In dieser Rubrik

Alle bewerteten Medien

Unsere Bewertungen

„Angriff der T-Zellen“

„Angriff der T-Zellen“

Die Welt berichtet basierend auf einem dpa-Text gut über erste Hinweise auf erfolgreiche Einsätze einer neuen Form der Immuntherapie bei verschiedenen Krebsformen, auch wenn der Nutzen noch besser hätte erklärt werden können. Die Pressemitteilung zu einer der Studien geht nicht ausreichend auf Risiken und Nebenwirkungen ein, vermittelt das Thema dafür besonders übersichtlich strukturiert.

Zusammenfassung

Journalistischer Beitrag 

Die Welt berichtet (auf der Grundlage eines Artikels der dpa) über Erfolge der Immuntherapie gegen Krebs und bezieht sich dabei auch auf eine recht neue Studie aus den USA. Der mögliche Nutzen wird dabei nicht ganz ausreichend erklärt. Risiken und Nebenwirkungen werden deutlich gemacht. Auch wird noch hinreichend erläutert, dass es erhebliche Unsicherheiten in diesem frühen Stadium der Therapieentwicklung gibt. Es kommen mehrere nicht an der vorgestellten Studie beteiligten Experten zu Wort, und der Artikel geht über die Pressemitteilung zur Studie deutlich hinaus. Es wird klar, was das Neue dieses Ansatzes ist, vor allem im Vergleich zur bisherigen Variante der Immuntherapie. Die noch eingeschränkte Verfügbarkeit wird noch hinreichend klar gemacht, die Kosten für Patienten indes nicht. Krebs wird in diesem gut lesbaren und verständlichen Artikel nicht übertrieben dargestellt.

Pressemitteilung

Die Pressemitteilung des Fred Hutchinson Cancer Research Centers „Study: 93 percent of advanced leukemia patients in remission after immunotherapy“ berichtet von einer kleineren Studie, in der austherapierte Leukämie-Patienten mit gentechnisch veränderten Immunzellen zum großen Teil erfolgreich behandelt wurden. Der mögliche Nutzen wird dabei ausreichend deutlich, Risiken und Nebenwirkungen hingegen nicht. Der Text erklärt die Grenzen der Studie, die Finanzierung und der Aspekt möglicher Interessenkonflikte wird angesprochen. Es wird hinreichend klar, was das Neue der Studie ist, und dass es sich um Patienten handelt, die keine Alternativen mehr haben, weil sie austherapiert sind. Auf mögliche Kosten geht der Text nicht ein. Krebs wird in diesem verständlichen und sehr gut strukturierten Artikel nicht übertrieben dargestellt.

Medizinjournalistische Kriterien

1. Im journalistischen Beitrag ist der NUTZEN ausreichend und verständlich dargestellt.

Der Text erklärt den Nutzen und die Funktionsweise der Immuntherapie mittels T-Zellen ausführlich und bildhaft („lebendes Medikament“). Allerdings wird zunächst nicht quantifiziert, sondern die Wirkung nur qualitativ bzw. vergleichend beschrieben („extrem effizient“, „Therapie bei den meisten Patienten anschlägt“, „Auch bei einigen anderen Tumorarten konnten in Studien gute Ergebnisse erzielt werden.“).

Wichtig sind auch solche allgemeinen Hinweise: „Die kostspieligen Verfahren verzeichnen einige eindrucksvolle Erfolge. Doch nicht allen Patienten kann geholfen werden, und bislang kann nicht sicher vorhergesagt werden, wem eine Immuntherapie hilft.“

Es wird dann zwar das Ergebnis zumindest einer Studie mit absoluten Zahlen dargestellt: „In einer kürzlich veröffentlichten, allerdings recht kleinen US-amerikanischen Studie ließen sich bei 27 von 29 Leukämiepatienten nach einer Behandlung mit Chemo- und Zelltherapie keine Krebszellen mehr im Knochenmark nachweisen.“ Aber weder gibt es die für Krebserkrankungen wichtige Information, über welchen Zeitraum die Patienten betrachtet wurden, noch, dass es bei einigen der Patienten auch zu einem Rückfall kam.

Es wäre zudem besser gewesen, angesichts einiger enthusiastischer Einschätzungen im Text, diese auch durch weitere konkrete Ergebnisse zu unterfüttern, um zu belegen, dass es sich um begründete Hoffnung handelt.

Alles in allem werten wir daher – wenn auch knapp – „nicht erfüllt“.

