Dein Medien-Doktor Gesundheit
Förderung kritischer und verlässlicher Medizinberichterstattung
Gesundheitsthemen betreffen früher oder später jede und jeden, teilweise auf existenzielle Weise. Journalistinnen und Journalisten kommt hier eine besondere Verantwortung zu: Einerseits sollen sie über Fortschritte in der Medizin berichten, andererseits dürfen sie keine falschen Erwartungen oder unnötige Ängste bei Betroffenen wecken.
Um eine differenzierte und hochwertige Berichterstattung über Medizinthemen zu fördern, betreibt der Medien-Doktor daher seit 2010 ein konstruktives Medienmonitoring nach Vorbildern aus Australien und den USA (HealthNewsReview). Deren international etablierte Kriterien wurden dazu entlang der Qualitätsforschung im Journalismus weiterentwickelt und berücksichtigen wissenschaftliche ebenso wie allgemeinjournalistische Aspekte.
Auf dieser Basis veröffentlicht der heutige Medien-Doktor GESUNDHEIT weiterhin regelmäßig Gutachten zur Qualität aktueller Beiträge aus dem Medizin- und Gesundheitsjournalismus und gibt Empfehlungen zur Verbesserung. Zeitweise wurden auch Pressemitteilungen aus der Wissenschaft begutachtet.

Alle Gutachten Gesundheit
Medien-Doktor Gesundheit
„Warum die Leopoldina einen harten Lockdown fordert“
Veröffentlicht von:
BR (online)
Bewertet am:
18. Januar 2021
Bewertung:
Vor den Weihnachtsferien diskutierten Politiker, Wissenschaftler und Ärzte intensiv, wie streng der Lockdown über die Feiertage sein sollte. In einem Beitrag des Bayerischen Rundfunks (online) wird die von der Nationalen Akademie der Wissenschaften „Leopoldina“ verfasste Stellungnahme vorgestellt, die ein hartes Vorgehen über die Feiertage hinweg forderte. Leider wurde im Artikel versäumt, unabhängige Experten zu zitieren und damit die vorgestellten Maßnahmen einzuordnen.
Vor den Weihnachtsferien diskutierten Politiker, Wissenschaftler und Ärzte intensiv, wie streng der Lockdown über die Feiertage sein sollte. In einem Beitrag des Bayerischen Rundfunks (online) wird die von der Nationalen Akademie der Wissenschaften „Leopoldina“ verfasste Stellungnahme vorgestellt, die ein hartes Vorgehen über die Feiertage hinweg forderte. Leider wurde im Artikel versäumt, unabhängige Experten zu zitieren und damit die vorgestellten Maßnahmen einzuordnen.
Medien-Doktor Gesundheit
„Biotech-Unternehmen Formycon: Neues Corona-Medikament aus Bayern“
Veröffentlicht von:
tagesschau.de
Bewertet am:
21. Dezember 2020
Bewertung:
Während seit Wochen über neue Impfstoffe gegen Covid-19 und ihre Wirksamkeit geschrieben wird, berichtet tagesschau.de nun über einen neuen Wirkstoff der Biotech-Firma Formycon, der angeblich auch schwer kranken Patienten helfen soll. Leider wird dabei nicht deutlich gemacht, dass der Wirkstoff bislang nur in Zellkulturen im Labor getestet wurde. Ob das Medikament im menschlichen Körper tatsächlich gegen das neue Coronavirus hilft, wurde bislang noch gar nicht untersucht.
Während seit Wochen über neue Impfstoffe gegen Covid-19 und ihre Wirksamkeit geschrieben wird, berichtet tagesschau.de nun über einen neuen Wirkstoff der Biotech-Firma Formycon, der angeblich auch schwer kranken Patienten helfen soll. Leider wird dabei nicht deutlich gemacht, dass der Wirkstoff bislang nur in Zellkulturen im Labor getestet wurde. Ob das Medikament im menschlichen Körper tatsächlich gegen das neue Coronavirus hilft, wurde bislang noch gar nicht untersucht.
Medien-Doktor Gesundheit
„Wie eine Löbauer Firma den Unterricht retten will“
Veröffentlicht von:
Sächsische Zeitung
Bewertet am:
17. Dezember 2020
Bewertung:
Lüften oder filtern? Diese Frage stellte sich bis vor dem Lockdown anlässlich der Corona-Pandemie noch in jeder Schule. In einem Artikel in der Sächsischen Zeitung wird ein Luftfilter einer Firma aus der Region als sehr gute Lösung vorgestellt, ohne dies zu belegen.
Lüften oder filtern? Diese Frage stellte sich bis vor dem Lockdown anlässlich der Corona-Pandemie noch in jeder Schule. In einem Artikel in der Sächsischen Zeitung wird ein Luftfilter einer Firma aus der Region als sehr gute Lösung vorgestellt, ohne dies zu belegen.
