Was macht Medien-Doktor Medizin?

Wir beurteilen die Qualität medizin- journalistischer Beiträge in Publikums- medien nach festgelegten Kriterien und geben Tipps für das journalistische Handwerk. So hoffen wir, die Berichterstattung über neue Therapien, Arzneimittel, Tests und Behandlungsarten besser und verständlicher zu machen.
Stethoskop_Laptop

Willkommen!

„Angriff der T-Zellen“

Die Welt berichtet basierend auf einem dpa-Text gut über erste Hinweise auf erfolgreiche Einsätze einer neuen Form der Immuntherapie bei verschiedenen Krebsformen, auch wenn der Nutzen noch besser hätte erklärt werden können. Die Pressemitteilung zu einer der Studien geht nicht ausreichend auf Risiken und Nebenwirkungen ein, vermittelt das Thema dafür besonders übersichtlich strukturiert.

„Angriff der T-Zellen“

„Studie: Einnahme von Arzneien reduziert Aids-Übertragungsrisiko fast komplett“

Laut einer Studie senkt die HIV-Standardtherapie eines Infizierten das Risiko einer Ansteckung für den nichtinfizierten Partner erheblich. Der Agenturtext auf stern.de wie auch die Pressemitteilung des Fachverlags machen deutlich, dass diese Studie alleine aber nicht ausreicht, um völlige Entwarnung zu geben.  


„Mit einfachen Mitteln Schlimmeres verhindern“

Kurzsichtigkeit unter Kindern und Jugendlichen nehme stetig zu, daher gibt der Deutschlandfunk konkrete Tipps, wie man dieser vorbeugen kann, u. a. durch eine Therapie mit sehr stark verdünntem Atropin. Der Beitrag wie auch die Pressemitteilung der Fachgesellschaft machen die Verfügbarkeit und Neuheit klar, Nutzen und Risiken erklären sie indes zu knapp.


„Ärzte-Team leistet Millimeterarbeit am schlagenden Herzen“

Ein Klinikum in Nürnberg wird als „TAVI-Zentrum“ ausgezeichnet. Die Nürnberger Nachrichten erklären verständlich, was das ist, versorgen Leser indes nicht mit allen wichtigen Informationen zum Verfahren. Das gelingt auch der Pressemitteilung nicht.


„Sport senkt Infarktrisiko bei Depressiven“

In einer Meldung berichtet die HAZ, dass laut einer Studie ein spezielles Sportprogramm Menschen mit Depressionen helfen könne, ihr erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen zu senken. Der Artikel fasst leider nur die Pressemitteilung der Medizinischen Hochschule Hannover zusammen. Diese liefert indes zu fast keinem unserer Kriterien die nötigen Informationen.