaftskommunikation.
Hinzu kommen Handreichungen, Analysen und Hintergrundartikel sowie Link- und Materialsammlungen für Redaktionen, Forschende, Kommunikatoren oder für Lehrkräfte im Klassenzimmer.
Das mehrfach ausgezeichnete und international bekannte Projekt am Dortmunder Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus ist mit seinen Standards vielerorts fester Bestandteil der journalistischen Ausbildung und deckt als eine Art Selbstlernzentrum verschiedene Disziplinen ab: von Gesundheits- und Ernährungsforschung über die Kommunikation von Kl bis hin zu umwelt- und sozialwissenschaftlichen Themen.

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Medien-Doktor Gesundheit
„Corona-Impfung per Nasenspray: Deutsche Forscher veröffentlichen vielversprechende Studie“ (Regionalmedien-Special)
Veröffentlicht von:
Münchner Merkur (online)
Veröffentlicht am:
18. April 2023
Bewertung:
Ein journalistischer Beitrag im „Münchner Merkur“ berichtet über die Entwicklung eines neuen Sars-Cov-2-Impfstoffs, der abgeschwächte Erreger enthält und als Nasenspray verabreicht werden könnte. Es wird klar, dass es sich bisher ausschließlich um Tierversuche handelt, und die Erprobung am Menschen erst im Rahmen einer ersten klinischen Studie geplant ist. Dabei wird die Zusammenarbeit mit einem Start-up-Unternehmen erwähnt, nicht jedoch der Patentantrag einiger beteiligter Forscher. Die Ergebnisse der bisherigen Versuche sind nur unzureichend und teils unverständlich beschrieben. Wie viele Tiere mit welchen Impfstoffen in welchen Kombinationen geimpft wurden, und welche Vorteile sich dabei für den neuen Impfstoff-Kandidaten zeigten, erläutert der Artikel nicht. Er geht nicht über die – sehr viel informativere – Pressemitteilung hinaus und lässt keine eigenständige Recherche erkennen.
Ein journalistischer Beitrag im „Münchner Merkur“ berichtet über die Entwicklung eines neuen Sars-Cov-2-Impfstoffs, der abgeschwächte Erreger enthält und als Nasenspray verabreicht werden könnte. Es wird klar, dass es sich bisher ausschließlich um Tierversuche handelt, und die Erprobung am Menschen erst im Rahmen einer ersten klinischen Studie geplant ist. Dabei wird die Zusammenarbeit mit einem Start-up-Unternehmen erwähnt, nicht jedoch der Patentantrag einiger beteiligter Forscher. Die Ergebnisse der bisherigen Versuche sind nur unzureichend und teils unverständlich beschrieben. Wie viele Tiere mit welchen Impfstoffen in welchen Kombinationen geimpft wurden, und welche Vorteile sich dabei für den neuen Impfstoff-Kandidaten zeigten, erläutert der Artikel nicht. Er geht nicht über die – sehr viel informativere – Pressemitteilung hinaus und lässt keine eigenständige Recherche erkennen.
Medien-Doktor Gesundheit
„,Düsseldorf-Patient‘ von HIV geheilt“ (Regionalmedien-Special)
Veröffentlicht von:
Rheinische Post
Veröffentlicht am:
3. April 2023
Bewertung:
Ein Artikel in der Rheinischen Post berichtet über eine wissenschaftliche Publikation, die den Einzelfall einer experimentellen Heilung einer HIV-Infektion dokumentiert. Dabei stellt er den Nutzen des Verfahrens angemessen dar und erwähnt, dass es ein die Anwendung stark limitierendes Risiko gibt, ohne dieses allerdings zu erläutern. Dass die Therapie rein wissenschaftlich und nicht allgemein verfügbar ist, wird deutlich, ebenso wie die therapeutische Alternative. Die Kosten werden nicht thematisiert, und es kommen keine unabhängigen Experten zu Wort. Leider mangelt es dem Artikel an journalistischer Eigenleistung, der Text ist über weite Strecken einer Pressemeldung entnommen. Dabei ist er aber schlüssig aufgebaut, interessant und im Großen und Ganzen gut verständlich.
