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Richtlinien für medizinische Pressemitteilungen gefordert

Vor etwas mehr als zwei Jahren wiesen wir an dieser Stelle auf eine Studie hin, die erste Hinweise dafür lieferte, dass die Qualität in der Gesundheitsberichterstattung nicht nur am Journalismus fest zu machen ist, sondern auch mit der Qualität von Pressemitteilungen zusammenhängt. Jetzt fordert im Britisch Medical Journal (BMJ) die Ärztin und Kolumnistin Margaret McCartney bessere Richtlinien für medizinische Pressemitteilungen (inzwischen unterstützt von einigen Kommentatoren (frei zugänglich), darunter Ben Goldacre, Gary Schwitzer und David Colquhoun.) In ihrem Artikel „Research press releases need better policing“ (leider hinter des Bezahlschranke) schreibt sie: „Blaming the media for bad reporting is good sport. It’s easy to…

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Medien-Doktor Beschwerde: Presserat rügt BILD Online

Wir hatten erstmals – nach rund zweihundert Bewertungen medizinjournalistischer Beiträge – beim Deutschen Presserat eine Beschwerde gegen ein Medium eingereicht. Anlass war die Berichterstattung auf BILD Online zum Thema Vorzeitiger Samenerguss. Im Beitrag war nicht nur das einzige Medikament mit dem Markennamen erwähnt worden, es wurden auch Fragen und Antworten zum Thema aus einer Telefonaktion präsentiert, die augenscheinlich von BILD Online durchgeführt worden war („Guten Rat zu allen Fragen zum Frust mit der zu schnellen Lust hatten die Experten an unserem Lesertelefon.„) Während der Recherchen zu unserer Bewertung hatte sich indes herausgestellt, dass die Telefonaktion gar nicht von BILD Online, sondern…

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Lesertelefone: ZAPP-Beitrag bestätigt Medien-Doktor Recherchen

Ein aktueller TV-Beitrag im NDR-Medienmagazin ZAPP bestätigt und erweitert die Ergebnisse unserer Recherchen zum Thema Lesertelefonaktion.  Wir hatten im Laufe der Bewertung eines Artikels auf bild.de zum Thema „Vorzeitiger Samenerguss“ herausgefunden, dass die als „unser Lesertelefon“ vorgestellte Aktion gar nicht von bild.de durchgeführt worden war, sondern von einer darauf spezialisierten PR-Agentur. Von dieser stammte auch der „Frage und Antwort-Teil“ auf der Bild.de-Webseite, der als Teil einer Zusammenfassung von der PR-Agentur den interessierten Redaktionen zur freien Verfügung gestellt wurde. Der Auftrag zur Telefonaktion stammte von einer PR-Agentur (wie uns schriftlich bestätigt worden war), die für das Marketing des Pharmaherstellers Berlin Chemie verantwortlich…

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Wie Medien und Mediziner das Frühstück zum Lebensretter ausriefen (Nachtrag 1.8.)

Es ist ein Spruch, den wir von Muttern kennen: „Junge, Du musst doch was essen. Das Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit am Tag.“ Spätestens seit vergangener Woche kann sie dem Sohn oder der Tochter ihrem Rat auch gleich Ausdrucke zahlreicher Tageszeitungen oder Online-Medien mit dem Hinweis beilegen:“Siehste, habe ich doch immer gesagt. Jetzt haben das auch Wissenschaftler rausgefunden.“ Zum Beleg gibt es dann zum Beispiel Folgendes (zum Beispiel bei n-tv, Augsburger Allgemeine, Bunte.de, Focus Online, stern.de (aber siehe ganz unten), t-online (AFP) u.v.a und selbst beim Deutschen Ärzteblatt):   Wer wollte angesichts solcher Überschriften noch sein morgendliches Ritual aus Kaffee und Kaffee (und…

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Angelina Jolie, Brustkrebs und ein Berichterstattungs-Tsunami

