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John Oliver erklärt den wissenschaftlich-medialen Komplex und all seine Probleme

John Oliver erklärt in seiner Show in zwanzig Minuten, wo die Probleme in Wissenschaft und Medizin liegen und wieso die Medien – insbesondere die Medizinberichtersttattung – alles nur schlimmer machen.  

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Rauschkorrelationen nach TV-Spots für Alkohol

Vorsicht bei der Berichterstattung anlässlich einer aktuellen Pressemitteilung (6.10.15) der DAK: Diese berichtet über eine Studie, die eine mögliche Verbindung zwischen der Anzahl der gesehenen TV-Spots über alkoholischen Getränke und der Häufigkeit von Rauschtrinken/Komasaufen untersuchte. In der Pressemitteilung heißt es:  „Alkoholwerbung verführt Jugendliche zum KomasaufenNeue Studie von DAK-Gesundheit und IFT-Nord: Bis zu vier Mal höheres Risiko für häufiges Rauschtrinken durch TV-Spots Alkoholwerbung im Fernsehen steigert das sogenannte Komasaufen bei Kindern und Jugendlichen. Durch häufiges Sehen von TV-Werbespots über Bier oder Schnaps erhöht sich das Risiko für regelmäßiges Rauschtrinken bei Minderjährigen bis zu vier Mal.“ Problem: Es handelt sich bei dem…

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Kaffee schützt vor erneutem Darmkrebs – oder auch nicht

Weil ich gerade auf Twitter darauf aufmerksam gemacht wurde: Derzeit kursiert eine Meldung, laut der Kaffee vor einem Darmkrebsrezidiv (also erneutem Auftreten von Darmkrebs) schützen soll. Im konkreten Fall steht bei RP-Online:  Später im Vorspann heißt es dann gleich: „Jetzt zeigt eine neue Studie, zumindest das Rückfallrisiko kann ganz leicht um bis zu 42 Prozent verringert werden. Patienten müssen dafür lediglich Kaffee trinken.“ Das ist, um es einfach auszudrücken, erst einmal Quatsch. RP-Online (basierend auf einer AFP-Meldung) behauptet damit mehr als es die Wissenschaftler tun. Die schreiben eher zurückhaltend: „Higher coffee intake may be associated with significantly reduced cancer recurrence and…

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Streit über Interessenkonflikte

Bei der Bewertung eines medizin- oder umweltjournalistischen Beitrags oder einer Pressemitteilung achten wir vom Medien-Doktor auch darauf, ob dem Thema „Interessenkonflikte/Finanzierung“ Platz eingeräumt wird (Kriterium 4 beim Medien-Doktor Medizin, Kriterium 3 beim Medien-Doktor Umwelt) Es ist bekannt, dass solche Aspekte einen direkten oder indirekten Einfluss auf die Studienergebnisse haben können. Die Informationen dazu finden sich bei immer mehr Fachjournalen meist am Ende des Artikels (und damit leider nur im oft kostenpflichtigen Volltext). 1984 hatte das „New England Journal of Medicine“ (NEJM) diese Praxis eingeführt. Jetzt bringt ausgerechnet dieses Magazin eine Artikelserie, die das Vorgehen infrage stellt. Im „British Medical Journal“…

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Das Debakel (?) des wissenschaftlich-medialen Komplexes und zwei fahle Lichtblicke (Update 9.6.)

Wichtig: Bitte die laufenden Updates beachten. Die Dokumentation „Schlank durch Schokolade“ ist in der ZDF-Mediathek zu sehen. Ein Team aus zwei deutschen TV-Journalisten (Peter Onneken und Diana Löbl) und einem US-Journalisten (John Bohannon) hat einen Teil der Medien ziemlich hinter’s Licht geführt und einen Scoop gelandet. Sie inszenierten eine Ernährungsstudie in einem nur virtuell existenten Institut, veröffentlichten die Ergebnisse in einem realen Fachmagazin, gaben eine Pressemitteilung („Schoko statt JoJo“) heraus und bewarben das ganze auch noch mit Video und mit Facebookseite. Bild, Focus Online, Huffington Post und diverse internationale Publikationen stiegen auf die Geschichte ein und meldeten, dass man mit einer Schokoladendiät schlank wird,…

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idw: 20 Jahre und ein bisschen weise