Ein Artikel in der Rheinischen Post berichtet über eine wissenschaftliche Publikation, die den Einzelfall einer experimentellen Heilung einer HIV-Infektion dokumentiert. Dabei stellt er den Nutzen des Verfahrens angemessen dar und erwähnt, dass es ein die Anwendung stark limitierendes Risiko gibt, ohne dieses allerdings zu erläutern. Dass die Therapie rein wissenschaftlich und nicht allgemein verfügbar ist, wird deutlich, ebenso wie die therapeutische Alternative. Die Kosten werden nicht thematisiert, und es kommen keine unabhängigen Experten zu Wort. Leider mangelt es dem Artikel an journalistischer Eigenleistung, der Text ist über weite Strecken einer Pressemeldung entnommen. Dabei ist er aber schlüssig aufgebaut, interessant und im Großen und Ganzen gut verständlich.
Medien-Doktor Gesundheit
„Studie: Bekanntes Erkältungsmittel könnte bei Covid-19 helfen“ (Regionalmedien-Special)
Veröffentlicht von:
Berliner Zeitung
Veröffentlicht am:
30. März 2023
Bewertung:
Ein journalistischer Beitrag der Berliner Zeitung greift die Pressemitteilung eines Pharmaunternehmens auf, die über den Beginn einer neuen Studie berichtet. Ein bekanntes pflanzliches Medikament soll daraufhin überprüft werden, ob es bei ambulant behandelten Covid-19-PatientInnen Husten und Atemnot lindern kann. Der journalistische Beitrag übernimmt jedoch unkritisch die Aussagen der Pressemitteilung, eine eigene Recherche ist nicht erkennbar, weitere Quellen und Fachleute werden nicht herangezogen.
Ein journalistischer Beitrag der Berliner Zeitung greift die Pressemitteilung eines Pharmaunternehmens auf, die über den Beginn einer neuen Studie berichtet. Ein bekanntes pflanzliches Medikament soll daraufhin überprüft werden, ob es bei ambulant behandelten Covid-19-PatientInnen Husten und Atemnot lindern kann. Der journalistische Beitrag übernimmt jedoch unkritisch die Aussagen der Pressemitteilung, eine eigene Recherche ist nicht erkennbar, weitere Quellen und Fachleute werden nicht herangezogen.
Medien-Doktor Gesundheit
„HIV-Heilung: So wurde der "Düsseldorfer Patient" geheilt“ (Regionalmedien-Special)
Veröffentlicht von:
Augsburger Allgemeine
Veröffentlicht am:
22. März 2023
Bewertung:
Ein Artikel der „Augsburger Allgemeine“ berichtet in einem übersichtlichen Frage-Antwort-Format über den dritten Fall einer Heilung von einer HIV-Infektion. Der Text macht die Besonderheit des Einzelfalls deutlich und übertreibt die positiven Effekte nicht. Es wird deutlich, dass es sich um einen Therapieansatz handelt, der nur für ganz spezielle Fälle geeignet ist und somit nicht breit verfügbar. Auch wird klar, dass kein anderer Ansatz zur Heilung führt. Auf Risiken und Nebenwirkungen geht der Artikel jedoch nicht hinreichend ein, die Kosten der Therapie werden leider gar nicht erwähnt. Auch wie gut die Heilung durch die Studie belegt ist, lässt der Text offen.
Ein Artikel der „Augsburger Allgemeine“ berichtet in einem übersichtlichen Frage-Antwort-Format über den dritten Fall einer Heilung von einer HIV-Infektion. Der Text macht die Besonderheit des Einzelfalls deutlich und übertreibt die positiven Effekte nicht. Es wird deutlich, dass es sich um einen Therapieansatz handelt, der nur für ganz spezielle Fälle geeignet ist und somit nicht breit verfügbar. Auch wird klar, dass kein anderer Ansatz zur Heilung führt. Auf Risiken und Nebenwirkungen geht der Artikel jedoch nicht hinreichend ein, die Kosten der Therapie werden leider gar nicht erwähnt. Auch wie gut die Heilung durch die Studie belegt ist, lässt der Text offen.
Medien-Doktor Gesundheit
„Wie der Körper den Schmerz vergisst“ (Regionalmedien-Special)
Veröffentlicht von:
Sächsische Zeitung
Veröffentlicht am:
15. März 2023
Bewertung:
Ein „Neuro-Coach“ stellt in einem Interview der Sächsischen Zeitung eine neue Methode zur Selbsttherapie von unspezifischen Rückenschmerzen vor. Die positiven Effekte werden nicht konkret genug beschrieben, dem Thema Risiken und Nebenwirkungen wird keine einzige Frage gewidmet. Es wird auch nicht deutlich, in welchem Rahmen die Methode für Betroffene nutzbar ist. Als Alternative werden wichtige Verfahren nicht angesprochen, Bewegung etwa oder physiotherapeutische Maßnahmen. Ob für Patienten bei der Methode über das Buch hinaus Kosten entstehen, klärt das Interview nicht. Der Text stellt das Problem der Rückenschmerzen zwar nicht übertrieben dar, fragt jedoch an keiner Stelle nach, welche Belege es überhaupt für die Wirkung der Methode gibt.
