Was macht Medien-Doktor Medizin?

Wir beurteilen die Qualität medizin- journalistischer Beiträge in Publikums- medien nach festgelegten Kriterien und geben Tipps für das journalistische Handwerk. So hoffen wir, die Berichterstattung über neue Therapien, Arzneimittel, Tests und Behandlungsarten besser und verständlicher zu machen.
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„Vitamin C schützt vor Grauem Star“

Die Frankfurter Rundschau greift eine Pressemitteilung einer Fachgesellschaft auf und berichtet über die Ergebnisse einer zwei Monate alten Studie. Der mögliche Nutzen wird nicht korrekt berichtet, die Pressemitteilung ist erkennbar die einzige Quelle. Der Text der Fachgesellschaft wurde sogar zwei Mal veröffentlicht, ohne ausreichenden Hinweis, wann die Studie erschien.

„Vitamin C schützt vor Grauem Star“

„Stärkung fürs Herz“

Die Stuttgarter Nachrichten stellen im Rahmen einer „Herzwoche“ auf einer Seite zwei Verfahren vor, die Menschen mit Herzschwäche helfen sollen. Die zum Teil spannend geschriebenen Texte aus dem OP sprechen einige wichtige Aspekte an, andere lassen sie vermissen. Die Pressemitteilung des Klinikums bietet mehr Informationen zum Krankenhaus als zum Verfahren.  


„Bluttest sagt Alzheimer voraus“

Die Ruhr-Uni-Bochum macht per Pressemitteilung auf die Entwicklung eines diagnostischen Bluttests aufmerksam, mit dem man eines Tages Alzheimer sehr früh erkennen soll. Die WAZ greift dies auf und berichtet in einem lesenswerten Artikel darüber. Beide Publikationen schaffen es indes nicht, Nutzen und Risiken solcher Tests ausreichend darzustellen.


„Hildener Klinik bietet ‘Hypnobirthing‘ an“

Ein Krankenhaus führt ein Verfahren der Geburtsvorbereitung ein, bei dem Hypnose eingesetzt wird. Eine Lokalseite der Rheinischen Post berichtet völlig unkritisch darüber, ohne den Lesern wirklich relevante Informationen zu liefern. Die Pressemitteilung berichtet ähnlich oberflächlich.


„Das Dunkel der Seele erhellen“

In einem ausführlichen Artikel berichtet die Stuttgarter Zeitung, dass eine Lichttherapie auch bei einer nichtsaisonalen Depression helfen kann, stellt nur leider Nutzen und Risiken gemäß der Studie nicht korrekt dar. Die Pressemitteilung der kanadischen Universität stellt die Studienergebnisse hingegen nur sehr oberflächlich dar.