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Recherche-Tipp IGeL-Monitor zieht Bilanz nach fünf Jahren: Meist mehr Schaden als Nutzen

Wir hatten vor fünf Jahren schon einmal darauf verwiesen: Jeder, der über Medizin und Gesundheitsthemen berichtet, sollte den IGeL-Monitor auf seiner Recherche-Liste haben. Nach fünf  Jahren zieht das Projekt jetzt Bilanz. IGeL steht für Individuelle Gesundheitsleistungen; es handelt sich um medizinische Verfahren und Therapien, deren Kosten nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden. Dazu zählen etwa Leistungen wie „Lichttherapie bei saisonal depressiver Störung („Winterdepression“)“, „Bachblüten-Therapie“ oder auch der „PSA-Test zur Früherkennung von Prostatakrebs“. Ob diese Angebote einen belegten Nutzen haben (der auch im Verhältnis zu den Risiken steht), ist für Patienten nur schwer zu erkennen. Der anbietende Arzt hat als Berater aber einen Interessenkonflikt…

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Recherchetipp: Studien verstehen

Ein kurzer Hinweis auf eine Seite des Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Auf den Seiten von Gesundheitsinformation.de (der Gesundheitsseite des IQWiG) gibt es eine zum Teil neu erstellte Sektion zum Thema Evidenzbasierte Medizin: „Studien und Co.„. Dort bekommt man laienverständliche Antworten auf Fragen wie: Welche Studienarten gibt es? Wie werden Studien bewertet? Was sind systematische Übersichten und Meta-Analysen? Was sind Leitlinien? Können Messwerte zeigen, ob eine Behandlung hilft? Auf diesen Seiten lernt man, was eine Randomisiert-Kontrollierte Studie von einer Kohortenstudie unterscheidet, oder warum manche Studien aussagekräftiger sind als andere. Da die Texte für Laien geschrieben sind, sollten Sie auch für JournalistInnen…

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Anleitung: Wie Du am besten über wissenschaftliche Ergebnisse berichtest

Ein kurzer Hinweis auf eine ausführliche Anleitung, wie Journalisten am besten über Wissenschaft und Medizin und vor allem wissenschaftliche Ergebnisse berichten. Die Wissenschaftsseite SciDev.net, die vor allem Wissenschaft außerhalb der USA und Europa im Blick hat und immer wieder auch Tipps zur Berichterstattung liefert, hat einen Leitfaden für Journalisten zusammengestellt: How to report scientific findings Die Zusammenfassung ist kurz und knackig:   Um so ausführlicher ist der Rest des Artikels, unterteilt in sechs Kapitel. Interessenten erfahren, wie sie mit Pressemitteilungen umgehen sollten, lernen, worauf sei bei einem wissenschaftlichen Fachartikel einer Studie zu achten haben und wie sie letztlich aus dem ganzen…

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Was Mediziner in Studien vorhatten, und was sie letztlich berichten (Nachtrag 7.1.16)

Ein Recherchetipp (und ein Lesetipp, siehe Nachtrag unten) für alle, die regelmäßig über medizinische Studien berichten: Vielen dürfte die Datenbank clinical-trials.gov bekannt sein, in der Studien registriert werden mit sämtlichen notwendigen Angaben, u.a. auch zu den Studienzielen, also den Aspekten, die hinten raus kommen sollen. Eine wichtige Ergänzung liefert das The Compare Project (http://compare-trials.org). Ein Team, unter anderem mit Ben Goldacre, schaut sich genau die Ziele der Untersuchung an, und verfolgt dann, was in den Veröffentlichungen hinten runter gefallen ist oder welche Parameter klammheimlich als Ergebnis reingerutscht sind. Warum ist das ein Problem? Die Webseite erklärt’s: „Before carrying out a clinical…

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Recherchetipp Pharmagelder: Follow the money (Nachtrag)

Eine der Aufgaben von Medizinjournalisten ist es, die Abhängigkeiten von Medizinern, Ärzten und anderen Beteiligten im Gesundheitsbereich transparent zu machen (ein Aspekt, den wir in unserem Kriterium 4 beleuchten). Interessenkonflikte können das Urteil von Medizinern zu Ungunsten von Patienten beeinflussen, Ergebnisse aus Studien fallen positiver aus, als sie es  bei unabhängiger Betrachtung sollten, Empfehlungen für eine Therapie fußen nicht auf harten Belegen, sondern finanziellen Interessen (zum Thema Interessenkonflikte siehe auch unsere Blogbeiträge mit Tipps für die Berichterstattung hier und hier.) Finanzielle Abhängigkeiten lassen sich manchmal ganz einfach recherchieren: Indem man einen Mediziner danach fragt. Standardmäßig lohnt sich auch immer der…