Ein „Neuro-Coach“ stellt in einem Interview der Sächsischen Zeitung eine neue Methode zur Selbsttherapie von unspezifischen Rückenschmerzen vor. Die positiven Effekte werden nicht konkret genug beschrieben, dem Thema Risiken und Nebenwirkungen wird keine einzige Frage gewidmet. Es wird auch nicht deutlich, in welchem Rahmen die Methode für Betroffene nutzbar ist. Als Alternative werden wichtige Verfahren nicht angesprochen, Bewegung etwa oder physiotherapeutische Maßnahmen. Ob für Patienten bei der Methode über das Buch hinaus Kosten entstehen, klärt das Interview nicht. Der Text stellt das Problem der Rückenschmerzen zwar nicht übertrieben dar, fragt jedoch an keiner Stelle nach, welche Belege es überhaupt für die Wirkung der Methode gibt.
Medien-Doktor Gesundheit
„Soll sofort wirken: Durchbruch bei der Suche nach Verhütungspille für Männer?“ (Regionalmedien-Special)
Veröffentlicht von:
Hannoversche Allgemeine Zeitung
Veröffentlicht am:
8. März 2023
Bewertung:
Der journalistische Beitrag aus der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung beschreibt die Entwicklung eines möglichen Verhütungsmittels für den Mann. Dafür wird ein Enzym blockiert, das für die Beweglichkeit von Spermien notwendig ist. Im Text wird deutlich, dass dazu bisher nur Versuche an Mäusen unternommen wurden. Ob die Studienergebnisse sich auf den Menschen übertragen lassen, so viel wird auch deutlich, ist also noch nicht erforscht. Allerdings sind die Tierversuche im Artikel so kurz beschrieben, dass deren Aussagekraft nicht ganz klar wird. So fehlen zum Beispiel Angaben zur Anzahl der Mäuse, an denen der Wirkstoff erprobt wurde. Auch erwähnt der Artikel nur eine einzige Studie, zu der die Quellenangabe fehlt; weitere Quellen werden nicht einbezogen. Auch unabhängige Expert*innen kommen im Text leider nicht vor.
Der journalistische Beitrag aus der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung beschreibt die Entwicklung eines möglichen Verhütungsmittels für den Mann. Dafür wird ein Enzym blockiert, das für die Beweglichkeit von Spermien notwendig ist. Im Text wird deutlich, dass dazu bisher nur Versuche an Mäusen unternommen wurden. Ob die Studienergebnisse sich auf den Menschen übertragen lassen, so viel wird auch deutlich, ist also noch nicht erforscht. Allerdings sind die Tierversuche im Artikel so kurz beschrieben, dass deren Aussagekraft nicht ganz klar wird. So fehlen zum Beispiel Angaben zur Anzahl der Mäuse, an denen der Wirkstoff erprobt wurde. Auch erwähnt der Artikel nur eine einzige Studie, zu der die Quellenangabe fehlt; weitere Quellen werden nicht einbezogen. Auch unabhängige Expert*innen kommen im Text leider nicht vor.
Medien-Doktor Gesundheit
„Experten über die Abnehmspritze der Stars: Bei wem sie hilft“ (Regionalmedien-Special)
Veröffentlicht von:
Berliner Morgenpost
Veröffentlicht am:
16. Februar 2023
Bewertung:
Der journalistische Beitrag der „Berliner Morgenpost“ berichtet über den Wirkstoff Semaglutid, der zur Behandlung für krankhaftes Übergewicht – Adipositas – zum Einsatz kommen soll. Es werden Daten aus der Zulassungsstudie genannt, außerdem kommen zwei unabhängige Experten zu Wort. Die neueste Studie, in der der Wirkstoff an übergewichtigen Jugendlichen getestet wurde, bezieht der Beitrag allerdings nicht ein. Nebenwirkungen sind nur unzureichend beschrieben. Und es fehlt der Hinweise darauf, dass die im Text vorgestellte klinische Studie vom Hersteller des Medikaments finanziert worden war, auch Interessenkonflikte einiger Studienautoren bleiben leider unerwähnt.
