Was macht Medien-Doktor Umwelt?

Wir beurteilen die Qualität umweltjournalistischer Beiträge in Publikumsmedien nach festen Kriterien. Damit wollen wir transparent und nachvollziehbar Stärken und Schwächen herausarbeiten und zur Diskussion um Qualität im Journalismus beitragen. Wir hoffen, damit die Berichterstattung über Umweltthemen besser und verständlicher zu machen.

Klima-Special

Im April 2014 widmete sich der Medien-Doktor UMWELT ganz der Klima-Berichterstattung. Anlass ist die Verabschiedung des Teilberichts der IPCC-Arbeitsgruppe 3 zum Klimaschutz. Er befasst sich mit politischen und technologischen Maßnahmen zur Minderung des Klimawandels. Die Plenarsitzung zu diesem Teilbericht zum Fünften IPCC-Sachstandsbericht fand vom 7. bis 11. April in Berlin statt. Der Medien-Doktor UMWELT beobachtete die Berichterstattung. Hier listen wir nach und nach die Gutachten auf, die wir im Rahmen dieses Projekts erstellt haben. Weitere Infos zum Klima-Special gibt es hier.

 

Die Gutachten des Klima-Specials

 

„Sofort raus aus der Kohle“

Ein Artikel in der taz stellt anlässlich des jüngsten Berichts der Arbeitsgruppe III des Weltklimarats IPCC fest, dass die Emissionen von Treibhausgasen in den letzten Jahren dramatisch zugenommen haben. Er konstatiert, dass eine Vielzahl von möglichen Gegenmaßnahmen ergriffen werden müsse, um die zusätzliche Erderwärmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen. Dabei fehlt es jedoch an Informationen, wie schnell und zu welchen Kosten diese Schritte umgesetzt werden könnten. Die Überschrift suggeriert irreführend, der Weltklimarat fordere einen Sofortausstieg aus der Kohle.

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„Die Klimawende – möglich und bezahlbar“

Am Tag nach der Veröffentlichung des 3. Teilberichts des Weltklimarats IPCC berichtet die Stuttgarter Zeitung über dessen Ergebnisse. Der Beitrag stellt die Aussagen des Reports weitgehend korrekt dar, verzichtet jedoch auf eigene Hintergrundrecherche und findet auch keinen eigenständigen Ansatz in der Vermittlung.

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„Klimakiller brechen alle Rekorde“

Der Beitrag, der in der Hannoverschen Allgemeinen erschienen ist, fasst die Ergebnisse des 3. Teilberichts des Weltklimarats IPCC zusammen und nimmt auch auf die Situation in Deutschland Bezug. Dabei werden viele Aspekte – von den Zielhorizonten des IPCC über den Anstieg der CO2-Emissionen in Deutschland bis zu Atomkraft und CO2-Abtrennung als Handlungsoptionen – kurz angesprochen. Doch bleibt der Beitrag dabei an vielen Stellen recht oberflächlich.

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„Neuer Uno-Klimabericht: Es hilft nur der Abschied von Öl, Gas und Kohle“

Ein Beitrag in Spiegel Online fasst den dritten Teil des aktuellen Weltklimareports detailreich zusammen. Der Beitrag nennt viele Fakten, allerdings hätten wir uns an einigen Stellen genauere Erklärungen gewünscht. In der Darstellung bleibt der Beitrag sehr trocken.

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„Linderung für die fiebernde Erde

Das Hamburger Abendblatt berichtet über den gerade zuvor veröffentlichten jüngsten Bericht des Weltklimarates IPCC. Dabei werden die wesentlichen Ergebnisse gut verständlich dargestellt, und auch kritische Stimmen kommen kurz zu Wort.

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 „Atmosphärenforscher: Keine schnelle Lösung möglich“

Ein Radiobeitrag im Deutschlandfunk befasst sich mit Möglichkeiten, das Weltklima durch großräumige Eingriffe in geochemische oder biogeochemische Kreisläufe der Erde zu beeinflussen. Er greift damit ein spannendes, wenig bekanntes Thema auf. Jedoch gelingt es nur unzureichend, das Thema und seine Problematik einem breiten Publikum verständlich zu erläutern.

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„Weltklimarat veröffentlicht Weltklimabericht“

Ein Beitrag in den Tagesthemen informiert über die Ergebnisse des  dritten und letzten Teils des Berichtes, den der Weltklimarat IPCC am gleichen Tag vorgelegt hat. Plakativ wird herausgestellt, dass die Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs auf zwei Grad möglich und bezahlbar ist. Belege und Hintergrundinformationen fehlen indes.

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„Klimaschutz: EU will Kaffeemaschinen kaltstellen“

Der TV-Beitrag von RTL Aktuell beschäftigt sich aus Anlass des neuen Berichts des Weltklimarats IPCC mit dem Klimawandel und verschiedenen Ansätzen, die CO2-Emissionen zu mindern. Herausgestellt wird dabei vor allem die neue Ökodesign-Richtlinie der EU, die die Laufzeit von Kaffeemaschinen begrenzt. Unklar bleibt, welche Relevanz diese Maßnahme hat. Zudem spricht der Beitrag viele weitere Aspekte des Klimaschutzes an, ohne dass hierzu ausreichend nachvollziehbare Informationen geliefert werden.

