Was macht Medien-Doktor PR-Watch?

Pressemitteilungen aus der Wissenschafts-PR richten sich nicht nur an Journalisten, die diese Informationen einordnen und prüfen, sondern immer häufiger auch direkt an die breite Öffentlichkeit. Wir begutachten daher auch Pressemitteilungen aus dem Medizin- und Umweltbereich anhand der Kriterien, die wir für die Begutachtung journalistischer Beiträge nutzen. Im Rahmen unseres von der Thyssen-Stiftung geförderten Projekts „Bewertung und Sicherung der Qualität von Wissenschaftskommunikation“ veröffentlichen wir hier in den folgenden Wochen (ab September 2018) Gutachten zu Pressemitteilungen, die zuvor schon von Seiten des Informationsdienstes Wissenschaft 2017 in zwei „Wochen der Qualitätssicherung“ bewertet wurden Link: https://idw-online.de/en/news?print=1&id=678188. Diese Pressemitteilungen werden außerdem einer Inhaltsanalyse unterzogen, deren Ergebnisse wir demnächst auf unserer Webseite Medien-Doktor Forschung zugänglich machen.

Willkommen!

„Wärmetherapie vielseitig einsetzbar“

Infrarotlampen mit Wasserfilter könnten eine Vielzahl von Beschwerden lindern, berichtet ein Übersichtartikel, über den die Goethe-Universität Frankfurt am Main in einer Pressemitteilung informiert. Nähere Angaben zum Nutzen oder möglichen Nebenwirkungen enthält die Meldung nicht.


„Junge erhält dank Gentherapie neue Haut“

Ein Junge, der an einer seltenen Hautkrankheit leidet, wurde erfolgreich mit  Transplantaten aus genmodifizierten Stammzellen behandelt, berichtet die Ruhr-Universität Bochum. Der Nutzen dieser experimentellen Einzelfall-Therapie wird in der Pressemitteilung ausreichend erläutert. Dagegen fehlen Informationen zu Risiken, wie auch Angaben zu den Interessenkonflikten einiger Autoren des Fachartikels.


„Darmspiegelung: erfolgreiche Krebsprävention bei minimaler Komplikationsrate“

Nach einer Vorsorge-Darmspiegelung komme es nur sehr selten zu Komplikationen, ergab eine Studie, über die das Deutsche Krebsforschungszentrum in einer gut verständlichen Pressemitteilung berichtet. Komplikationen werden dargestellt, indirekte Schäden dagegen nicht erwähnt..


„Besseres Hören – bessere Effekte der Musiktherapie bei Tinnitus! “

Hörgeräte sollen die Behandlung eines Tinnitus mittels Neuro-Musiktherapie erfolgreicher machen, berichtete das Deutsche Zentrum für Musiktherapieforschung in Heidelberg. Dabei erfahren Leserinnen und Leser nicht, dass die angeblich „aktuelle“ Studie bereits eineinhalb Jahre vor der Pressemitteilung erschienen ist.


„Genügend Flächenpotenzial für die Windenergie an Land“

Je größer die Mindestabstände zu Siedlungen, desto weniger Fläche steht für den Bau von Windrädern zu Verfügung. In einer Pressemitteilung des Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung wird über eine Studie zu diesem Konfliktthema berichtet, doch gelingt es kaum, die Ergebnisse interessant und nachvollziehbar darzustellen.