Was macht Medien-Doktor Medizin?

Wir beurteilen die Qualität medizin- journalistischer Beiträge in Publikums- medien nach festgelegten Kriterien und geben Tipps für das journalistische Handwerk. So hoffen wir, die Berichterstattung über neue Therapien, Arzneimittel, Tests und Behandlungsarten besser und verständlicher zu machen.

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„Vaginalringe schützen vor einer HIV-Infektion“

In zwei Studien senkte ein Vaginalring mit einem neuen Wirkstoff das Risiko einer HIV-Infektion bei Frauen in afrikanischen Ländern. Die FAZ berichtet in einem kurzen Text recht oberflächlich; die Pressemitteilung der federführenden Non-Profit-Organisation bietet in einem ungewöhnlich langen Text viele Informationen und erfüllt dennoch nicht alle Kriterien.

„Vaginalringe schützen vor einer HIV-Infektion“

„Faltenfrei mit ‚zweiter Haut‘ aus Silikon“

Bild.de übernimmt einen dpa-Artikel, der Lesern eine Anwendung vorstellt, die Eigenschaften einer „zweiten Haut“ besitzt, sich aber noch im Entwicklungsstadium befindet, was der Text deutlich macht. Die Pressemitteilung suggeriert hingegen, es gäbe bereits mehrere Studien zu dieser Silikon-Haut.


„Senkung des Antibiotika-Verbrauchs: Bakterien oder Viren? Neuer Bluttest soll es schnell zeigen“

Forscher haben einen Test entwickelt, der schneller als bisher unterscheiden soll, ob eine Infektion durch Bakterien oder Viren ausgelöst wird, und der damit unnötige Antibiotikagaben verhindern könnte. Spiegel Online gibt Lesern auf der Basis eines dpa-Textes viele wichtige Informationen zu dieser Entwicklung. Die Pressemitteilung der Universität lässt dagegen einiges vermissen.


„Görlitzer Firma beteiligt sich am Kampf gegen Zika“

Die Sächsische Zeitung berichtet über ein Unternehmen in der Region, das einen diagnostischen Test auf eine Infektion mit dem Zika-Virus entwickelt hat. Der hinsichtlich des Tests eher oberflächliche Text lässt nur den Marketingleiter zu Wort kommen. Die Pressemitteilung der Firma erklärt nur vereinzelte Aspekte etwas besser.


„Ab 120 beginnt das Risiko“

Die Welt stellt verschiedene Standpunkte deutscher Ärzte zur SPRINT-Studie dar, die Nutzen und Risiken einer stärkeren Blutdrucksenkung als bisher untersuchte. Nicht in allen Aspekten ganz ausreichend, bringt der Text dennoch gute Punkte. Die Pressemitteilung glänzt vor allem durch Übertreibung und fehlende Informationen.