Was macht Medien-Doktor PR-Watch?

Pressemitteilungen aus der Wissen- schafts-PR richten sich nicht nur an Journalisten, die diese Informationen einordnen und prüfen, sondern immer häufiger auch an die breite Öffentlichkeit. Nicht selten vertritt man in den Pressestellen sogar die Ansicht: "Wir machen Journalismus." Der Medien-Doktor macht die Probe aufs Exempel: Was passiert, wenn man Pressemitteilungen aus dem Medizin- und Umweltbereich anhand der Kriterien analysiert, die wir für die Begutachtung journalistischer Beiträge nutzen? – Wir freuen uns auch auf Vorschläge zur Bewertung für dieses Experiment!

Unsere Bewertungen

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„Genügend Flächenpotenzial für die Windenergie an Land“

Je größer die Mindestabstände zu Siedlungen, desto weniger Fläche steht für den Bau von Windrädern zu Verfügung. In einer Pressemitteilung des Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung wird über eine Studie zu diesem Konfliktthema berichtet, doch gelingt es kaum, die Ergebnisse interessant und nachvollziehbar darzustellen.


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„Wie aus Schadstoffen Wertstoffe werden: Fähigkeit biogasbildender Mikroorganismen unterschätzt“

Schadstoffe, die bei der Verwertung von Biomasse entstehen, können von Mikroorganismen in Biogas umgewandelt werden, berichtet eine Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Agrartechnik Potsdam-Bornim. Wie dies jedoch geschieht, erläutert der Text nur unzureichend.


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„Kampf dem Erstickungstod“

Die Pressemitteilung des Uniklinikums Ulm preist ein Mittel an, das möglicherweise lebensbedrohliche Nebenwirkungen von ACE-Hemmern gegen Herzschwäche und zur Blutdrucksenkung besser therapieren kann. Der Text liefert insgesamt zu wenige konkrete Informationen bei fast allen unseren Kriterien, so etwa beim Nutzen, den Risiken oder den Interessenkonflikten.


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„Erwärmungspause: Die Klimamodelle machen keine systematischen Fehler“

Eine Pressemitteilung der Max-Planck-Gesellschaft informiert über eine Studie zu Ungenauigkeiten von Klimaprognosen. Es wird deutlich, warum sich Abweichungen zwischen vorhergesagtem und tatsächlichem Temperaturanstieg demnach durch zufällige Schwankungen erklären lassen. Stellenweise gerät der Text jedoch unnötig kompliziert.


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„Stabilität von Stromnetzen: Aus Sackgassen Durchfahrtsstraßen machen“

Wissenschaftler des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) untersuchten, wie sich verhindern lässt, dass Stromnetze durch viele neue Solar- und Windkraftanlagen instabiler werden. Aus Simulationen mit einem mathematischen Verfahren leiten sie Lösungsstrategien ab. Der Versuch, dieses Verfahren für Laien verständlich zu erläutern, gelingt dabei nur in Ansätzen.


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„Neue Studie: Große Bäume sind die besten Kohlendioxid-Speicher“

Die Pressemitteilung des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung berichtet darüber, wie sich jüngere und ältere Bäume in ihrer Aufnahmefähigkeit für Kohlendioxid unterscheiden. Dass es bei dem Thema um eine alte Kontroverse handelt und wie die Ergebnisse im Hinblick auf den Klimawandel einzuordnen sind, wird nur angedeutet.


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„Tonminerale helfen chronisch Nierenkranken“

Die Pressemitteilung der Fraunhofer-Gesellschaft verspricht Nierenkranken anlässlich einer Patentanmeldung heilende Wirkungen eines Wirkstoffs aus Tonmineralien, zu dem bisher erst Tierversuche vorliegen – eine Nachricht, die in dieser Form bestenfalls noch in einen Wirtschaftsticker gehören würde, kaum aber in einen Informationsdienst Wissenschaft.


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„Schwerkranke Patienten mit undichter Herzklappe profitieren von Katheter-Behandlung“

Die Pressemitteilung des Universitätsklinikums Heidelberg preist ein neues Katheter-Verfahren zur Therapie undichter Herzklappen bei Hochrisikopatienten an. Die Unsicherheiten der kleinen Studie werden nicht ausreichend deutlich gemacht, Aspekte wie Finanzierung und mögliche Interessenkonflikte werden nicht thematisiert.


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Wetterextreme heizen Klimawandel an

Die Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie in Jena berichtet über Forschungsarbeiten, die darauf hindeuten, dass extreme Wetterereignisse und der Klimawandel einander verstärken könnten.  Es wird klar, dass dem Messungen und Modellrechnungen zugrunde liegen, doch weist der Text  nicht immer ausreichend auf Unsicherheiten hin, und  nicht alle Zahlenangaben sind unmittelbar nachzuvollziehen.


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„Heilung für bestimmte Leukämieform ohne Chemotherapie möglich“

Die Pressemitteilung berichtet über eine erfolgreiche Therapie gegen eine besondere Form von Leukämie. Der Nutzen wird indes übertrieben dargestellt, auf Risiken und Nebenwirkungen gar nicht eingegangen. Dafür wird die Art der Studie angesprochen.


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