Der journalistische Beitrag der „Berliner Morgenpost“ berichtet über den Wirkstoff Semaglutid, der zur Behandlung für krankhaftes Übergewicht – Adipositas – zum Einsatz kommen soll. Es werden Daten aus der Zulassungsstudie genannt, außerdem kommen zwei unabhängige Experten zu Wort. Die neueste Studie, in der der Wirkstoff an übergewichtigen Jugendlichen getestet wurde, bezieht der Beitrag allerdings nicht ein. Nebenwirkungen sind nur unzureichend beschrieben. Und es fehlt der Hinweise darauf, dass die im Text vorgestellte klinische Studie vom Hersteller des Medikaments finanziert worden war, auch Interessenkonflikte einiger Studienautoren bleiben leider unerwähnt.
Medien-Doktor Gesundheit
„Pflanzengift könnte Tausende Menschen retten: Neues Antibiotikum aus Berlin“ (Regionalmedien-Special)
Veröffentlicht von:
Berliner Zeitung
Veröffentlicht am:
6. Februar 2023
Bewertung:
In Laborexperimenten haben Forschende den Wirkstoff Albicidin als mögliches neues Antibiotikum ausgemacht, auch gegen multiresistente Bakterien, berichtet die Berliner Zeitung. Allerdings wurde im journalistischen Beitrag weitgehend der Text einer Pressemitteilung übernommen. Sprachlich und in seinen Erklärungen ist der Artikel leider nur schwer verständlich.
In Laborexperimenten haben Forschende den Wirkstoff Albicidin als mögliches neues Antibiotikum ausgemacht, auch gegen multiresistente Bakterien, berichtet die Berliner Zeitung. Allerdings wurde im journalistischen Beitrag weitgehend der Text einer Pressemitteilung übernommen. Sprachlich und in seinen Erklärungen ist der Artikel leider nur schwer verständlich.
Medien-Doktor Gesundheit
„Mythos im Check: Hilft Baden wirklich bei Erkältung? Die Antwort überrascht“ (Regionalmedien-Special)
Veröffentlicht von:
www.nordbayern.de
Veröffentlicht am:
23. Januar 2023
Bewertung:
Ob ein altes Hausmittel gegen Erkältungen hilft, darüber möchte ein Artikel der Nordbayern-Redaktion aufklären. Ein heißes Bad könne helfen, besser zu atmen und die Symptome einer beginnenden Erkältung zu lindern, sollte aber bei Fieber oder starker Erkältung gemieden werden, heißt es. In diesem Ratgeber-Text wird zwar anschaulich über das Thema berichtet, doch werden keinerlei wissenschaftliche Belege für die Behauptungen aufgeführt.
Ob ein altes Hausmittel gegen Erkältungen hilft, darüber möchte ein Artikel der Nordbayern-Redaktion aufklären. Ein heißes Bad könne helfen, besser zu atmen und die Symptome einer beginnenden Erkältung zu lindern, sollte aber bei Fieber oder starker Erkältung gemieden werden, heißt es. In diesem Ratgeber-Text wird zwar anschaulich über das Thema berichtet, doch werden keinerlei wissenschaftliche Belege für die Behauptungen aufgeführt.
Medien-Doktor Gesundheit
„Kein Lifestylemedikament. Semaglutid: Ist dieses Medikament der ersehnte „Gamechanger“ bei Adipositas? (Regionalmedien-Special)“
Veröffentlicht von:
Hannoversche Allgemeine Zeitung
Veröffentlicht am:
16. Januar 2023
Bewertung:
Ob sich das neue Medikament Semaglutid als Lifestyle-Medikament gegen Übergewicht eignet, wird im vorliegenden journalistischen Beitrag des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung diskutiert. Im Artikel werden zwei wissenschaftliche Studien erwähnt und die Therapie von zwei Experten eingeordnet, die nicht an den Studien beteiligt waren. Der Artikel ist attraktiv geschrieben, gut verständlich, allein der Nutzen etwas irreführend dargestellt. Der Aspekt der Interessenkonflikte wird leider nicht hinreichend dargestellt.
Ob sich das neue Medikament Semaglutid als Lifestyle-Medikament gegen Übergewicht eignet, wird im vorliegenden journalistischen Beitrag des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung diskutiert. Im Artikel werden zwei wissenschaftliche Studien erwähnt und die Therapie von zwei Experten eingeordnet, die nicht an den Studien beteiligt waren. Der Artikel ist attraktiv geschrieben, gut verständlich, allein der Nutzen etwas irreführend dargestellt. Der Aspekt der Interessenkonflikte wird leider nicht hinreichend dargestellt.

























