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Exkursion

Wissenschaftliche Auswertung der Medien-Doktor UMWELT-Gutachten publiziert

Seit Mai 2013 bewerten wir nun umweltjournalistische Beiträge im Medien-Doktor UMWELT. Doch wie sind wir überhaupt auf gerade diese Kriterien gekommen? Und wie gut werden die verschiedenen Kriterien von den bislang analysierten Beiträgen erfüllt? Antworten auf diese Frage finden sich in unserem Paper, das soeben in der Fachzeitschrift „Public Understanding of Science“ vorab online erschienen ist. („Defining criteria for good environmental journalism and testing their applicability: An environmental news review as a first step to more evidence based environmental science reporting“, DOI 10.1177/0963662515597195). Es beschreibt den Prozess der Kriterienentwicklung, an dem rund ein Jahr lang viele Kolleginnen und Kollegen aus dem Wissenschafts- und Umweltjournalismus beteiligt waren. Die meisten von ihnen wirken heute als Gutachterinnen und Gutachter an dem Projekt mit.

Außerdem werten wir in der Fachveröffentlichung die ersten 50 Gutachten des Medien-Doktors UMWELT aus. Wer unsere Webseite regelmäßig verfolgt, ahnt es schon – die größte Schwäche der Umweltberichterstattung ist demnach die mangelnde Einordnung der jeweiligen Themen in den politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Kontext. So schlichte Fragen wie: Was kostet das? Wer profitiert, wer muss zahlen? werden in der überwiegenden Mehrzahl der Beiträge (42) nicht angesprochen. Ein anderer Vorwurf scheint dagegen seltener zuzutreffen: Dass der Umweltjournalismus Probleme aufbauschen, oder aber verharmlosen würde, rügten unsere Gutachten nur bei einer relativ kleine Zahl (9) der bewerteten Beiträge.

Beim Auswerten der Gesamtqualität der Beiträge – ausgedrückt in der Zahl der Sterne die vergeben wurden – stellten wir fest: Der Medien-Doktor ist durchaus kein „Pranger“ für misslungene Beiträge. Nur 6 mal wurden 0 oder  1 Stern vergeben. Doch auch herausragende Qualität ist selten – 3 Beiträge erhielten 5 Sterne, immerhin 9 erreichten 4 Sterne. Die große Mehrheit landet also im Mittelfeld mit 2 bis 3 Sternen.

Mit der Veröffentlichung unserer Ergebnisse hoffen wir, die Diskussion über Qualität im Umweltjournalismus weiter voranzutreiben – hierzulande wie auch international.

Pressemitteilung der TU-Dortmund zur Publikation


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