Der Artikel berichtet über einen Heilpraktiker, der „Bioresonanz“ gegen Allergien und andere Krankheiten einsetzt. Außer der auch nur wenig hilfreichen Erklärung, wie eine Bioresonanz-Sitzung abläuft, bietet der Text nichts, was Lesern mit einer Erkrankung weiter helfen könnte.
Zusammenfassung
Innerhalb einer Serie über Entspannungs- und Heilmethoden einer Regionalzeitung stellt dieser Artikel die „Bioresonanz“ vor. Dazu wird lediglich eine Sitzung eines Heilpraktikers in seiner Praxis beschrieben, der das Verfahren gegen Allergien, aber auch andere Erkrankungen einsetzt. Der Beitrag beschränkt sich darauf, den Ablauf des Verfahrens zu erklären. Anstatt den möglichen Nutzen genauer zu beschreiben, wird nur auf die Zahl der bereits Behandelten verwiesen, auf Risiken und Nebenwirkungen wird gar nicht eingegangen. Wie gut das Verfahren untersucht ist, wird nicht erklärt. Der einzige befragte Experte ist der Heilpraktiker selbst, dessen Aussagen nicht hinterfragt werden. Wie lange es Bioresonanzverfahren bereits gibt, wird auch nicht erklärt. Stattdessen erfahren Leser die genaue Adresse der Praxis und der Webseite. Dem Artikel fehlt es an jeglicher journalistischen Skepsis. Anstatt eines kritisch-informativen Beitrags über ein umstrittenes Heilverfahren, wirbt der Artikel für die Praxis eines Alternativmediziners.
1. Der NUTZEN ist ausreichend und verständlich dargestellt.
Der Autor zählt zwar die Krankheiten auf, die durch die Bioresonanztherapie „aufgedeckt“ werden können. Ferner erwähnt er, dass die negativen Strahlungen später mittels „beschallter Globuli-Kügelchen gelöscht“ würden. Näher wird dies aber nicht ausgeführt und quantifiziert. So bleibt es bei wenig fassbaren Erfolgsversprechungen und Angaben wie der, dass der Heilpraktiker bereits 5000 Menschen damit „behandelt“ und „sogar Krebs und Tumore“ diagnostiziert habe. Wie erfolgreich die versprochene „Löschung“ ist und wie lange sie anhalten soll, dies alles erfährt der Leser nicht. Es gibt keinerlei genauere Angaben zum möglichen Nutzen des Verfahrens.
3. Die Qualität der Evidenz (STUDIEN etc.) wird richtig eingeordnet.
Es wird kein Bezug auf Studien oder andere Belege genommen, es kommt lediglich der Heilpraktiker als Anbieter des Verfahrens zu Wort. Wie gut die Wirksamkeit des Verfahrens untersucht ist, wird nicht erläutert. Dass es sich um ein höchst umstrittenes alternatives Heilverfahren handelt, für deren spezifische Wirksamkeit in Studien nicht belegt werden konnte, erfahren Leser nicht.
9. Der Beitrag geht (angemessen) auf die KOSTEN ein.
Der Beitrag erwähnt immerhin, dass eine „Grundmessung“ bei dem von ihm besuchten Heilpraktiker 85 Euro kostet. Ob es bei diesen Ausgaben bleibt, ob dies ein üblicher Preis ist – davon erfahren die Leser indes nichts. Wir werten daher nur knapp „erfüllt“.
1. Das THEMA ist aktuell, relevant oder ungewöhnlich.
Der Artikel ist die achte Folge einer Serie über Entspannungs- und Heiltechniken. Einen aktuellen Anlass scheint es nicht zu geben, eine Relevanz erscheint nur dadurch gegeben zu sein, dass alternative Therapien generell als beliebt in der Bevölkerung betrachtet werden. Allerdings wird in diesem Fall lediglich ein Heilpraktiker einer Praxis bei der Arbeit beschrieben. Zusätzlich werden die Webseite und die Straße mit Hausnummer genannt. Damit ist das Thema weniger eine Beschreibung und Diskussion der Bioresonanz als eine Beschreibung des Angebots einer einzelnen Praxis. Daher werten wir dieses Kriterium als „nicht erfüllt“.
2. Die journalistische Darstellung des Themas ist gelungen (VERSTÄNDLICHKEIT/VERMITTLUNG).
Der Beitrag beschränkt sich nur darauf wiederzugeben, wie ein Heilpraktiker einer bestimmten Praxis das Bioresonanzverfahren anwendet, und was er ergänzend dazu sagt. Es gibt keine Anzeichen eines kritischen Hinterfragens. Journalistische Skepsis fehlt völlig. Die Erklärungen, wie die Bioresonanz funktionieren soll, helfen Lesern auch nicht weiter, weil der Beitrag lediglich Behauptungen wiedergibt: „Da jedes Körperteil bioenergetisch geladen sei, habe jede Zelle im menschlichen Körper eine eigene Schwingungsfrequenz. Mit der Bioresonanz-Therapie sei es möglich, die verschiedenen Wellenarten im Körper zu messen (…)“.
Die Behandlungssituation ist sehr ausführlich dargestellt – allerdings sprachlich immer wieder unbeholfen. So setzt sich der Patient etwa „neben dem Heilpraktiker einen Kopfhörer auf“ (schiefes Bild, unschöne Reihung). Der Patient „leise Töne in verschiedenen Frequenzen, ähnlich einem Radio, das die richtige Frequenz sucht (Wortwiederholung). Oder: „Die jeweiligen Schwingungen an den einzelnen Stellen werden im Detail vermerkt. ‚So kann ich später bei solchen Stellen, die keine Normalwerte aufweisen, genauere Untersuchungen durchführen.“ (Wortwiederholung, unklare Beschreibung: Was sind „Stellen“, die keine Normalwerte aufweisen, was zeichnet „Normalwerte“ aus?).
Anstatt auf die wichtige Frage der Wirksamkeit des Verfahrens einzugehen, mogelt sich der Text darum herum, indem berichtet wird, dass der Heilpraktiker bereits 5000 Menschen behandelt habe, und „sogar Krebs und Tumore diagnostiziert“ habe und Lesern damit verschleiert, dass dies alles nichts zum medizinischen Nutzen des Verfahrens aussagt. Wir werten daher „nicht erfüllt“.
Kriterium erfüllt |
Kriterium nicht erfüllt |
Kriterium nicht anwendbar