1. In der Pressemitteilung ist der NUTZEN ausreichend und verständlich dargestellt.

In der Überschrift wird der besprochene Therapieansatz noch mit (wenig aussagekräftigen) „93 Prozent“ beworben. Gleich der erste Satz der Pressemitteilung fasst aber immerhin mit absoluten Zahlen das Ergebnis der Studie zusammen: Die erfolgreiche Behandlung von 27 von 29 Patienten mit gentechnisch veränderten Immunzellen (T-Zellen) („27 of 29 patients“). Auch später werden die Ergebnisse der Studie in absoluten Zahlen angegeben, beispielsweise, dass zwei der Blutkrebs-Patienten nach der Rückbildung einen Rückfall hatten („two relapsed with leukemias that were immune to the CAR T cells“). Nur einmal wird von „some patients“ gesprochen („some relapsed and were treated again with CAR T cells“).

Positiv anzumerken ist auch, dass bereits in der Unterüberschrift nicht nur von „extraordinary“, sondern auch einschränkend von kurzzeitigen („short-term“) Resultaten die Rede ist.

2. Im journalistischen Beitrag sind RISIKEN und Nebenwirkungen angemessen berücksichtigt.

Auf die Risiken der neuen Zelltherapien geht der Text mit deutlichen Worten ein: „Der Eingriff in das Immunsystem des Patienten ist allerdings mit großen Risiken verbunden: Die Immunzellen können sich gegen den eigenen Körper richten und große Mengen entzündungsauslösender Botenstoffe freisetzen. Hohes Fieber und lebensbedrohliche Organschäden können dann dem geschwächten Patienten zum Verhängnis werden.“ Wichtig ist daher auch der Hinweis: „Darüber hinaus müssen sich die so behandelten Patienten ein Leben lang Antikörper spritzen, um sich vor Infektionskrankheiten zu schützen.“ Im weiteren Verlauf werden auch Hintergründe für diese Nebenwirkungen erläutert: „Die T-Zellen zerstören nämlich sowohl die krankhaft veränderten als auch die gesunden B-Zellen, die ebenfalls ein wichtiger Teil des körpereigenen Abwehrsystems sind.“ Die Leser erfahren jedoch nicht, ob solche Nebenwirkungen bei den in der genannten Studie behandelten Patienten aufgetreten sind, und in welchem Ausmaß.

2. In der Pressemitteilung sind RISIKEN und Nebenwirkungen angemessen berücksichtigt.

Mögliche Risiken des neuartigen Therapieansatzes thematisiert die Pressemitteilung zwar: „The researchers also learned how to revise their strategy to lower the risks of serious side effects and prevent rejection of the engineered cells. They also gathered data that may help them predict serious side effects in the future.“ Welche Risiken und Nebenwirkungen das aber sein könnten, erfahren die Leser nicht. Es wird auch nicht deutlich, ob bei den Teilnehmern dieser Studie Nebenwirkungen aufgetreten sind.

3. Im journalistischen Beitrag ist die Qualität der Evidenz (STUDIEN etc.) richtig eingeordnet.

Wie fundiert die Kenntnisse über die berichteten Immunzell-Therapien heute sind, wird in dem Artikel teilweise deutlich. Einerseits berichtet er von „Heilungen“, „eindrucksvollen Erfolgen“ und „fantastischen Ergebnissen“. Andererseits entsteht der zutreffende Eindruck, dass es sich um eine frühe Phase der Erforschung dieser Therapien handelt: „Die T-Zelltherapie steckt noch in den Kinderschuhen. Die Herausforderung besteht darin, für jeden Patienten die optimale Dosierung zu ermitteln und das Verfahren dadurch sicherer zu machen, bevor es eine breite Anwendung finden kann.“ Auch ein Zitat macht klar, dass die Forschung sich noch in einer frühen Phase befindet: „In Deutschland sind erste klinische Prüfungen genehmigt worden.“ Es gibt auch einen einschränkenden Hinweis, zur angesprochenen US-Studie, („ (…), allerdings recht kleinen US-amerikanischen Studie.“)

Es gibt zwar kaum Hinweise, wo die Grenzen der Aussagekraft dieser Studien liegen, Lesern wird aber durchaus vermittelt, dass es noch Unsicherheiten gibt. Daher werten wir – wenn auch knapp – „erfüllt“.