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„Mit der Diplomaten-Axt an den Klimaschutz“

Ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung widmet sich vor allem der Entstehungsgeschichte des 3. Teils des aktuellen Weltklimaberichts. Anhand von anschaulichen Beispielen zeigt er auf, wie sich der Text durch politische Einflussnahme verschiedener Regierungen vom Entwurf bis zur Veröffentlichung verändert hat.

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„Keine Empfehlung“

Ein Beitrag in der ZEIT stellt kurz vor Veröffentlichung des dritten und letzten Teils des Weltklimaberichts die Frage, ob es noch gelingen kann, die Erderwärmung auf zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Angesichts der weiter steigenden Emission von Treibhausgasen sei das nahezu unmöglich, suggeriert der Artikel. Ausreichende Belege für diese These liefert er nicht.

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„Klimaschutz – ist die Rettung der Welt bezahlbar?“

Das ZDF-heutejournal berichtet über die Vorstellung des dritten Teilberichts des Weltklimarats IPCC in Berlin. Bilder und Statements von der Pressekonferenz werden umrahmt von Katastrophenbildern, ohne dass Belege für deren Zusammenhang mit dem Klimawandel genannt würden. Die Angaben des IPCC, wie stark der Anteil CO2-neutraler Energien steigen künftig müsse, werden nicht korrekt wiedergegeben.

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„Säure-Rätsel: Die gefährliche Wandlung der Ozeane“

Spiegel-Online berichtet über die Versauerung der Weltmeere durch steigende Konzentrationen von Kohlendioxid, das durch menschliche Aktivitäten in die Atmosphäre gelangt und von den Ozeanen aufgenommen wird. Dabei macht der Beitrag einerseits darauf aufmerksam, dass es sich hierbei um ein gravierendes Umweltproblem handelt, andererseits werden auch Unsicherheiten in der Forschung ausführlich dargestellt.

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„Das sind die schlimmsten Klimaschweine der Welt“

Focus online wählt eine reißerische Überschrift, um schon länger bekannte Zahlen zu präsentieren, die den CO2-Ausstoß verschiedener Länder vergleichen. Außerdem spricht der Beitrag aus Anlass der aktuellen IPCC-Teilberichte II und III viele verschiedene Facetten des Themas Klimawandel an, vertieft jedoch keinen Aspekt ausreichend. Der Beitrag beruht z.T. auf einem dpa-Text. Er enthält irreführende Passagen und einen Faktenfehler, die im dpa-Bericht nicht auftauchen.

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„Therapie: Kohlenstoffdiät“

Die taz berichtet in einem ganzseitigen Schwerpunkt „Klimawandel“ über die Beratung der Arbeitsgruppe III des Weltklimarates IPCC in Berlin. Dieser dritte Teilbericht befasst sich mit Milderung oder Abschwächung („mitigation“) des Klimawandels. Im Haupartikel werden Auszüge aus einem internen Entwurf der Arbeitsgruppe zitiert, ein Interview befasst sich vor allem mit ökonomischen Analysen.

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„Weltklimabericht – Risikomanagement wird mehr betont“

In einem Interview im Deutschlandfunk kommentiert ein Experte des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) den zweiten Teil des Weltklimaberichtes. Es wird angesprochen, dass Anpassungsstrategien an den Klimawandel darin eine größere Rolle spielen als in früheren Berichten, allerdings wird die Brisanz dieses Themas nicht ausreichend deutlich. Den politischen und sozialen Kontext, der im IPCC-Bericht eine große Rolle spielt, spricht der Beitrag kaum an..

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 „Es ist nicht ganz so aussichtslos“

In  der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erschien ein Interview mit einem der Leitautoren des zweiten Teils des neuen Berichts des Weltklimarates IPCC. Im Beitrag wird erläutert, dass „die Gefährdung der Natur in  Zukunft klar klimagetrieben sein wird“, gleichwohl andere Faktoren, wie die Zerstörung von Lebensräumen, oft noch gravierendere aktuelle Folgen haben dürften. Die sehr allgemeinen Aussagen werden jedoch nur mit wenigen Fakten und Beispielen belegt; klärende Nachfragen fehlen.

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WIE WIRD DIESES SPECIAL FINANZIERT?
Der Medien-Doktor UMWELT wird weitgehend aus Spenden und anderen Drittmitteln finanziert (siehe hier). Dieses Medien-Doktor-Special wird – zusätzlich zu den sonstigen Drittmitteln – von Klimafakten.de unterstützt. KlimaFakten.de ist ein Projekt der European Climate Foundation. Die Stiftung nimmt selbstverständlich keinen Einfluss auf die Auswahl der im Untersuchungszeitraum zu begutachtenden Beiträge und den Begutachtungsprozess selbst oder die Veröffentlichung der Gutachten.