Was macht Medien-Doktor PR-Watch?

Pressemitteilungen aus der Wissenschafts-PR richten sich nicht nur an Journalisten, die diese Informationen einordnen und prüfen, sondern immer häufiger auch direkt an die breite Öffentlichkeit. Wir begutachten daher auch Pressemitteilungen aus dem Medizin- und Umweltbereich anhand der Kriterien, die wir für die Begutachtung journalistischer Beiträge nutzen. Im Rahmen unseres von der Thyssen-Stiftung geförderten Projekts „Bewertung und Sicherung der Qualität von Wissenschaftskommunikation“ veröffentlichen wir hier in den folgenden Wochen (ab September 2018) Gutachten zu Pressemitteilungen, die zuvor schon von Seiten des Informationsdienstes Wissenschaft 2017 in zwei „Wochen der Qualitätssicherung“ bewertet wurden. Diese Pressemitteilungen werden außerdem einer Inhaltsanalyse unterzogen, deren Ergebnisse wir demnächst auf unserer Webseite Medien-Doktor Forschung zugänglich machen.

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PR-Watch: „Emissionen runter – auch im kleinen Leistungsbereich“

Laut einer Pressemitteilung des Deutschen Biomasseforschungszentrums fehlte es bislang an einer Technik, die Staub und Stickoxide aus den Abgasen kleiner Verbrennungsanlagen herausfiltert. Ein Konsortium aus Unternehmen und Forschungsinstituten habe dafür eine Abgasreinigung entwickelt, die noch in der Praxis erprobt werden müsse. Leider gelingt es nicht, das Verfahren verständlich zu beschreiben.


PR-Watch: „FAU-Forscher entwickeln neues Materialsystem für effiziente und langlebige Solarzellen“

Ein Verfahren, das die kostengünstige Herstellung von Solarzellen auf der Basis des Halbleiters Perowskit ermöglichen soll, wurde von Wissenschaftlern der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg entwickelt. Die Pressemitteilung stellt die neue Entwicklung in einem eher werblich wirkenden und zugleich für Laien wenig verständlichen Text vor.


PR-Watch: „Städte können Treibhausgasemissionen weit über ihre Stadtgrenzen hinaus senken“

Nicht nur innerhalb ihrer Stadtgrenzen verursachen Stadtbewohner Emissionen von Treibhausgasen, sondern etwa ebenso viele auch außerhalb, durch Import von Gütern und Dienstleistungen. Das ergab eine Studie des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), die diese indirekten Emissionen am Beispiel von vier Städten quantifiziert. Die Pressemiteilung dazu hebt die eigenständigen Handlungsmöglichkeiten der lokalen Politik hervor. Dass über das PIK hinaus drei weitere Institute an der Studie beteiligt waren, erwähnt sie nicht.  


„Mit Stammzellen zu neuen Bandscheiben“

Die Injektion von Stammzellen könne – zumindest bei Hunden, womöglich künftig auch bei Menschen – bewirken, dass sich nach der Operation eines Bandscheibenvorfalls neue Bandscheiben bilden. Das suggerieren Überschrift und Vorspann einer Pressemitteilung der Universität Zürich. Tatsächlich hat die vorgestellte Arbeit lediglich gezeigt, dass eine solche Injektion gut vertragen wird. Und auch dafür liefert die Studie an drei Hunden nur begrenzte Aussagekraft.


PR-Watch: „Wirtschaftlicher Betrieb von Oberleitungs-Lkw ist möglich – aber es gibt relevante Hürden“

Ob Hybrid-Oberleitungs-Lkw CO2-Emissionen mindern und dabei wirtschaftlich betrieben werden können, hat das Fraunhofer-Institut für System und Innovationsforschung in einer Machbarkeitsstudie untersucht. Die Pressemitteilung nennt dazu Zahlen und informiert auch über Hindernisse für die Umsetzung. Verweise auf frühere Studien zum Thema fehlen.