3. In der Pressemitteilung ist die Qualität der Evidenz (STUDIEN etc.) richtig eingeordnet.

Zu diesem Aspekt gibt es erfreulich viele Informationen, die Lesern helfen die Ergebnisse einzuschätzen. Die Pressemitteilung weist darauf hin, dass es sich um eine Studie handelt, die die Sicherheit und Dosierung der Therapie abklären sollte: „This trial was designed to evaluate the safety of administering the engineered cells and to lay the groundwork for future improvements.“ und „ (…) allowed the authors to provide the first clear evidence of the relationships between the doses of cells participants received and their outcomes after infusion.“

Später wird unter dem Punkt „Study limitations“ auf die eingeschränkte Aussagekraft hingewiesen. „As an early-phase trial, this study was not designed to provide definitive evidence of the therapy’s effectiveness against cancer. It is also a small number of participants (the trial continues to enroll and will publish results from larger number of participants in the future).“

Positiv anzumerken ist, dass die Pressemitteilung später auf Ausnahmen hinweist und die Aussagekraft der Studie ausdrücklich einschränkt: „Not all patients stayed in complete remission: some relapsed and were treated again with CAR T cells, and two relapsed with leukemias that were immune to the CAR T cells. It is too early to know what the long-term outcomes of the cell therapy are, the researchers said.“

4. Im journalistischen Beitrag werden weitere EXPERTEN/Quellen zitiert und es wird auf INTERESSENKONFLIKTE hingewiesen.

Es werden nicht nur zwei T-Zelltherapie-Experten befragt, sondern auch der für die Zulassung solcher Therapien zuständige Leiter des Paul-Ehrlich-Instituts. Damit wird auch die Ebene der unabhängigen, behördlichen Regulierung und Prüfung der Therapie einbezogen. Gut wäre gewesen, wenn ein Experten zitiert worden wäre, der selbst zwar Krebsspezialist ist, aber keine T-Zelltherapien entwickelt und daher den Ansatz unbefangener beurteilen dürfte als jemand, der über derartige Forschungsprojekte finanziert wird.

4. In der Pressemitteilung wird auf INTERESSENKONFLIKTE und die FINANZIERUNG hingewiesen und es werden weitere EXPERTEN/Quellen zitiert.

Es kommen zwar nur Autoren der Studie zu Wort, dafür wird die Finanzierung erläutert und es gibt einen Bereich, in dem auf mögliche Interessenkonflikte eingegangen wird:

„Funding and disclosures: The work was funded by the National Cancer Institute (grant No. R01-CA136551), Juno Therapeutics, private philanthropists, and the Life Sciences Discovery Fund. The authors declare no competing financial interests.“

5. Der journalistischen Beitrag geht über die PRESSEMITTEILUNG hinaus.

Der Artikel ist im zeitlichen Zusammenhang mit einer Pressemeldung zu einer konkreten Studie erschienen, die neben anderen Studien angesprochen wird. Der Text erweitert das Thema auf das grundlegende Prinzip von Zell-Therapien und lässt mehrere Experten zu Wort kommen. Somit geht er weit über die Pressemitteilung hinaus.

5. Der Beitrag geht über die PRESSEMITTEILUNG hinaus.

Dieses Kriterium ist bei Pressemitteilungen nicht anwendbar, wir beschreiben dennoch die über den reinen Pressetext hinausgehenden Zusatzinformationen.

6. Der journalistische Beitrag macht klar, wie NEU der Ansatz/das Mittel wirklich ist.

An mehreren Stellen deutet der Bericht an, dass es sich um einen neuen Therapieansatz handelt („Eine neue Behandlungsform, die sogenannte T-Zelltherapie, wird gerade in den USA an Patienten erprobt.“, „Die T-Zelltherapie steckt noch in den Kinderschuhen.“). Es wird zugleich deutlich, dass schon seit einiger Zeit an solchen T-Zell-Therapien gearbeitet wird („Man weiß seit einigen Jahren (…)“).

