medien-doktor.de Monitoring für Wissenschaftsberichterstattung tu - technische universität Dortmund

MEDIATE

Nicht-invasive Bluttests zur Diagnose von Trisomien und anderen genetischen Defekten beim ungeborenen Kind bieten Ärzten und Betroffenen neue Möglichkeiten der Früherkennung, verschärfen allerdings auch ethische und soziale Fragen. In ähnlicher Weise umstritten sind Schnell- bzw. Heimtests zur Selbstdiagnose von Darmkrebs oder einer HIV-Infektion, die über das Internet erworben und ohne ärztlichen Rat durchgeführt werden können.

Das im Oktober 2017 gestartet Projekt MEDIATE hat daher zum Ziel, den öffentlichen Diskurs über diagnostische Tests durch eine evidenzbasierte, ethisch reflektierte Wissenschaftskommunikation zu fördern und zu verbessern und so wichtige Impulse für die gesellschaftliche Aufklärung und Diskussion zu geben. Im Fokus sollen insbesondere nicht-invasive molekulargenetische Bluttests im Bereich Pränataldiagnostik stehen. Darüber hinaus sollen auch weitere Diagnoseverfahren, etwa zur Bestimmung von Erkrankungen bzw. persönlichen Krankheitsrisiken, darunter vor allem medizinische Selbsttests, einbezogen werden. Mehr erfahren


Medien-Doktor CITIZEN

Seriöse Wissenschaft, eher Marketing, oder gar Fake-News? Wer in Radio, Fernsehen, in Printmedien oder online nach wissenschaftlich fundierten Informationen über Umweltthemen sucht, steht oft vor dieser Frage. Aber wie lässt sich die Zuverlässigkeit und Qualität der Beiträge beurteilen?

Nachdem wir im Medien-Doktor UMWELT des Lehrstuhls Wissenschaftsjournalismus der TU Dortmund mit erfahrenen Wissenschafts- und Umweltjournalisten Kriterien dafür entwickelt haben, was Umweltjournalismus leisten soll, und was dessen Qualität aus journalistischer Sicht ausmacht, geht es im Projekt Medien-Doktor CITIZEN nun um die Sicht der Rezipienten: Was erwarten LeserInnen, HörerInnen und ZuschauerInnen von der Umweltberichterstattung? Was macht aus ihrer Sicht „guten Umweltjournalismus“ aus? Welche inhaltlichen Fragen sind ihnen wichtig? Wie können Medienbeiträge Interesse für Umweltthemen wecken? Welche Beiträge sind gut verständlich? Mehr erfahren


Analysen von Pressemitteilungen aus der Wissenschaft

Wie lässt sich die Qualität der Pressemitteilungen von Forschungseinrichtungen systematisch untersuchen? Forschungsansätze dazu gibt es nicht nur in früheren Projekten des Medien-Doktors (z.B. im Projekt INKA), sondern auch international (u.a. Schwartz et al. 2012; Sumner et al. 2014). Doch sind diese Ansätze bisher weder so ausgereift wie die Qualitätsforschung zum Journalismus, noch kann man sie auf Seiten der Wissenschaft mit bisherigen Vorschlägen zur „Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis“ vergleichen. Gleichwohl gibt es einige praktische Empfehlungen (etwa die Leitlinien zur guten Wissenschafts-PR 2016) oder erste Bemühungen des Pressemitteilungsportals idw um eine Qualitätssicherung.

Um Pressemitteilungen aus der Wissenschaft zu verbessern, wurde in einer Forschungsarbeit zur Qualität der Wissenschafts-PR am Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus der TU Dortmund ein Katalog von Qualitätskriterien entwickelt (insbesondere Mühle, voraussichtlich Ende 2018). Die Kriterien stammen aus der wissenschaftlichen Literatur ebenso wie aus der Branche; für die Systematik wurden Ansätze etablierter journalistischer Kriterienkataloge berücksichtigt. Auf dieser Grundlage haben wir zunächst eine Inhaltsanalyse von Pressemitteilungen aus Medizin und Umwelt vorgenommen, die der idw selbst in seinen „Wochen der Qualität“ bereits genauer betrachtet hatte. Mehr erfahren


Abgeschlossene Projekte

BMBF-Projekt INKA

Wie gut werden Patienten, Angehörige und medizinische Fachleute mit neuen Nachrichten aus der Medizin versorgt? Und wer trägt die Schuld, wenn falsche oder übertriebene Meldungen bei Patienten unbegründete Hoffnungen wecken? Diesen Fragen geht das Medien-Doktor-Team in Kooperation mit dem Deutschen Cochrane Zentrum am Universitätsklinikum Freiburg und mit der Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) nach. Mehr erfahren


Auslandsberichterstattung zu Energie und Klima

Ergebnisse des Projekts Medien-Doktor UMWELT deuten darauf hin, dass die meisten Beiträge zu umweltwissenschaftlichen Themen in deutschen Medien Bezüge zwischen regionalen, nationalen und internationalen Aspekten zumindest erwähnen. Ob aber der Umweltjournalismus die internationale Dimension von Umwelt- und speziell von Energie und Klimathemen angemessen berücksichtigt, schien nach einer Vorstudie am Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus der TU Dortmund fraglich. Daher ging ein Team des Lehrstuhls dieser Frage in einem von Clean Energy Wire geförderten Projekt gründlicher nach: mittels Inhaltsanalysen von Beiträgen in Print- und Online-Medien, in Leitfadeninterviews und mit einer Online-Befragung. Mehr erfahren

Forschung im Fokus

Die Verknüpfung von Theorie und Praxis ist ein Markenzeichen des Dortmunder Instituts für Journalistik – das gilt auch für den Medien-Doktor. Er beinhaltet zum einen ein Monitoring-Projekt, von Journalisten für Journalisten, das die Formulierung und Verankerung von Qualitätsmaßstäben für die wissenschaftsjournalistische Praxis zum Ziel hat. Zum anderen haben wir Forschungsprojekte entwickelt, die der Frage nach der Qualität von Wissenschaftskommunikation – sowohl im Journalismus als auch in der Wissenschafts-PR – nachgehen. Ziel ist es, die Praxis von Journalisten und anderen Kommunikatoren aus wissenschaftlicher Perspektive zu reflektieren, und dabei immer wieder Impulse für eine bessere Praxis zu geben. Im BMBF-geförderten Projekt INKA haben wir beispielsweise gezeigt, dass sich eine ganze Reihe von Qualitätskriterien im Medizinjournalismus auch auf Formate der institutionellen Wissenschaftskommunikation (konkret vor allem auf Pressemitteilungen) anwenden lassen.
Aktuell untersucht werden unterschiedliche Sichtweisen auf Qualität im Umweltjournalismus: Wie etwa verhalten sich Maßstäbe professioneller Journalisten zu den Vorstellungen von Rezipienten? Solchen Fragestellungen gehen wir derzeit im bürgerwissenschaftlichen Projekt Medien-Doktor CITIZEN nach, das von der Fritz Thyssen Stiftung gefördert wird. Wie eine evidenzbasierte, ethisch reflektierte Wissenschaftskommunikation den öffentlichen Diskurs über diagnostische Tests fördern und verbessern kann, ist Gegenstand von MEDIATE. In dem vom BMBF geförderten Verbundprojekt des Lehrstuhls Wissenschaftsjournalismus mit der Cochrane Deutschland Stiftung am Uniklinikum Freiburg wird die Berichterstattung von Verfahren der Pränataldiagnostik bis zu Heimtests zur Selbstdiagnose von jungen Ärzten und angehenden Journalisten gemeinsam mit Profis analysiert.