Wer noch daran zweifelte, wie groß der Einfluss von Prominentenschicksalen auf die Gesundheitsberichterstattung sein kann, wurde angesichts des medialen Tsunamis, den Angelina Jolies Bekanntgabe zu ihrer vorsorglichen Brustamputation in der New York Times ausgelöst hat, eines Besseren belehrt. Es war zwar abzusehen, dass diese emotionale Mischung aus besonders schwerwiegendem chirurgischem Eingriff, Brustkrebs, Hollywood-Superstar-Status und Sexsymbol eine breite Reaktion hervorrufen würde (ein Grund, warum wir versucht hatten möglichst früh Kollegen mit einer Linkliste für die Recherche zu unterstützen). Dass es dann aber gleich so fulminant wurde, zeigt einerseits, wie gut die Nachrichtenmaschinerie es versteht, auf einen solchen Fall zu reagieren (und ihn auch…

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Medien-Doktor beim Medienmagazin Zapp (NDR)

Das Medienmagazin des NDR, Zapp, hat mich und die F.A.S.-Kollegin Sonja Kastilan zum Thema Journalisten, Wissenschaft und Studien für den Beitrag „Forschungsglaube – Journalisten im Studienrausch“ befragt. Es geht unter anderem um die Gentechmais-Studie (Séralini et al.) und einen Beitrag dazu in ZDF-heute, den ich an dieser Stelle bereits kritisiert hatte. Außerdem um die grundsätzliche Frage, wie Journalisten mit Studien umgehen und wozu sie diese nutzen können. Der etwa fünf Minuten lange Beitrag findet sich hier. Eine zwanzig Minuten Version des Interviews der Autorin Janina Kalle mit mir kann man sich hier anschauen.

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Medien-Doktor Bewertung: Dass so was von so was kommt

Was wird eigentlich aus den Bewertungen, wenn wir sie einmal online gestellt haben? Wir benachrichtigen den Autor/die Autorin oder die Redaktion, die uns immer wieder auch ein Feedback geben, ob sie die Bewertung nachvollziehen können, hilfreich finden oder womit sie nicht einverstanden sind. In einem Fall nahm die Geschichte aber einen etwas anderen Verlauf. Wir hatten im Juni einen Artikel der Rhein-Zeitung (pdf) bewertet, bei dem uns vor allem aufgefallen war, dass er bis auf einige Änderungen der Pressemitteilung eines Koblenzer Klinikums entsprach. Für Leser erkennbar war das allerdings nicht, sie mussten den Text für einen redaktionellen Beitrag halten. Alles…

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Genmais-Studie: ZDF wie zweifelhaft

Eine Studie will nach nachgewiesen haben, dass gentechnisch veränderter Mais Ratten früher sterben lässt. Die Kritik an der Studie ist gewaltig. In der Hauptnachrichtensendung des ZDF erfahren Zuschauer davon aber nichts. Ihnen werden statt dessen Angst einflößende Fotos von kranken Tieren präsentiert.

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ARD-aktuell – A wie ahnungslos bei Früherkennung

ARD-aktuell, die Redaktion für Hauptnachrichtensendungen wie die „tagesschau“ oder „tagesthemen“ ist „eine aktuelle, schnell reagierende Nachrichtenfabrik“. Doch wenn es um Beiträge aus Forschung und Medizin geht, verlassen die Fabrik gelegentlich auch Produkte mit sehr beschränkter Qualität – eher ahnungslos als aktuell. Diesen Eindruck konnte man jedenfalls in der vergangenen Woche in der Ausgabe vom 22.8. gewinnen: Die Diskussion über ein bundesweites Krebsregister war den tagesthemen – völlig zu Recht – einen Schwerpunkt wert, und der Aufmacher-Beitrag zum Thema erschien auch noch ganz akzeptabel. Dann folgte aber ein Kommentar, der vom Krebsregister schon bald zum Dauerbrenner-Thema „Krebsfrüherkennung“ überging. Formal bewertet hat der Medien-Doktor…

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Praxisberichte 6 – Experten, Interessen und Konflikte

Experten spielen auch im Medizinjournalismus eine wichtige Rolle. Sie beurteilen und ordnen Ergebnisse über Therapien, Arzneimittel und Verfahren ein. Doch wie unabhängig sind diese Experten? Journalisten sollten immer auch nach möglichen Interessenkonflikten fahnden – und diese im Beitrag benennen.

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