Medien-Doktor Gesundheit
„Niedriger Vitamin-D-Spiegel, anfälliger für komplikationsreiche Verläufe“
Veröffentlicht von:
Die Welt
Bewertet am:
8. Dezember 2020
Bewertung:
Kann Vitamin D vor einem schweren Covid-19-Verlauf schützen? Ein Interview mit einem Vitamin D-Experten macht klar, dass es zwar ein paar Indizien dafür gibt, die Studienlage aber zu dünn und widersprüchlich ist, um daraus Rückschlüsse zu ziehen. Das Interview ist interessant und aufschlussreich, an ein paar Stellen hätten wir uns jedoch mehr Informationen gewünscht.
Kann Vitamin D vor einem schweren Covid-19-Verlauf schützen? Ein Interview mit einem Vitamin D-Experten macht klar, dass es zwar ein paar Indizien dafür gibt, die Studienlage aber zu dünn und widersprüchlich ist, um daraus Rückschlüsse zu ziehen. Das Interview ist interessant und aufschlussreich, an ein paar Stellen hätten wir uns jedoch mehr Informationen gewünscht.
Medien-Doktor Gesundheit
„In welchen Situationen Alltagsmasken schützen – und wann nicht“
Veröffentlicht von:
Tagesspiegel
Bewertet am:
24. November 2020
Bewertung:
Angesichts der aktuell hohen Covid-19-Fallzahlen in Deutschland fragen sich viele Menschen, wie sie sich zuverlässig vor einer Ansteckung mit dem neuen Coronavirus schützen können. Ein Artikel im Tagesspiegel greift diese Sorge auf und widmet sich der Frage, ob und welche Schutzmasken eine Infektion verhindern können. Allerdings wird im Beitrag nur auf die Ansichten eines einzelnen Experten eingegangen, einen Einblick in die gegenwärtige Studienlage erhalten die Leserinnen und Leser dagegen nicht.
Angesichts der aktuell hohen Covid-19-Fallzahlen in Deutschland fragen sich viele Menschen, wie sie sich zuverlässig vor einer Ansteckung mit dem neuen Coronavirus schützen können. Ein Artikel im Tagesspiegel greift diese Sorge auf und widmet sich der Frage, ob und welche Schutzmasken eine Infektion verhindern können. Allerdings wird im Beitrag nur auf die Ansichten eines einzelnen Experten eingegangen, einen Einblick in die gegenwärtige Studienlage erhalten die Leserinnen und Leser dagegen nicht.
Medien-Doktor Gesundheit
„Erfolgsmeldung mit Lücken“
Veröffentlicht von:
Der Spiegel (online)
Bewertet am:
14. November 2020
Bewertung:
Menschen sind der Pandemie zunehmend müde, nach Monaten der Vorsicht und Einschränkungen im Alltag. Umso wichtiger ist es, keine ungerechtfertigten Hoffnungen zu wecken, ob und wann ein Impfstoff gegen das neue Coronavirus zur Verfügung stehen könnte. Einem journalistischen Beitrag auf Spiegel Online gelingt dies auf herausragende Weise: Der Artikel macht deutlich, dass die Studiendaten vielversprechend sind, erklärt jedoch auch ausführlich die eingeschränkte Aussagekraft der Zwischenergebnisse.
Menschen sind der Pandemie zunehmend müde, nach Monaten der Vorsicht und Einschränkungen im Alltag. Umso wichtiger ist es, keine ungerechtfertigten Hoffnungen zu wecken, ob und wann ein Impfstoff gegen das neue Coronavirus zur Verfügung stehen könnte. Einem journalistischen Beitrag auf Spiegel Online gelingt dies auf herausragende Weise: Der Artikel macht deutlich, dass die Studiendaten vielversprechend sind, erklärt jedoch auch ausführlich die eingeschränkte Aussagekraft der Zwischenergebnisse.
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„Bekanntes Antidepressivum: Prozac wirkt gegen Covid-19“
Veröffentlicht von:
ntv.de
Bewertet am:
2. November 2020
Bewertung:
Um möglichst rasch einen schlagkräftigen Wirkstoff gegen Sars-CoV-2 zu finden, probieren viele Forscher momentan bereits bekannte Medikamente gegen das neue Coronavirus aus. Ein Bericht auf ntv.de berichtet nun über eine Studie unter anderem mit Fluoxetin – einem Antidepressivum, das besser unter dem Markennamen Prozac bekannt ist. Dieser Ansatz an sich ist interessant. Allerdings ist angesichts der Flut an Information zu möglichen Therapien gegen das neue Coronavirus zu bedenken, ob eine Studie in Zellkultur – mit geringer Aussagekraft über die Wirksamkeit am Menschen – tatsächlich berichtenswert ist. Zumal der journalistische Beitrag viele Textpassagen aus einer Pressemitteilung der an der Studie beteiligten Universität übernimmt.
Um möglichst rasch einen schlagkräftigen Wirkstoff gegen Sars-CoV-2 zu finden, probieren viele Forscher momentan bereits bekannte Medikamente gegen das neue Coronavirus aus. Ein Bericht auf ntv.de berichtet nun über eine Studie unter anderem mit Fluoxetin – einem Antidepressivum, das besser unter dem Markennamen Prozac bekannt ist. Dieser Ansatz an sich ist interessant. Allerdings ist angesichts der Flut an Information zu möglichen Therapien gegen das neue Coronavirus zu bedenken, ob eine Studie in Zellkultur – mit geringer Aussagekraft über die Wirksamkeit am Menschen – tatsächlich berichtenswert ist. Zumal der journalistische Beitrag viele Textpassagen aus einer Pressemitteilung der an der Studie beteiligten Universität übernimmt.