Deutlich wird aber auch, was das Neue gegenüber älteren Immuntherapien ist: „Das präzise Erkennen von ganz bestimmten Merkmalen der Tumorzellen unterscheidet diese Therapie von vergleichsweise ungezielten Formen der Immuntherapie, wie sie bereits seit vielen Jahren angewendet werden. Dazu zählt beispielsweise die Behandlung von Krebspatienten mit Interferon, das insgesamt die Körperabwehr stärkt, aber nicht sehr spezifisch ist.“

6. Die Pressemitteilung macht klar, wie NEU der Ansatz/das Mittel wirklich ist.

Es wird klar, dass es sich um eine sehr neue Therapieform handelt: „first CAR T-cell trial to infuse patients with an even mixture of two types of T cells (helper and killer cells, which work together to kill cancer).“ Und weiter heißt es: „It is also the first to infuse patients with a defined ratio of killer and helper T cells. This well-controlled method allowed the authors to provide the first clear evidence of the relationships between the doses of cells participants received and their outcomes after infusion.“

7. Im journalistischen Beitrag werden ALTERNATIVE Behandlungsarten/Produkte/Tests vorgestellt.

Die T-Zell-Therapie wird mit einer anderen immunstimulierenden Therapie (Interferon) verglichen, die aber unspezifischer sei. Weitere Behandlungsalternativen (Chemotherapie, Bestrahlung) werden zwar nicht erwähnt. Man erfährt lediglich, dass „(…) es sich bei den Studienteilnehmern um sogenannte austherapierte Patienten handelt (…)“, und kann daraus auf vorangegangene Behandlungen schließen. Dass Chemotherapie und Bestrahlung gängige Therapien gegen Krebs sind, dürfte zudem weitgehend bekannt sein.

7. In der Pressemitteilung werden ALTERNATIVE Behandlungsarten/Produkte/Tests vorgestellt.

Alternativen zu der berichteten Therapieform werden nicht vorgestellt. Es erschließt sich aber, dass es zumindest derzeit nur eine therapeutische Option für Patienten ist, für die keine anderen Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. („ (…) only adult patients with advanced disease that had relapsed or would not respond to other therapies.“). Die meisten Leser werden wissen, dass Chemotherapie und Bestrahlung mögliche Ansätze sind.

8. Im journalistischen Beitrag wird klar, ob oder wann ein(e) Therapie/Produkt/Test VERFÜGBAR ist.

Dass die neue Therapie noch nicht in der klinischen Routine angekommen ist, vermittelt der Artikel: „Die Herausforderung besteht darin, für jeden Patienten die optimale Dosierung zu ermitteln und das Verfahren dadurch sicherer zu machen, bevor es eine breite Anwendung finden kann.“ Weiter heißt es: „ (…) erwartet, dass Anfang 2017 der erste Zulassungsantrag bei der Europäischen Arzneimittelagentur eingeht.“ Somit wird klar, dass diese Therapien noch nicht allgemein verfügbar sind. Wir werten indes nur knapp „erfüllt“, weil – angesichts der enthusiastischen Beschreibungen zu Beginn des Artikels – für Leser, insbesondere Betroffene, eine Information hilfreich wäre, ob und wenn ja wie sie schon jetzt an eine solche Therapie kommen können (etwa im Rahmen von Studien).

8. In der Pressemitteilung wird klar, ob oder wann ein(e) Therapie/Produkt/Test VERFÜGBAR ist.

Durch eine Aussage wie die folgende wird deutlich, dass man an diese Therapie nur als Studienteilnehmer kommt: „ Patients who come onto the trial have really limited options for treatment.“ An mehreren Stellen wird zudem deutlich, dass es sich um eine frühe Studie handelt. Es wird also deutlich, dass diese Therapie, wenn überhaupt nur innerhalb von Studien verfügbar ist.

9. Der journalistische Beitrag geht (angemessen) auf die KOSTEN ein.

Der Beitrag erwähnt zwar gleich zu Beginn, dass es sich um eine „kostspielige“ Therapie handelt. Konkrete Zahlen werden indes nicht benannt, was möglicherweise auch schwierig ist, angesichts der noch recht frühen Phase. Wichtig für Betroffene wäre indes aber auch die Information, ob diese Kosten vollständig übernommen werden. Dazu gibt es leider keine Informationen, daher werten wir knapp „nicht erfüllt“.

9. Die Pressemitteilung geht (angemessen) auf die KOSTEN ein.

Der Kostenaspekt wird nicht angesprochen. Durch den scheinbar großen Erfolg dürfte eine solche Therapie indes ein großes Interesse wecken. Daher wäre es wichtig schon etwas zur Kostenübernahme durch Krankenkassen o. ä. sagen zu können. Wir werten „nicht erfüllt“.

10. Der journalistische Beitrag vermeidet Krankheitsübertreibungen/-erfindungen (DISEASE MONGERING).

Die akute Leukämie oder andere Krebsformen werden nicht übertrieben dargestellt.