Dieser Satz aus der idw-Pressemitteilung über die beste idw-Pressemitteilung 2014 ist fast perfekte PR: „Vor allem die drei ausgezeichneten Pressemitteilungen, aber nicht nur sie beweisen all jenen Kritikern das Gegenteil, die in der Wissenschaftskommunikation nur noch Hochglanz-PR sehen, mit der entweder dem Wissenschaftsjournalismus oder gar der Wissenschaft geschadet werde.“ Reduziert auf die Kernaussage handelt es sich dabei um eine altbekannte Argumentationsfigur: „Dass der kettenrauchende Opa 80 Jahre alt geworden ist (und nicht nur er), beweist all jenen das Gegenteil, die Rauchen nur für gesundheitsschädlich halten.“ Das hat mit Wissenschaft und Beweisen natürlich rein gar nichts zu tun und eigentlich wollten wir…

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Das Märchen von den „vergessenen“ Social Media – und warum die Journalisten sich dabei nicht selbst vergessen sollten (Teil 2)

Der zweite Teil der Nachlese von Reaktionen auf die Empfehlungen der Wissenschaftsakademien zur Kommunikation zwischen Wissenschaft, Öffentlichkeit und Medien. „Der professionelle Journalismus wird auf absehbare Zeit nicht durch Amateure ersetzt werden können.“ So lautet eine Schlussfolgerung des Social Media-Experten Christoph Neuberger, nachdem er sich für die Arbeitsgruppe der Wissenschaftsakademien zur Kommunikation zwischen Wissenschaft, Öffentlichkeit und Medien mit den Sozialen Medien in der Wissenschaftsöffentlichkeit auseinandergesetzt hatte (Neuberger 2014: 354). Vermutlich wäre dieser Satz, wenn er denn beachtet worden wäre, auch nicht geeignet gewesen, alle Mitglieder der von Joachim Müller-Jung in seinem Planckton-Blog als „aufgebracht“ beschriebenen Blogger-Gemeinde zu beruhigen (vgl. hierzu Teil…

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Das Märchen von den „vergessenen“ neuen Medien – und warum sich die Journalisten nicht selbst vergessen sollten

Eine Nachlese der Reaktionen auf die Empfehlungen der Wissenschaftsakademien zur Kommunikation zwischen Wissenschaft, Öffentlichkeit und Medien (Teil 1) Des Kaisers neue Kleider ist ein lehrreiches Märchen, im Zeitalter der Massenkurzkommunikation wie schon zur Postkutschenzeit. Es handelt bekanntlich von einem ganzen Hofstaat, der die Kleider des Kaisers bewundert, nachdem zuvor die Botschaft verbreitet worden war, dass dieser überhaupt solche Kleider tragen würde. Erst ein Kind schaut selbst genauer hin, um dann das auszusprechen, was eigentlich alle hätten sehen können: Obwohl alle das Gleiche zu den Kleidern sagen, hat der Kaiser in Wahrheit (fast) gar nichts an. Mit der Berichterstattung über die…

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Sensation, Sensation!

Was in der Kommunikation zwischen Wissenschaftlern und Öffentlichkeit schief läuft – und was sich ändern muss Von Holger Wormer und Peter Weingart Die Geschichte von Frau M. ist bezeichnend für das, was schieflaufen kann in der Wissenschaftskommunikati­on. Glaubt man einer Presse­mitteilung der Fraunhofer­  Gesellschaft, die Anfang des Jahres verbreitet wurde, hat sie ein schweres Schicksal: „Frau M. verbringt etwa 15 Stunden pro Woche im Krankenhaus – sie ist Dialysepatientin. Ihre Nieren funktionieren nur noch eingeschränkt, sie filtern Giftstoffe nicht mehr aus dem Blut. Die Dialyse muss die Blutwäsche künstlich übernehmen. Durch die Therapie ist Frau M. in ihrer Lebensqualität stark…

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Richtlinien für medizinische Pressemitteilungen gefordert

Vor etwas mehr als zwei Jahren wiesen wir an dieser Stelle auf eine Studie hin, die erste Hinweise dafür lieferte, dass die Qualität in der Gesundheitsberichterstattung nicht nur am Journalismus fest zu machen ist, sondern auch mit der Qualität von Pressemitteilungen zusammenhängt. Jetzt fordert im Britisch Medical Journal (BMJ) die Ärztin und Kolumnistin Margaret McCartney bessere Richtlinien für medizinische Pressemitteilungen (inzwischen unterstützt von einigen Kommentatoren (frei zugänglich), darunter Ben Goldacre, Gary Schwitzer und David Colquhoun.) In ihrem Artikel „Research press releases need better policing“ (leider hinter des Bezahlschranke) schreibt sie: „Blaming the media for bad reporting is good sport. It’s easy to…

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