Medien-Doktor Gesundheit
„WHO-Studie stellt Wirksamkeit von Covid-19-Medikament infrage“
Veröffentlicht von:
Tagesspiegel
Bewertet am:
22. Oktober 2020
Bewertung:
Was für eine Enttäuschung: Remdesivir galt bislang als eines der wenigen Medikamente, die etwas gegen Covid-19 auszurichten schienen. Nun aber zeigen Zwischenergebnisse einer internationalen Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass Remdesivir weder die Sterblichkeit der Patienten senkt, noch die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus verkürzt. Über diese wichtigen, neuen Informationen berichtet der Tagesspiegel in einem aktuellen Artikel. Doch leider werden manche Aspekte zu wenig erklärt, andere gar nicht erwähnt, wie etwa die Qualität der bisherigen Studien.
Was für eine Enttäuschung: Remdesivir galt bislang als eines der wenigen Medikamente, die etwas gegen Covid-19 auszurichten schienen. Nun aber zeigen Zwischenergebnisse einer internationalen Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass Remdesivir weder die Sterblichkeit der Patienten senkt, noch die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus verkürzt. Über diese wichtigen, neuen Informationen berichtet der Tagesspiegel in einem aktuellen Artikel. Doch leider werden manche Aspekte zu wenig erklärt, andere gar nicht erwähnt, wie etwa die Qualität der bisherigen Studien.
Medien-Doktor Gesundheit
„Trumps Antikörper-Cocktail: Virologe erklärt, warum sein Corona-Schutz nur kurz hält“
Veröffentlicht von:
Focus Online
Bewertet am:
19. Oktober 2020
Bewertung:
Unglaublich habe er sich nach der Behandlung gefühlt, berichtete der US-Präsident, nachdem er nach seiner Covid-19-Erkrankung das Krankenhaus verlassen hatte. Er sprach sogar von einem „Heilmittel“ gegen das neue Coronavirus. Umso wichtiger ist es, dass Focus Online zeitnah beleuchtet, was es mit der Antikörper-Therapie auf sich hat, die Donald Trump so lauthals anpreist. Schade ist allerdings, dass im journalistischen Beitrag zu wenig darauf eingegangen wird, wie viel man bislang über die Wirksamkeit der Behandlung weiß, und ob es bislang zu Nebenwirkungen gekommen ist.
Unglaublich habe er sich nach der Behandlung gefühlt, berichtete der US-Präsident, nachdem er nach seiner Covid-19-Erkrankung das Krankenhaus verlassen hatte. Er sprach sogar von einem „Heilmittel“ gegen das neue Coronavirus. Umso wichtiger ist es, dass Focus Online zeitnah beleuchtet, was es mit der Antikörper-Therapie auf sich hat, die Donald Trump so lauthals anpreist. Schade ist allerdings, dass im journalistischen Beitrag zu wenig darauf eingegangen wird, wie viel man bislang über die Wirksamkeit der Behandlung weiß, und ob es bislang zu Nebenwirkungen gekommen ist.
Medien-Doktor Gesundheit
„Die Krux mit den Antigen-Tests“
Veröffentlicht von:
Der Spiegel (online)
Bewertet am:
9. Oktober 2020
Bewertung:
Viele Menschen dürften die Covid-19-Erkrankung Donald Trumps in den vergangenen Tagen mit großem Interesse verfolgt haben. Wie aber wurde die Infektion mit Sars-CoV-2 bei ihm nachgewiesen? Und welche Tests werden bei den Mitarbeitern im Weißen Haus überhaupt verwendet? Ein aktueller Artikel auf Spiegel Online greift diese Fragen auf, was interessant und lobenswert ist. Allerdings wären an mancher Stelle ein paar mehr Erläuterungen (besonders zum Nutzen der Tests) hilfreich gewesen. Auch wird nicht deutlich, inwiefern die Testverfahren im Weißen Haus in Rahmen der neuen Teststrategie auch in Deutschland eingesetzt werden sollen.
Viele Menschen dürften die Covid-19-Erkrankung Donald Trumps in den vergangenen Tagen mit großem Interesse verfolgt haben. Wie aber wurde die Infektion mit Sars-CoV-2 bei ihm nachgewiesen? Und welche Tests werden bei den Mitarbeitern im Weißen Haus überhaupt verwendet? Ein aktueller Artikel auf Spiegel Online greift diese Fragen auf, was interessant und lobenswert ist. Allerdings wären an mancher Stelle ein paar mehr Erläuterungen (besonders zum Nutzen der Tests) hilfreich gewesen. Auch wird nicht deutlich, inwiefern die Testverfahren im Weißen Haus in Rahmen der neuen Teststrategie auch in Deutschland eingesetzt werden sollen.



