10. Die Pressemitteilung vermeidet Krankheitsübertreibungen/-erfindungen (DISEASE MONGERING).

Krebs wird nicht übertrieben dargestellt.

Allgemeinjournalistische Kriterien

1. Das THEMA des journalistischen Beitrags ist aktuell, relevant oder ungewöhnlich.

Die Forschung an T-Zell-basierten Therapieansätzen ist ein aktuelles Gebiet. Das Thema ist relevant, da es um Fortschritte der Therapie gegen eine bisher häufig unheilbare Erkrankung geht. Aktueller Anlass ist die „recht kleine“ US-Studie, die indes schon einen Monat zuvor veröffentlicht wurde, was für ein überregionales, tagesaktuelles Medium nicht mehr als aktuell zu bewerten ist. Daher werten wir auch nur knapp „erfüllt“.

1. Das THEMA der Pressemitteilung ist aktuell, relevant oder ungewöhnlich.

Die Behandlung von Krebs mit Hilfe von immuntherapeutischen Ansätzen ist sowohl ein aktuelles als auch relevantes Thema. Ungewöhnlich ist zudem das Ausmaß des erzielten Therapieerfolgs. („You don’t expect results like these from early-phase trials. That’s why these response rates are so extraordinary.“)

2. Die Darstellung des Themas ist im journalistischen Beitrag gelungen (VERSTÄNDLICHKEIT/VERMITTLUNG).

Der Text gibt sich große Mühe, Fachbegriffe zu vermeiden und den wissenschaftlichen Hintergrund von T-Zelltherapien zu erklären. Nur ein Beispiel: „Die T-Zellen sind Teil der körpereigenen Polizei, deren Aufgabe es ist, fremde oder krank machende Zellen zu erkennen und unschädlich zu machen. Da jedoch Krebszellen aus normalen Körperzellen hervorgegangen sind, ähneln sie ihnen in der Regel so sehr, dass die T-Zellen sie nicht als Angriffsziele erkennen können. Die Tumorzellen sind für die T-Zellen praktisch unsichtbar. Genau hier setzt die neue T-Zelltherapie an: Die T-Zellen werden zunächst dem Blut des Patienten entnommen und dann im Labor gentechnisch so verändert, dass sie Blutkrebszellen erkennen und gezielt angreifen können.“

Es wird auch verständlich, warum bisherige „unspezifische“ Immuntherapien (Interferon) nur begrenzt wirksam sind, und was die neuen Zelltherapien zu Hoffnungsträgern macht. Indem mehrere Experten zu Wort kommen, entwickelt der Artikel ein vielschichtiges und informatives Bild vom Stand der Forschung auf diesem Gebiet.

Enthusiastische Einschätzungen hätte man noch besser durch konkrete Ergebnisse unterfüttern können. Problematisch finden wir auch, dass die Ergebnisse der „kleinen Studie“, die zudem kaum erklärt werden, in den Vorspann genommen wurden.

2. Die Darstellung des Themas ist in der Pressemitteilung gelungen (VERSTÄNDLICHKEIT/VERMITTLUNG).

Die Pressemitteilung erklärt den Hintergrund, den Studienansatz, die Durchführung und die Ergebnisse sachlich, klar strukturiert, und in einer auch für Laien gut verständlichen Sprache. Insbesondere tragen den Absätzen vorangestellte Begriffe dazu bei, dass die Leser jederzeit wissen worüber sie informiert werden (Background, Key results, Study strength, (…)). Es gelingt dem Text, die Freude der Forscher über die außergewöhnlich guten Erfolge des erforschten Therapieansatzes zu vermitteln, ohne dass dies die Sachlichkeit und inhaltliche Tiefe schmälert.

3. Die Fakten im journalistischen Beitrag stimmen.

Faktenfehler haben wir keine gefunden.

3. Die Fakten in der Pressemitteilung stimmen.

Faktenfehler haben wir keine gefunden.

Journalistischer Beitrag
Pressemitteilung
Medizinjournalistische Kriterien
8 von 10 erfüllt
7 von 9 erfüllt
Allgemeinjournalistische Kriterien
3 von 3 erfüllt
3 von 3 erfüllt
Gesamtbewertung

Kriterium erfüllt Kriterium erfüllt | Kriterium erfüllt Kriterium nicht erfüllt | Kriterium erfüllt Kriterium nicht anwendbar


Schreiben Sie uns...