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Medizinjournalismus: Die trügerische Kraft des Einzelfalls

Eher unfreiwillig verwies Frank Plasberg einmal in einer seiner Talkshows auf eines der Probleme in der Berichterstattung über Gesundheitsthemen und Medizin. Als die Vertreterin der Homöopathie ansetzen wollte, den Vorwurf zu entkräften, es gäbe keine Studien, die die Wirksamkeit von Homöopathie belegten, warf sich Moderator Plasberg dazwischen: „Wissen Sie, wie Studienschlachten im Fernsehen wirken? Ermüdend.“ Er mag gar nicht so Unrecht haben. Denn für Laien ist es tatsächlich schwierig zu verstehen, welcher Experte nun die aussagekräftigeren Belege hat. Statt auf Studien setzen viele Journalisten lieber auf die Kraft der Geschichte einer einzelnen Person. So helfen sie Lesern und Zuschauern das…

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Medien-Doktor PRO: Bester Rechercheservice im Test

In einem Vergleich unter fünf Recherchediensten für Journalisten der Medien-Zeitschrift „journalist“ ging unser Angebot Medien-Doktor PRO als Testsieger hervor. Im September hatte die Autorin Lisa Srikiow  an uns, idw (inkl. Expertenmakler), Recherchescout, Medicalpress.de und ResponseSource.de eine Rechercheanfrage zum Thema „Welche Folgen für die Gesundheit kann Lichtverschmutzung haben?“ versendet. Im Vergleich der Antworten schnitt Medien-Doktor PRO – ein für Journalisten kostenfreies und vertrauliches Angebot zu medizinischen Themen – am besten ab. Die Autorin schreibt in der Einzelbewertung in der Novemberausgabe des „journalist“ (hier frei online): „(…) die Ergebnisse überzeugen: Früher als angekündigt meldet sich Medien-Doktor Pro. Er vermittelt einige anscheinend bewährte Kontakte. Auch…

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Erklärvideo: Wie funktionieren eigentlich diese medizinischen Studien?

In fünf Minuten versucht dieses animierte Erklärvideo die wesentlichen Aspekte einer klinischen Studie zu vermitteln: Was macht eine gute Studie aus? Wozu wird randomisiert (und was ist das eigentich?)? Was wird überhaupt getestet und von wem? Wer eine erste Einführung in das Thema sucht, sollte sich dieses Video einmal ansehen. Gerade weil klinische Studien die Grundlage für guten guten Medizinjournalismus ist, lohnt es sich für Journalisten sich mit diesen Begriffen vertraut zu machen. das Video kann ein erster guter Einstieg sein. Erstellt wurde es im Auftrag von ECRAN (European Communication on Research Awareness Needs), einer unabhängigen Plattform, die sich zur Aufgabe…

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„10+1“ Tipps für eine bessere Berichterstattung über klinische Studien

Ruth Francis ist die Leiterin der PR-Abteilung des Wissenschaftsverlags BioMed Central, der sich auf Open Access-Magazine im biomedizinischen Bereich spezialisiert hat. Außerdem verwaltet der Verlag auch eine Datenbank zu klinischen Studien (Current Controlled Trials) und veröffentlicht die Fachmagazine Trials Journal und das Journal of Negative Results in BioMedicine. Für ein Panel auf der  World Conference of Science Journalists (WCSJ) in Helsinki, nahm sie an einem Panel teil, bei dem es um die besonderen Herausforderungen in der Berichterstattung über klinischer Studien ging. Da sie selbst keine Expertin auf dem Feld ist, recherchierte sie im Vorfeld bei Kollegen, von denen sie wusste, dass die ganz…

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Angelina Jolie und Brustkrebs-Vorsorge: Links für die Recherche

Die US-Schauspielerin Angelina Jolie hat einen Artikel in der New York Times veröffentlicht, in dem sie erklärt, dass sie sich beide Brüste hat vorsorglich abnehmen (und wieder aufbauen) lassen, weil sie Träger des mutierten BRCA1-Gens ist, was ihr Risiko für Brustkrebs (in dem Fall dann auch familiärer oder erblicher Brustkrebs genannt) und Eierstockkrebs stark erhöht, zudem ist ihre Mutter mit 56 an Brustkrebs Eierstockkrebs verstorben. An dieser Stelle möchte ich fortlaufend Links zu Informationsquellen sammeln, die Journalisten bei der Berichterstattung über dieses Thema behilflich sein können. Wer gute Quellen kennt, kann sie mir einfach per E-Mail schicken: marcus.anhaeuser@tu-dortmund.de  Vorsorgliche Brustentfernung Preventive…

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